140-Mio.-Euro-Konto heizt Wahlkampf an:
Wurde etwa mit dem Landesgeld spekuliert?

OÖ: LH Pühringer will davon nichts gewusst haben Millionenkonto bei Raiffeisenlandesbank angelegt

140-Mio.-Euro-Konto heizt Wahlkampf an:
Wurde etwa mit dem Landesgeld spekuliert? © Bild: APA/Rubra

Ein recht ungewöhnliches Finanzgeschäft des Landes ist in Oberösterreich wenige Tage vor dem Urnengang am Sonntag zu einem zentralen Wahlkampfthema geworden. Die SPÖ befürchtet, dass 140 Mio. Euro Landesgeld für Spekulationen herangezogen wurden und verlangt - ebenso wie FPÖ, Grüne und BZÖ - Aufklärung. Finanzreferent Landeshauptmann Pühringer will davon nichts gewusst haben.

Die Landesfinanzdirektion habe das Geschäft in Eigenverantwortung abgeschlossen, es sei aber völlig risikolos gewesen, betonte er. Die Vorgeschichte: Das Land hat 140 Mio. Euro auf einem Konto bei der Raiffeisenlandesbank angelegt, mit einer Fixverzinsung von 5,23 Prozent. Im Juli 2009 sei laut Landesfinanzdirektor Josef Krenner ein Vertreter des ungarischen Firma C-Trade and Trust an ihn herangetreten, habe sich als "Finanzdienstleister in der Geldmengenlukrierung" vorgestellt und mit einem Firmenbuch-Auszug legitimiert. Er habe dem Land 4,6 Mio. Euro angeboten, wenn es das Geld nicht dem Wirtschaftskreislauf zuführe und ihm Einsichtsrecht auf das Konto gewähre.

Er habe diese Art von Geschäft zwar nicht gekannt, räumte Krenner ein, aber es sei risikolos gewesen, weil das Land allein verfügungsberechtigt über das Geld geblieben sei. Daher sei er darauf eingegangen. Allerdings sei die erste Teilzahlung von C-Trade and Trust nicht fristgerecht am Dienstag eingetroffen, damit sei das Ganze hinfällig, so Krenner.

Nun ist der Wirbel um das Geschäft groß: In einer E-Mail wandte sich eine Person, deren Name erfunden sein dürfte, an Parteien und Medien. Der Informant behauptete, dass ihm die Firma C-Trade and Trust die Bestätigung über das 140 Mio. Euro schwere Landeskonto als Beleg für die eigene Bonität vorgelegt habe. Die SPÖ wittert nun eine mögliche Verwicklung in Spekulationsgeschäfte. Sie befürchtet, etwaige Geschädigte des ungarischen Finanzdienstleisters könnten Ansprüche an das Land stellen und hat die Finanzmarktaufsicht eingeschaltet. Auch FPÖ und BZÖ verlangten ückenlose Aufklärung.

(apa/red)

Kommentare

Dümmer gehts nimmer! Der Ungar hat für seine Machenschaften den Nachweis seiner Bonität gebraucht und deswegen das Einschaurecht in ein Landeskonto von OÖ erlangt (natürlich ohne Zugriffsrecht auf das Geld). Ein von dem Dienstleistungsanbieter (DLA) Geschädigter, der mit dem Kontostand auf dem Landeskonto, das der DLA als sein Kapital ausgab, getäuscht wurde, kann wahrscheinlich OÖ klagen, dessen Finanzdirektor mit dem Ungarn einen offensichtlich sittenwidrigen Vertrag abgeschlossen hat.
Dümmer gehts nimmer!

Lehrlinge Was sind das für Politiker oder auch Landesbeamte, die
unser Steuergeld verwalten. Wie kann man einer un-
bekannten Firma oder Person die Erlaubnis geben, für
einige Monate über das Konto der oberösterr. Landes-
regierung Zugriff zu haben, auf dem 10 Millionen Euro
eingezahlt wurden. Wenn dann von dieser Person auch
noch Zinsen in Millionenhöhe für diese "Dienstlesitung"
versprochen werden, dann weiss doch jeder Lehrling,
dass hier etwas nicht stimmen kann und der Kontoauszug
nur für betrügerische Machenschaften gebraucht wird.
Nur unsere Politiker und die von ihnen eingesetzen
"Spitzenbeamten" wissen das nicht und finden so eine
Vorgangsweise völlig normal.
Da wurde Vorschub für begtrügerische Machenschaften
geleistet. Wenn wundert da noch die Bankenkrise.

irgendwer01 melden

WIE DUMM KANN EIN POLITIKER/FINANZDIREKTOR SEIN !?!? *) Erstens einmal finde ich es erschreckend, das ein Landeshauptmann nicht mitbekommt wenn in seinem Land einfach mal 140 Millionen transferiert werden.

*) Zweitens: Kann die Finanzlandesdirektion ohne Rückfrage einfach über so viel Geld wahllos verfügen?

*) Drittens: Wie blauäugig muß man sein um anzunehmen, dass jemand einem 4,6 Millionen Euro zahlt nur damit er ein Konto ansehen darf ? Halllloooo ?

*) Liebe Finanzoberhäupte aller Länder: Es sind auch laufend e-mails im Umlauf, welche einem anbieten ca. 10 bis 100 Millionen zu überweisen. Als Entlohnung darf man sich beim weiterüberweisen dann 10 % behalten. Wäre doch ein toller Ausweg aus Finanznöten. Aus zuverlässiger Quelle weis ich dass es sich hierbei AUF KEINEM Fall um Geldwäsche oder Betrug handelt ! ..... Naja

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Re: WIE DUMM KANN EIN POLITIKER/FINANZDIREKTOR SEIN !?!? An unsere Politiker und an die Intelligenzbolzen der Landesfinanzdirektion:

Ihr dürft meinen linken Schuh fotografieren, dafür gebt Ihr mir eine Million. OK?

Kommt euch vielleicht komisch vor, aber ist ungefähr gleichzusetzen mit dem lustigen "Geschäft" das ihr da gemacht habt.

Wenn ihr euch jetzt denkt ich sein ein Volltrottel, dann solltet ihr mal nachdenken was ich mir über euch denken könnte!

Unfassbar, und sowas bekommt auch noch Gehalt. Ihr sollt euch wirklich über die Häuser hauen. Unverzüglich.

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