15 mutmaßliche Linksextremisten in Italien verhaftet: Anschlag auf Berlusconi geplant?

Offenbar Haus und Fernsehunternehmen im Visier Verdächtige aus Umfeld der Roten Brigaden

Die in Italien festgenommenen mutmaßlichen Linksextremisten haben offenbar auch einen Anschlag auf ein Haus des früheren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi geplant. Die 15 Verdächtigen hätten Anschläge auf ein Haus von Berlusconi in Mailand und auf dessen Fernsehunternehmen Mediaset unternehmen wollen, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf den Mailänder Richter, der den Haftbefehl ausgestellt hatte. Auch Niederlassungen des italienischen Mineralölkonzerns Eni und die Redaktion der rechtsgerichteten Zeitung "Libero" seien im Visier der Verdächtigen gewesen.

Die Polizei hatte bei einem Großeinsatz in mehreren Städten Norditaliens 15 mutmaßliche Mitglieder einer linksextremen Organisation aus dem Umfeld der Roten Brigaden festgenommen. Nach Angaben des Innenministeriums wird ihnen unter anderem die "Bildung einer terroristischen Vereinigung" vorgeworfen. Sie sollen Attentate vorbereitet sowie einen Anschlag bereits begangen haben. Laut Innenminister Giuliano Amato war es vermutlich gelungen, einen weiteren Anschlag zu verhindern. Die Verdächtigen seien monatelang beschattet und ihre Telefone abgehört worden. Sie hätten sich "im Krieg gegen den Staat" betrachtet, sagte Untersuchungsrichterin Ilda Bocassini. Unter anderem hätten sie Entführungen geplant, um Geld für ihre Aktionen zu erpressen.

In den 70er und 80er Jahren gingen mehr als 400 Tote auf das Konto links- oder rechtsextremer Terrorbewegungen. Zu den Hauptakteuren der "Bleiernen Zeit" gehörten die Roten Brigaden. Zum Höhepunkt ihrer Terrors ermordeten sie 1978 den christdemokratischen Spitzenpolitiker Aldo Moro.

(apa/red)