10 Jahre 9/11 von

Emotionales Gedenken

Am zehnten Jahrestag wird in ganz Amerika den Terroropfern gedacht

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    George W. Bush, Michelle Obama und Barack Obama während der Gedenkfeierlichkeiten

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    Polizisten vor dem Mahnmal

Zehn Jahre nach den Anschlägen vom 11. September 2001 haben die USA mit einer bewegenden Zeremonie am Ground Zero an die fast 3.000 Opfer erinnert. An dem Ort, wo Extremisten des Terrornetzwerks Al Kaida das World Trade Center zum Einsturz brachten, verlasen Hinterbliebene die Namen der Getöteten. Die Veranstaltung markierte den Höhepunkt des tagelangen Gedenkens an 9/11.

Präsident Obama und sein Vorgänger Bush standen Seite an Seite hinter einer dicken Panzerglasscheibe, als ein Chor die Zeremonie mit der US-Nationalhymne eröffnete. Obama würdigte die Opfer in einer kurzen Ansprache: "Sie waren unsere Nachbarn, unsere Freunde, unsere Ehemänner, Ehefrauen, Brüder, Schwestern, Kinder und Eltern. Sie waren die, die zur Hilfe geeilt sind." Anschließend las er aus der Bibel. Bush verlas er das berühmte Schreiben des früheren US-Präsidenten Abraham Lincoln (1861-65) an eine Frau, die im Amerikanischen Bürgerkrieg fünf Söhne verloren hatte.

Mehrfache Schweigeminuten
Die Veranstaltung im Süden Manhattans fand vor der Kulisse der in den Himmel wachsenden Neubauten des World Trade Centers statt. Mit sechs Schweigeminuten riefen die Teilnehmer die tragischen Ereignisse von 9/11 ins Gedächtnis. Wie jedes Jahr wurden in New York auch heuer die Namen aller Opfer verlesen. Zum zehnten Jahrestag der Anschläge wurde zudem am Ground Zero ein Mahnmal für die Opfer eröffnet. Die Gedenkstätte besteht aus zwei Granitbecken, die in die viereckigen Fundamente der eingestürzten Zwillingstürme eingelassen sind und an deren Seitenwänden sich Wasserfälle ergießen. Auf Bronzeplatten sind die Namen der bei den Anschlägen Getöteten eingraviert.

Erhöhte Vorsichtsmaßnahmen
Das Gedenken war von neuen Terrorwarnungen überschattet worden. Obama rief nach Beratungen mit seinem Sicherheitskabinett am Samstag zu "erhöhter Wachsamkeit" auf.

Weltweite Andacht
Auch international wurde des zehnten Jahrestags der Terroranschläge vom 11. September 2011 gedacht. In Berlin und London fanden Gedenkgottesdienste statt, US-Soldaten in Afghanistan gedachten der Opfer mit US-Flaggen auf halbmast. In Madrid weihten Kronprinz Felipe und Prinzessin Letizia eine Gedenkstätte mit zehn Eichen ein. Bundespräsident Fischer warnte bei der Eröffnung des Linzer Brucknerfestes vor dem gewachsenen allgemeinen Misstrauen, dessen sich auch bestimmte politische Strömungen bedienten. Israels Ministerpräsident Netanyahu erklärte, der Kampf gegen Islamistenterror sei noch in vollem Gange. Der iranische Präsident Ahmadinejad warf den USA dagegen vor, den 11. September 2001 als "Vorwand" benutzt zu haben, "um den Irak und Afghanistan anzugreifen und dabei das Blut unschuldiger Menschen zu vergießen".

Weiterführender Link:
Ground Zero interaktiv: 360°-Rundgang!