2/3 halten Einkommensverteilung für unfair: Umfrage der Arbeiterkammer Oberösterreich

Nur 2 % der Befragten halten Verteilung für gerecht 8 Prozent: Bezahlung von Spitzenmanagern ist ok

Rund zwei Drittel der Arbeitnehmer halten die Einkommensverteilung in Österreich für ungerecht. Das zeigt eine Umfrage des Wiener Meinungsforschungsinstitutes IFES, deren Ergebnisse AK-Präsident Johann Kalliauer und Direktor Josef Peischer in einer Pressekonferenz in Linz präsentierten. 85 Prozent der Befragten halten eine gesetzliche Interessenvertretung wie die Arbeiterkammer für wichtig.

51 Prozent der oberösterreichischen Arbeitnehmer halten die Einkommensverteilung für eher nicht gerecht, 17 Prozent für ganz ungerecht. Nur 2 Prozent bezeichneten sie als sehr gerecht, 28 Prozent für eher schon gerecht. 58 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass die Bezieher kleiner Einkommen in den vergangenen Jahren am stärksten von Verschlechterungen betroffen waren. 31 Prozent nannten jene Personen, die mittlere Gehälter bzw. Löhne beziehen.

Nur 8 Prozent halten die Bezahlung von Spitzenmanagern in Österreich für angemessen. 90 Prozent finden sie etwas bzw. stark erhöht. Mehr als zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) sind für eine gesetzliche Begrenzung von Managerbezügen. Kalliauer sieht die Einkommensverteilung "deutlich in der Schieflage". Die AK stelle die Verteilungsgerechtigkeit massiv in den Vordergrund ihrer Aktivitäten, man brauche eine aktivere Einkommenspolitik und weitere steuerliche Entlastungen.

Beim Vertrauen der Arbeitnehmer in Oberösterreich landete die AK knapp hinter der Gebietskrankenkasse. Im guten Mittelfeld finden sich die Landesregierung, die Wirtschaftskammer, die Caritas und das Arbeitsmarktservice. Schlusslichter sind die politischen Parteien, die Bundesregierung und die Gewerkschaften. Diese hätten im vergangenen Jahr durch den BAWAG-Skandal ein "gewaltiges Tief" erlitten, erklärte Kalliauer.

(apa/red)