10 Jahre 9/11 von

Muslime in den USA

"Little Arabia": Tausende islamische Familien leben in eigenem Viertel in New York

10 Jahre 9/11 - Muslime in den USA © Bild: APA/EPA/Arbab

Spätestens beim Anblick fünfjähriger verschleierter Mädchen wird klar, warum die Gegend um die Atlantic Avenue in Brooklyn "Little Gaza" heißt. Manche nennen diesen Teil New Yorks auch "Little Arabia", denn hier haben sich Tausende muslimische Familien angesiedelt. Hier finden sie ihren Fleischer, ihren Supermarkt und auch ihre Moschee. Ähnliches gibt es bei anderen kulturellen und nationalen Gruppen auch - und doch ist es bei den Muslimen anders. Das Verhältnis mit den Amerikanern ist angespannt. Aber offenbar nicht so sehr, wie viele glauben.

Etwa 600.000 der 2,5 Millionen Muslime der USA leben in New York. Gerade einmal 69 Prozent der in den USA ansässigen Muslime fühlen sich einer Gallup-Studie zufolge eng mit dem Land, in dem sie leben, verbunden. Und fast jeder zweite Amerikaner (48 Prozent) glaubt laut einer Umfrage des PEW-Instituts, die Beziehung zwischen dem Westen und den Muslimen sei schlecht.

Das klingt zunächst einmal alarmierend. Doch beim zweiten Hinsehen relativieren sich diese Zahlen: Das PEW-Institut ermittelte in den meisten europäischen Ländern einen viel höheren Wert - in Deutschland halten zum Beispiel 61 Prozent der Befragten das Verhältnis zwischen Westen und Muslimen für schlecht.

Proteste gegen Moschee am Ground Zero
Und doch sind da Störgeräusche - und die sind etwa am Park Place in New York zu hören. Dort soll ein muslimisches Gemeindezentrum mit einer Moschee entstehen. Gleich neben dem Ground Zero , wo vor zehn Jahren nach einem Terroranschlag fast 3.000 Menschen in den Trümmern des World Trade Centers starben. Das 13-stöckige Gemeindezentrum soll mindestens 100 Millionen Dollar (69,4 Mio. Euro) kosten. Wo das Geld herkommt, weiß niemand so genau. Es komme allein von den Gläubigen in den USA, beteuerte Imam Feisal Abdul Rauf. Später zitierte ihn eine Zeitung damit, dass sich auch "muslimische und arabische Nationen" beteiligen sollten.

Gegner nennen die "Megamoschee" ein "Denkmal für den Terrorismus" oder "eine Zitadelle des Islamismus". Befürworter sind nicht weniger emotional und werfen Kritikern Rassismus und Fremdenfeindlichkeit vor. Die Angehörigen der Terroropfer sind teils moderater: "Es ist einfach eine Frage des Taktgefühls", sagte Sally Regenhard, deren Sohn als Feuerwehrmann im zusammenstürzenden World Trade Center starb. "Es ist schon so schwer genug, da hinzugehen."

Bloomberg: Symbol der Toleranz
New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg hatte sich immer wieder für die Moschee stark gemacht und sie als Symbol für New Yorks Toleranz bezeichnet. Die New Yorker scheinen tatsächlich gelassener zu sein als der Durchschnittsamerikaner: Landesweit sind einer CNN-Umfrage zufolge 70 Prozent der Amerikaner gegen die Moschee - in New York sind es nur gut 50 Prozent.

Muslime seien Amerikaner wie alle anderen auch, sagt Soziologe Muntasir Sattar. "Sie arbeiten, zahlen Steuern, sind im Wohltätigkeitsverein und haben die gleichen Freuden und Sorgen wie jeder andere auch." Es gebe aber durchaus heftige Kontroversen zwischen den Muslimen - etwa bei der Frage der gleichgeschlechtlichen Ehe. "Aber gibt es diese Kontroverse bei anderen Amerikanern nicht auch?", fragt der Wissenschafter von der New Yorker Columbia-Universität.

Misstrauen seit 9/11 gestiegen
Sattar, selbst in Arabien geboren, sieht mehr Misstrauen gegenüber Muslimen seit dem 11. September 2001. Es gebe aber auch mehr Aktivitäten, um genau dem entgegenzuwirken - etwa Projekte christlicher Kirchen. "Ein Gutes hat das alles", sagt der Soziologe. "Die Leute arbeiten härter daran, sich zu verstehen und leben nicht mehr so nebeneinander her."

Österreichs Muslime kritisieren Folgen der Anschläge
Auch Islam-Experten in Österreich sehen die Islam-Experten Amer al-Bayati und die Vertreterin der Islamischen Glaubensgemeinschaft Carla Amina Baghajati den Islamischen Radikalismus als weltweit im Ansteigen. Baghajati kritisiert die Überlagerung der Integrationsdebatte durch das Thema "Sicherheit".

"Bedrohungsszenarien wurden konstruiert, die es legitimieren sollen, Muslime offen zu diskriminieren und in ihrer Religionsfreiheit einzuschränken", sagt Baghajati. Vorhandene Vorurteile und anti-muslimische Einstellungen seien "salonfähig" geworden. Rechtspopulisten würden vorhandene Ängste für ihre Zwecke missbrauchen und Ressentiments gegen "die Ausländer" zunehmend in Richtung "die Muslime" verlagern. Sie hofft, dass das schreckliche Attentat von Norwegen ein Umdenken bringe. Fanatisierte Islamhasser und Hass säende Internetforen müssen ernster genommen werden.

Das macht eines deutlich: Auch zehn Jahre nach dem Terroranschlag auf das World Trade Center in New York ist dessen Effekt auf die Integrationsdebatte in Europa noch zu spüren. Die "sehr viel stärkere Thematisierung des Islam in der öffentlichen Debatte" halte bis heute an, erklärt der österreichische Migrations- und Integrationsexperte Heinz Fassmann. Hinzu komme manchmal die "Generalisierung, dass der Islam die Quelle der gescheiterten Integration ist", so der Experte.

Weiterführender Link:
Ground Zero interaktiv: 360°-Rundgang!

Kommentare

sehr seltsam als ich in usa lebte, waren sehr viele schwarz americaner muslime-unter andern auch mohamed ali, malcolm x etc
diese leute vom islam nation sind anti weiss und haben das ziel die weisse rasse in usa aussterben zu lassen. vor 9/11 war es diese zielgruppe die verdammt wurde
immer wieder ein neuer sündenbock um das eigene tun zu rechtfertigen

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