10 Jahre Euro von

Der Euro am Scheideweg

Zehn Jahre nach der Einführung ist das Vertrauen in die Währung so gut wie weg

10 Jahre Euro - Der Euro am Scheideweg

Zehn Jahre Euro und keiner feiert. Lange Zeit deutete noch alles auf eine positive Währungsreform hin; Vieles vereinfachte sich. Doch schon bald wurden die Rufe nach dem Schilling wieder lauter. Jetzt steckt der Euro in seiner größten Krise seit seiner Einführung, die Ökonomen sind in ständiger Alarmbereitschaft. Staatspleiten drohen. Und somit bleibt eine Frage weiterhin bestehen: Ist der Euro Fluch oder Segen?

Am 1.Jänner 1999 war es soweit und der Euro wurde als gemeinsame Währung von den ersten elf Staaten eingeführt, darunter Deutschland. Am 2. Januar war es auch in Österreich und elf weiteren Ländern der Währungsunion so weit. Inzwischen ist der Euro offizielles Zahlungsmittel in 23 Ländern. Insgesamt bezahlen heute ca. 330 Millionen Menschen mit der Währung. 880 Milliarden an Euro-Bargeld sind derzeit in Umlauf, davon geschätzte 25 Milliarden in Österreich.

Warnungen überhört
Bereits vor einiger Zeit warnten einige Wirtschaftsgrößen vor dem Zusammenbruch der Eurozone, doch kaum einer schenkte ihnen Gehör. Und das obwohl prominente Gesichter wie der frühere US-Notenbankchef Alan Greenspan unter den Kritikern waren. Nach Portugal, Griechenland und Italien weiß man allerdings, dass das Schreckensszenario bedrohlich nahe gekommen ist. Immer neue Finanzspritzen, Stabilitätssysteme und Schuldenschnitte bewahren einige Länder vor der Staatspleite und somit vor dem fast unausweichlichen Euro-Ende.

Besonders knapp ist Griechenland in diesem Jahr an der Katastrophe vorbeigeschrammt. Vor der Einführung des Euro vermuteten viele, dass das Land die Kriterien nur mit gefälschten Wirtschaftszahlen erfüllen konnte. Doch ein weiterer prominenter Vertreter in der Eurozone war wohl für die EU-Politiker zu verlockend und so wurden alle Augen zugedrückt.

Ernüchterung macht sich breit
Lange Zeit war der Höhenflug auch ungebrochen. Der Dollar rutschte im Wert immer mehr ab, der Euro blieb stabil. Die Welt blickte voll Neid auf die eiserne europäische Währung, die allen Wirtschaftskrisen vorerst trotzte. Doch im Jahr 2011 kam dann der große Schock. Zuerst schrammte Portugal haarscharf an der Pleite vorbei, dann folgten Griechenland und Italien. Die internationalen Märkte reagierten mit Angst, der Euro ist auf einmal verpönt. Zum Yen ist der Euro inzwischen auf einem historisches Rekordtief angelangt, auch Shopping-Trips in die USA sind lange nicht mehr so billig wie vor einem Jahr. Nicht nur die Buchmacher in Großbritannien wetten auf das Euro-Aus, auch die Börsianer kaufen wie verrückt Staatsanleihen auf und spekulieren auf das Ende des Euros. Die Rufe nach alten Währungen und ein Leben vor dem Euro werden lauter.

Die positiven Seiten des Euro
Doch die Notenbanken in Europa werden nicht müde zu betonen, dass wir keine Euro-Krise haben, sondern lediglich eine Schuldenkrise vereinzelter Länder. Auch wenn die Österreichische Nationalbank nicht überdrüssig wird, stets zu betonen, dass die Teuerungsrate durch den Euro weit geringer ist als derzeit angenommen. Zinsen für den Wohnungsbau und Unternehmenskredite sind heute so niedrig wie nie zu vor. Auch die Kaufkraft ist in den letzten drei Jahrzehnten enorm gestiegen - So muss man derzeit für einige Lebensmittel nur noch halb so lang arbeiten wie noch vor 30 Jahren. Der österreichische Tourismus boomt, Reisen ins Ausland sind deutlich einfacher geworden wegen der einheitlichen Währung, auch ein Preisvergleich ist jetzt kein Problem mehr.

Ob der Euro nun eine Bereicherung darstellt kann man auch nach zehn Jahren noch nicht sagen. Die Skepsis bleibt auf jeden Fall erhalten. Immerhin knapp 30 Prozent der Österreicher glauben, dass der Euro dauerhaft keinen Bestand hat.

Link:
Die Chronologie des Euro

Kommentare

Ich wage zu behaupten: In 10 Jahren gibt es diesen Euro nicht mehr! Greichenland und mit ihnen einige südeuropäischen Länder sind pleite.

Niemand kann wirklich die vielen Mrd. samt Zinsen zurückzahlen. Sollte Greichenland jährlich nur 1% seiner Schulden zurückzahlen (davon sind sie meilenweit entfernt; sie brauchen statt dessen immer mehr Geld) dauert es über 1.500 Jahre bis sie sämtliche Schulden samt Zinsen getilgt haben. (Österreich liegt derzeit bei 450 Jahre)

Der Euro und die Wiener Wirtschaft Genau was isch in meinen vorigen Postings sagte: Der Urheber der ganzen Chose sind die gemeinden, Länder und der Bund. Hier in Wien ist man im Moment mit einer Preisteuerungslawine konfrontiert dass es nur so kracht.Warum müssen alle gebühren erhöht werden? Hat der BM Häupl kein geld mehr für seine Parteifreunde? Wirtschaftlich gesehen werden wir das erst in einem Jahr spüren. Dann wird jeder schreien: Die Unternehmen sind alles Gauner!.Aber dass es eine riesige Belastung für alle Unternehmen ist, wenn alle gebühren derartig hochgeschnalzt werden, ist ja wohl klar. Diese Erhöhungen zahlt der Unternehmer sicher nicht aus eigener Tasche. Er schlägt, logisch, alles auf den Endpreis. Zahlen wird es im Endeffekt der Konsument. Leider sind das wir alle.

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Das heisst auf gut Deutsch: Der Steuerzahler in A, D oder B wird weiterhin für GR aufkommen müssen. Ganz im Sinne der "europäischen Solidarität".

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Re: Das Keine Angst, wir schaffens ja auch für dich aufzukommen, da ist Griechenland auch kein Problem.

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Der Schilling und der Euro Auch ich rechne noch teilweise in ö.S! Doch es ist eben Tatsache dass es den Schilling nicht mehr gibt und auch nicht mehr geben wird.Schuld an dem Schlamassel haben in erster Linie die Politiker, dann die sogenannten Wirtschaftsweisen und natürlich die Finanzhaie. Bei der Einführung hat es geheissen es wird alles genau umgerechnet. Gar nichts ist umgerechnet worden. Trotz einer sogenannten Kontrollkommission. Speziell Gastronomie, Hotellerie und der Einzelhandel haben zugeschlagen dass es nur so raucht. Wer hätte denn für ein Stück Torte ö.S fast 50.- bezahlt? Heute mit €3.50 ist es normal.Tageszeitungen zuö.S 14.- In den USA kostet eine Zeitung die 3x mehr Inhalt hat $0.75.-.Die gebühren steigen den Leuten über den Kopf. 2 Stunden Strassenparken ö.S56.-!! Wahnsinn!! Mehr Kontrolle bitte.

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Re: Der Schilling und der Euro Hier vergisst jeder auf die Inflation. Man kann nicht einfach heutige Preise 1:1 mit früheren Preisen vergleichen: http://wko.at/statistik/prognose/inflation.pdf
Die Preise von 1990 sind im Schnitt gegenüber 2011 um 57,5% gestiegen. Nur ist die Inflation eben ein natürlicher Prozess, den viele außer Acht lassen. Und das Preisniveau der USA kann man schwer mit dem im Österreich vergleichen. Billiger in den USA: Gewand, Elektroartikel, Lebensmittel,... Bei uns: Internet, Telefonie, Fernsehn,...

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Re: Der Schilling und der Euro RE:Alex2345: Das ist schon richtig daß man die Inflation mitrechnen muss. Doch wer heizt denn diese an? Es heisst doch immer bei den KV Verhandlungen Inflationsausgleich. Ich habe im Jahre
2000 ö.S 16.000.- netto verdient und auch über viele jahre versteuert, heute bin ich in Pension und bekomme €1000.-.Das sind knapp 14.000.- Also würde es heissen dass man beim Inflationsausgleich weniger bekommt.Die Miete ist im jahre 2000 bei ö.S3500.- gewesen, heute zahle ich €630.- wo ist da die Logik? Wir wurden ganz einfach vom Hr. Vranitzky und der Frau Ederer über den Tisch gezogen und blank angelogen.Es wurde damals schlicht und einfach die Quote von 1:10 genommen und nicht 1: 13,76. Das ist leider die Tatsache

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Re: Der Schilling und der Euro Nur wieso soll hier überall der Euro schuld sein? Wenn ich jetzt als Vermieter beispielsweise die Preise erhöhen will (wegen was auch immer), dann kann man doch jetzt nicht behaupten dass der Euro schuld ist. Damals bei der Umrechnung ist sicher nicht immer alles richtig abgelaufen aber alles was jetzt passiert wäre auch mit dem Schilling passiert. Angebot und Nachfrage ist noch immer der Regulator der Preise.

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Re: Der Schilling und der Euro ReRe: Alex2345: Ich glaube wir reden aneinander vorbei.. Sie sind ein Befürworter der freien Marktwirtschaft. Ich hingegen bin weniger grosszügig. Bei mir sollte eben alles einen Sinn haben. Nicht Angebot und Nachfrage regeln den Preis, sondern nur die Firmen alleine. Denn was machen sie wenn das brot nun auf einmal ca. €5.- pro Kilo kostet? nehmen sie das so hin und sagen : das ist halt so oder sehen sie sich nach Alternativen um. Die wahren preistreiber sind doch die Länder, gemeinden, und die Bundesregierung ( egal Coleur). Denn wenn ein Bürgermeister sagt dass eben seit 19 Jahren das Wasser nicht teurer geworden ist, dann ist er der falsche Mann am Platz. Die Frage ist doch ist es wirtschaftlich notwendig teurer zu werden, oder könnte man das notwendige Geld nicht woanders einsparen?

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Re: Der Schilling und der Euro Da muss ich eh Recht geben. Der freie Markt ist nicht immer für den Preis verantwortlich. Oftmals leider einfach Profitgier, gegen den man sich mangels Alternativen meistens nicht erwähren kann. Wollte nur aussagen, dass der Euro selbst nicht der Schuldige ist, sondern einfach die gesamte Entwicklung an sich.

Euro Wie wäre es damit: akzeptiert endlich den EURO !!!
Macht das Beste daraus, anstatt ewig dem Schilling nachzuweinen !!! Den gibt es nicht mehr !!! Werdet endlich munter und hört auf von alten Schillingzeiten zu träumen !!!
Ist ja kein Wunder, dass die Akzeptanz des EURO kränkelt, wenn die ewig gestrigen, in den Schilling verliebten, dieses Kapitel nicht endlich abschließen !!!
Vorwärts schauen ist die Devise! Es kann nur besser werden (aber nicht mit dem Schilling) !!! Aber man muss endlich aufhören, in der Vergangenheit zu leben !!!

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Euro Wer wieder den Schilling will ist dumm und naiv. Österreoch ist viel zu klein für eine eigene Währung und da auch keine ausreichenenden Finanzreserven vorhanden sind, ist man auch viel zu angreifbar für Währungsspekulationen. Vor kurzem versuchten Währungsspekulanten Ungarn in den Ruin zu treiben und es wäre auch fast gelungen.
Lese aber immer wieder gerne war vom "Pastor" Peitl :-D Ab wievielen Mitgliedern darf man sich eigentlich Pastor nennen? Sonst mach ich auch mal eine Internetseite auf, hol mir 20 Mitglieder und mach mich zum Pastor.

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Re: Euro Wir haben den Euro und kommen nicht mehr raus, das muss man akzeptieren. Aber dass ein kleines Land automatisch dem Ruin preisgegeben ist, ist reine Spekulation. Also bitte nicht nur Ungarn anführen, sondern auch andere kleine Länder. Dänemark z.B. ist nur halb so groß wie Österreich und die Anleger kaufen massiv dänische Staatsanleihen. Die zahlen für frisches Kapital keinen Cent und sind vom Ruin weit weit weg, im Gegenteil, derzeit geht\'s denen besser als uns.

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Re: Euro Ich rede nicht davon was passieren kann, sondern davon was passiert ist. Dies kann allen kleineren Ländern passieren: http://www.pesterlloyd.net/2010_16/16deutschebank/16deutschebank.html

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Re: Euro also doch was passieren kann;-))

und wenn uns dasselbe passieren k a n n, das den Ungarn passiert i s t, k a n n uns auch das passieren, das den Dänen passiert i s t.

Aber egal, der Euro ist Fakt und "hätt i, wär i, tät i" ohnehin sinnlos.

Nicht der EURO ist Schuld sonder Schuld an der Situation ist ein destruktiver Kult, der vorgibt etwas von Wirtschaft zu verstehen, der vorgibt eine Wissenschaft zu sein. Nennt sich hochtrabend "Wirtschaftswissenschaften"

Hier die Anklage
http://politik.pege.org/2011-anklage/

Tiefes Misstrauen Den Euro den man Teuro nennt,
weil er die Lebensräume trennt,
der eine reich der andre ärmer,
es kommt kein Schnee, drum bleibt es wärmer,
in Wohnungen wo Armut ist,
die Preise steigen, so ein Mist,
und die Moral von der Gschicht,
sagt wer misstraut dem EURO nicht?

Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
Bundesobmann der
Freiheitlichen Christen Österreichs (FCÖ)
http://jachwe.wordpress.com
http://freiheitlichechristen.gnx.at

Euro funktioniert nur mit europäischer Regierung Man sollte endlich diese komischen nationalen Regierungen über Bord werfen und eine zentrale europäische Regierung machen. Die ehemaligen Staaten sollen Bundesstaaten werden, eine gewisse Autonomie bewahren, fertig.

Ich bin für ein Land Europa, ich bin Europäer und doch nie nur ein Österreicher gewesen.
Und dann funktioniert auch der euro.

Ob wir das schaffen? Ich denke nicht mehr in der Generation! Die Politiker führen lieber wieder den Schilling ein bevor sie Macht abgeben würden!

raus.. ...aus der eu...ud zurück zum schilling...es ging uns allen besser zu schilling zeiten

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