13-Jähriger hält Klagenfurt in Atem: Bursch terrorisiert seit Monaten die Innenstadt

Autos demoliert, Pensionisten attackiert, Schlägereien Sogar aus Psychiatrie geflüchtet - Exekutive hilflos

Ein 13-jähriger Bub terrorisiert seit Monaten die Bewohner und Gäste der Klagenfurter Innenstadt. Die Behörden stehen seinem Treiben machtlos gegenüber, da er noch strafunmündig ist. Zuletzt war er in die neuropsychiatrische Abteilung des LKH eingewiesen worden. Von dort riss er jedoch aus und attackierte einen Pensionisten. Er demolierte gemeinsam mit Freunden dessen Auto, der Mann wurde auch mit einer Waffe bedroht.

Immer wieder ist der Bursche in Schlägereien verwickelt, verübt Sachbeschädigungen und bedroht Passanten. "Wenn wir ihn aufgreifen, grinst er bloß und sagt, er sei strafunmündig und wir könnten ihm nichts tun", erklärte ein Polizist. Vor einigen Wochen war der Bursche nach einem neuerlichen Gewaltexzess in einem Heim in Oberitalien untergebracht worden.

Die dortigen Betreuer schafften es aber ebenfalls nicht, dem 13-Jährigen Herr zu werden und schickten ihn wieder zurück. Daraufhin wurde er in die Neuropsychiatrie eingewiesen. Nach Angaben des medizinischen Direktors des LKH, Thomas Koperna, sei der Patient, der auch für die Ärzte kein unbeschriebenes Blatt ist, als nicht gefährlich bezeichnet worden. "Wir konnten ihn deshalb auch nicht festhalten."

Das wusste der Bursche auch und verließ das Krankenhaus wieder. Gemeinsam mit einem Zwölfjährigen und zwei 17 Jahre alten Burschen attackierte er einen Pensionisten, der mit seinem Auto auf den Parkplatz eines Einkaufszentrums in Bahnhofsnähe gefahren war. Das Quartett bedrohte den Lenker, einer der vier zog eine Waffe und zielte auf den Mann. Unterdessen trat der 13-Jährige auf das Auto ein, das schwer beschädigt wurde.

Die Polizei brachte den rabiaten 13-Jährigen nach diesem Vorfall erneut ins Spital. Was mit ihm weiter geschehen soll, darüber sind sich die Experten uneins. Sozialreferentin LHStv. Gaby Schaunig erklärte, es gebe derzeit keine gesetzliche Handhabe, unter 14-Jährige für längere Zeit festzusetzen. "Für solche besonderen Fälle muss eine Lösung gefunden werden", forderte sie. Allerdings müsse man dabei mit großer Sensibilität vorgehen, um nicht über das Ziel hinauszuschießen.

(apa/red)