14. beim VCM: Marathonmann Roman Weger plant statt für Olympia 2008 für die EM 2010

Zeit um 2:13 Stunden sei leider nicht realistisch

Wien-Marathon-Sieger Luke Kibet aus Kenia hat sich trotz durchschnittlicher Zeit von 2:10:07 Stunden natürlich über den Siegercheck von 10.000 Euro gefreut, der Österreicher Roman Weger hat hingegen als 14. und wegen klar verpasster Bestzeit und gewonnener Erkenntnisse gleich mit Olympia Schluss gemacht. "Ich bin kein Träumer, sondern Realist. Das Limit wird um 2:13 sein - und das ist für mich nicht realistisch", sagte der 33-Jährige, dessen Bestleistung seit 2005 in Padua bei 2:16:18 Stunden liegt und der in Wien auf 2:18:22 kam.

Im Vorjahr war Weger beim VCM in 2:16:23 Stunden Zehnter geworden, diese Platzierung und Zeit waren am Sonntag nicht drinnen. "Ich habe schon ein Problem, ein psychisches, wenn ich raus schaue und die Sonne sehe, ich mag und kann bei Sonne nicht laufen, habe es lieber bewölkt. Das Wetter war bei mir heute mitentscheidend, ich habe auch nicht meinen besten Tag gehabt, obwohl ich mich gut gefühlt und das Rennen ganz gut begonnen habe." Ab Kilometer 23 war er allerdings auf sich alleine gestellt, denn die Tempomacher hatten sich früh verabschiedet, und nur dank eines Trainingspartners hatte er überhaupt so lange Begleitung.

"Spaß hat das heute keinen mehr gemacht, es war ein Kampf. Aber aufgeben ist in Wien nie ein Thema, alleine von den Zuschauern her ist es gewaltig. Man wird mit Namen angefeuert, das hat man sonst nirgends", war Weger fasziniert von der Stimmung. Langfristig gesehen ist sein großes Ziel nun die EM 2010 in Barcelona. "Sollte ich verletzungsfrei bleiben, ist das machbar. Ich denke, dass das Limit da um die 2:14:30 oder so sein wird, und das kann ich schaffen", ist der Kärntner zuversichtlich. Zu 2:13 sagte er: "Vielleicht gelingt mir einmal ein Traumlauf, und ich hoffe auch, dass ich mich noch weiterentwickle."

Kurzfristig hofft der Athlet vom LV Villach auf eine Nominierung durch den ÖLV für die Halbmarathon-WM Mitte Oktober in Udine, auch einen Herbst-Marathon hat er noch im Programm. Insgesamt ist er mit dem Frühjahr zufrieden, mit der Zeit von 1:04:36 hatte er vor einem Monat im Wien-Energie-Halbmarathon eine starke Leistung abgeliefert.

Weger ist derzeit Österreichs stärkster Läufer über die 42,195 Kilometer, die österreichische Rekordmarke wird aber wohl noch länger Bestand haben - am 13. April 1986 lief Gerhard Hartmann in Wien 2:12:22. Früher oder später wird vielleicht Hindernisläufer Günther Weidlinger einen Angriff darauf machen: "Er hat das läuferische Potenzial für 2:13. Aber es sind schon viele Bahnläufer im Marathon gescheitert", gab Weger zu bedenken.

(apa/red)