10 Tote bei Explosion auf Markt in Moskau: Ermittler vermuten kriminellen Hintergrund

Zwei Verdächtige verhaftet: Dritter Mann flüchtig

Bei einer Bombenexplosion auf einem belebten Moskauer Markt sind am Montag zehn Menschen getötet und mehr als 40 verletzt worden. Markthändler konnten nach Behördenangaben zwei Verdächtige festhalten, die angeblich kurz vor der Explosion eine Tasche vor einem Imbiss abgestellt hatten. Die Männer seien der Polizei übergeben worden. Ein dritter mutmaßlicher Täter konnte flüchten.

Bei dem Anschlag auf den Markt im nordöstlichen Stadtteil Tscherkisowo gehe es "entweder um eine Kollision von Geschäftsinteressen oder banale kriminelle Auseinandersetzungen", sagte der Staatsanwalt der russischen Hauptstadt, Juri Sjomin. Ein Terroranschlag werde nicht völlig ausgeschlossen. "Aber die klassischen Merkmale eines solchen Verbrechens sind nicht zu erkennen", fügte er hinzu.

Die in der Tasche versteckte und mit Metallstücken gespickte Bombe hatte nach Expertenschätzungen eine Sprengkraft von bis zu 1.200 Gramm TNT. Die Wucht der Explosion brachte eine Leichtbaumarkthalle auf 200 Quadratmetern Fläche zum Einsturz. Unter den Trümmern seien keine Menschen begraben, sagten Zivilschützer. Acht Opfer starben direkt am Tatort, zwei weitere erlagen im Krankenhaus ihren Verletzungen.

Auf dem mehrere Quadratkilometer großen Markt in Tscherkisowo werden billige Kleidung, Haushaltswaren und Lebensmittel verkauft. Auf russischen Märkten hat es in den vergangenen Jahren mehrfach Bombenanschläge mit Todesopfern gegeben. Oft tragen kriminelle Banden ihren Streit mit Sprengsätzen aus. (apa/red)