1100 Festnahmen seit 9/11: Terrorverdacht
Großbritannien bleibt meist unbegründet

Mehr als die Hälfte der Inhaftierten wieder frei

Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sind in Großbritannien mehr als 1.100 Menschen wegen Terrorverdachts festgenommen worden. Mehr als die Hälfte von ihnen wurde aber wieder auf freien Fuß gesetzt, ohne dass sie formell irgend eines Vergehens beschuldigt wurden. Entsprechende Zahlen legte die Regierung in London vor. Demnach wurden nur 40 der Festgenommenen wegen terroristischer Straftaten verurteilt.

Im Zeitraum vom 11. September 2001 und 31. Dezember 2006 wurden insgesamt 1.166 Personen in Großbritannien wegen Terrorverdachts festgenommen, wie das Innenministerium mitteilte. 221 von ihnen wurden formell terroristischer Straftaten beschuldigt, gegen 186 wurden andere Vorwürfe erhoben. 652 der Festgenommenen wurden wieder freigelassen, weil sich der Verdacht als unbegründet erwies.

Die britischen Sicherheitsdienste haben nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren mehrere Anschläge im Land vereitelt. Ihnen wird aber auch vorgeworfen, vor allem Muslime auf der Jagd nach Terroristen ungerechtfertigt ins Visier zu nehmen. (APA/red)