20 Jahre EU-Beitritt von

Landwirtschaft hat sich
erfolgreich umgestellt

Heute gibt es viel weniger Betriebe - aber mit deutlich mehr Fläche und Tieren

Kühe auf einer Wiese. © Bild: APA/dpa/Marc Müller

Der EU-Beitritt vor 20 Jahren hat dem Agrar-Bereich besonders große Struktureinschnitte eingebrockt. Nicht zuletzt dank Programmen wie dem Umwelt- und Bergbauernprogramm als Initialzündung für die kleinstrukturierte heimische Landwirtschaft gelang es aber, Wettbewerb und Preisdruck zu bewältigen. Auch gelang es, die Exporte massiv zu steigern.

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Ein Strukturwandel ist seit 1995 deutlich eingetreten. Der Preisausgleich wurde in den ersten drei Jahren nach den Beitritt jährlich gesenkt, um die Auswirkungen des plötzlich großen Marktes nur schrittweise durchschlagen zu lassen. Schließlich lagen die Preise in der Union im Schnitt um 25 Prozent unter jenen in Österreich, teils sogar um 50 Prozent, heißt es von der Landwirtschaftskammer.

Ursprünglich habe unter den hiesigen Agrariern sehr große Sorge geherrscht, Marktanteile zu verlieren, sagte Landwirtschaftskammer-Generalsekretär August Astl im Gespräch mit der APA. "In der Realität haben wir aber relativ wenig verloren, denn es ist gelungen, im Ausland - vor allem am deutschen und italienischen Markt - Fuß zu fassen." Ohne den EU-Beitritt wäre das so aus Sicht des Agrar-Experten nicht möglich gewesen.

Ausgleichszahlungen fließen nach wie vor

Ausgleichszahlungen im Rahmen der ersten Säule der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP) schaffen ebenso Abhilfe für die immer noch im EU-Vergleich kleinstrukturierte heimische Agrar-Welt, wie Förderungen über die zweite Säule der ländlichen Entwicklung im Rahmen der GAP.

Die agrarische Handelsbilanz ist zwischen 1995 und 2013 regelrecht explodiert, mit dem positiven Effekt, dass die Bilanz tendenziell weniger Defizit aufweist. Wurden 1995 Waren um 1,8 Milliarden exportiert und um 3,2 Mrd. Euro importiert, so waren es 2013 Exporte in Höhe von 9,5 Mrd. Euro und Importe von 10,3 Mrd. Euro.

Deutlich weniger Betriebe

Es gibt zwar stetig weniger Betriebe, auch wenn sich die Abnahme zuletzt verlangsamt hat, diese bewirtschaften aber mehr Fläche. Betrug die selbstbewirtschaftete Gesamtfläche pro Betrieb 1995 noch 29 Hektar, so stieg diese Fläche auf inzwischen knapp 45 Hektar. 1995 gab es noch 239.000 Betriebe, zuletzt knapp 170.000.

Schaut man sich die Daten zur Tierhaltung an, so sank die Zahl der rinderhaltenden Betriebe von 1995 bis 2013 von 116.593 auf 65.685. Die Zahl der Rinder je Betrieb stieg im selben Zeitraum aber von knapp 20 auf 30.

Bei der Milchkuhhaltung sank die Zahl der Bauern von 77.500 auf 34.300, die Zahl der Kühe je Halter von 8,2 auf 15,4. Die Milch-Liefermenge je Lieferant kletterte von 29.553 Kilo auf 86.420.

In der Schweinehaltung sank die Zahl der Betriebe von 112.080 auf 26.723. Die Anzahl der Borstentiere je Halter stieg im selben Zeitraum von 33,1 auf 108,4.

Agrarstruktur in Österreich.
© APA/Martin Hirsch

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