18. Jahrestag der "Samtenen Revolution":
Tschechien gedenkt Fall des Kommunismus

Präsident Klaus erinnert an Ereignisse 1939 und 1989 Ort einer damaligen Studentendemo als Gedenkstätte

18. Jahrestag der "Samtenen Revolution":
Tschechien gedenkt Fall des Kommunismus

Mit Blumenniederlegungen und dem Anzünden von Kerzen an Gedenkstätten haben tschechische Politiker und Freiheitskämpfer den 18. Jahrestag der "Samtenen Revolution 1989" begangen, die den Fall des kommunistischen Regimes in der ehemaligen Tschechoslowakei eingeleitet hatte. In Prag kamen die Menschen traditionell zu einer Plakette auf der Narodni-Straße, wo am 17. November 1989 eine Studentendemonstration von der Polizei brutal niedergeschlagen worden war und Dutzende der Teilnehmer Verletzungen erlitten hatten.

Am 17. November jährt sich auch die Schließung der tschechischen Hochschulen im Protektorat Böhmen und Mähren durch die Nationalsozialisten im Jahr 1939. Daran erinnerte Staatspräsident Vaclav Klaus in einer Rede vor einem Prager Studentenheim, wo der Medizinstudent Jan Opletal, Symbolfigur des Widerstandes der tschechischen Studenten gegen die deutsche Besatzungsmacht, einst gewohnt hatte.

"Weder das eine noch das andere sollten wir vergessen"
Klaus betonte, das Ziel der deutschen Okkupanten sei die Vernichtung der tschechischen Staatlichkeit und Ausradierung des tschechischen Volkes von der Karte Europas gewesen. 1989 habe man sich dann von einer anderen, kommunistischen Diktatur befreit. Der 17. November 1989 habe den Tschechen ermöglicht, den Weg zur Freiheit zu beginnen und nach einer langen Zeit wieder in einem souveränen und demokratischen Staat zu leben. Beide Jahrestage seien verflochten und "weder das eine, noch das andere sollten wir vergessen", sagte Klaus.

Als erster Politiker legte der Chef der oppositionellen Sozialdemokraten (CSSD), Jiri Paroubek, Blumen unter die Plakette auf der Narodni-Straße. Er musste sich beeilen, weil er heute seine Freundin Petra Kovacova im westböhmischen Marianske Lazne (Marienbad) heiratet. Paroubek erklärte, es sei seit dem Fall des Kommunismus gelungen, ein funktionierendes politisches System zu schaffen. Es sei aber auch bestimmt möglich, die Demokratie und Freiheit zu erweitern, beispielsweise eine Direktwahl des Staatspräsidenten vom Volk einzuführen, so Paroubek.

Seit 2000 im Kalender eingetragen
Der 17. November ist seit 2000 als Tag des Kampfes für die Freiheit und Demokratie im tschechischen Kalender eingetragen.

Auch einige Demonstrationen wurden in Prag erwartet. Einerseits wollten die Gegner des geplanten amerikanischen Radars auf dem Wenzelsplatz protestieren, außerdem wurde eine Demonstration der Rechtsextremen angekündigt. 600 Polizisten wurden in Alarmbereitschaft versetzt.
(apa/red)