13 entführte Iraker lebend aufgefunden: Verschleppte gefoltert und angeschossen

"Razzia": Geiselnehmer als Polizisten verkleidet Rom will Truppenabzug aus Irak Ende '06 abschließen

Im Irak sind 13 von rund 50 zu Beginn der Woche entführten Mitarbeitern mehrerer Transportfirmen lebend aufgefunden worden. Einige hätten Spuren von Folter aufgewiesen. Ein Mitarbeiter des irakischen Innenministeriums sprach von zehn Entführten, die wieder auf freiem Fuß sind.

Eine Polizeipatrouille habe die Arbeiter gegen Mitternacht am Vortag in einer Straße von Bagdad entdeckt, wo sie offenbar freigelassen worden waren. Einigen von ihnen sei in den Fuß geschossen worden. Drei seien offenbar verletzt.

Aufständische hatten die etwa 50 Iraker am helllichten Tage in einer Straße im Viertel Saliyah verschleppt, wie aus dem irakischen Innenministerium verlautete. Die Geiselnehmer waren mit etwa zwölf Lastwagen vorgefahren und trugen Polizeiuniformen, so dass die Betroffenen zunächst an eine offizielle Razzia glaubten. Das Innenministerium leitete eine interne Untersuchung zu dem Vorfall ein.

Mehrere Anschläge schon vor Tagesanbruch
Unterdessen haben neue Anschläge schon vor Tagesanbruch mehrere Menschen das Leben gekostet. In Bagdad wurden bei der Explosion eines Sprengsatzes am Straßenrand im Morgengrauen zwei Polizisten in den Tod gerissen. Der Anschlag ereignete sich nahe einer Passstelle im Osten der Hauptstadt. Nicht weit davon entfernt gingen noch in der Dunkelheit drei Raketen nieder. Dabei wurde ein Mann getötet, der wegen der derzeitigen Hitzewelle auf dem Dach seines Hauses schlief. Seine beiden Brüder wurden verletzt.

Rom will Irak-Truppenabzug bis Ende 2006
Italien wird seine Truppen aus dem Irak bis Ende 2006 abziehen. Dies betonte der italienische Außenminister D'Alema, der am Mittwoch in Bagdad eingetroffen ist. In Bagdad standen Treffen mit dem irakischen Ministerpräsidenten Maliki und anderen Regierungsmitgliedern auf seinem Programm.

Nach dem Tod eines italienischen Soldaten bei einem Anschlag im südirakischen Nassiriya am Montag ist der Druck auf Ministerpräsident Prodi wegen eines sofortigen Truppenabzugs aus dem Irak gewachsen. Die altkommunistische Rifondazione, die Altkommunisten und die Grünen verlangten von Prodi, dass die 2700 Soldaten, die im Krisenland stationiert sind, sofort abgezogen werden.

In einer Ansprache vor dem Parlament am Dienstag versicherte Prodi, dass der Truppenabzug eine Priorität des Kabinetts sei. Der Abzug der Soldaten, die noch im Irak stationiert sind, sei ein gefasster Beschluss, der nun in die Tat umgesetzt werden müsse. Am Abzugsplan von Italiens Truppen aus dem Irak werde sich jedoch trotz des Todes des italienischen Soldaten nichts ändern.
(apa/red)