10 Jahre Haft für 81-jährigen: Wiener hat seine Lebensgefährtin grausam enthauptet!

Einstimmiger Schuldspruch nach kurzer Beratung Mindeststrafe für 81-Jährigen bereits rechtskräftig

Der 81-jährige Wiener, der am 16. Juni 2006 seiner um 14 Jahre jüngeren Lebensgefährtin in ihrer Hietzinger Wohnung den Kopf abgeschnitten hatte, nachdem er ihr eine Glasvase auf den Kopf geschlagen und mit einem Messer vier Mal in den Hals gestochen hatte, ist im Straflandesgericht wegen Mordes rechtskräftig zu zehn Jahren Haft verurteilt worden.

Die gesetzliche Mindeststrafe für Mord begründete die vorsitzende Richterin Claudia Bandion-Ortner mit "zahlreichen Milderungsgründen". Sie erwähnte die bisherige Unbescholtenheit des Juristen, sein Geständnis, sein fortgeschrittenes Alter sowie seine laut psychiatrischem Gutachten eingeschränkte Schuldfähigkeit zum Tatzeitpunkt. Erschwerend war demgegenüber die besonders grausame Vorgehensweise.

"Eine Wahnsinnstat", hatte Staatsanwältin Michaela Schnell zu Beginn des Verfahrens festgestellt. Das Opfer war einem gerichtsmedizinischen Gutachten nämlich noch am Leben, als der Angeklagte den Kopf vom Rumpf trennte. Die 67-Jährige dürfte sich verzweifelt zur Wehr gesetzt haben, wie die Polizei anhand der Spuren am Tatort feststellte.

1999 war die Frau des Mannes gestorben, der 1987 als Titularhofrat bei der Finanz in den Ruhestand getreten war. In einem Turnkurs für Senioren lernte der Witwer dann die erheblich jüngere Frau näher kennen und lieben. Es entwickelte sich eine leidenschaftliche Beziehung, wie zahlreiche Postkarten und Briefe dokumentieren, die das Opfer aufbewahrt hatte.

"Die Beziehung war sicher gut", gab der Angeklagte zu Protokoll. Ob es denn keine Probleme gegeben habe, wollte Richterin Claudia Bandion-Ortner wissen. "Kann ich eigentlich nicht sagen", erwiderte der 81-Jährige. Auch vor der Bluttat habe es keinen Streit gegeben. Er könne nicht sagen, warum er um 8.00 Uhr in der Früh, als die 67-Jährige noch im Bett schlief, einer Vitrine die schwere Vase entnahm und damit auf seine Freundin einschlug: "Ich habe etwas getan, was ich selber nicht verstehe. Ich kann es mir selbst nicht erklären."

Die Frage nach dem Motiv stand daher im Vordergrund des Beweisverfahrens. Mögliche Beweggründe ergaben die Einvernahme eines Polizisten, der den 81-Jährigen unmittelbar nach seiner Festnahme vernommen hatte, und die Befragung von Nachbarn des Opfers.

"Er hat gesagt, sie hat dauernd herumgenörgelt", gab der Beamte zu Protokoll. Der Pensionist habe beispielsweise erzählt, die Frau habe ihm regelmäßig vorgeworfen, beim morgendlichen Zähneputzen "herumzuspritzen". Er habe sich "nach ihr gerichtet" und sich manchmal "entmündigt" gefühlt, gab der Polizist den 81-Jährigen wieder. (apa/red)