1. Wohlfahrt-Einsatz gegen die Schweden:
ÖFB-Tormanntrainer sieht sich als Berater

Will Mentaltraining auch im Jugendbereich verstärken Manninger derzeit mit besten Karten auf Einserleiberl

1. Wohlfahrt-Einsatz gegen die Schweden:
ÖFB-Tormanntrainer sieht sich als Berater © Bild: APA/Wiesner

Im Rahmen des Fußball-Testspiels heute (20.30 Uhr/live auf news.at) in Graz gegen Schweden kommt es zu einer Premiere. Erstmals wird Franz Wohlfahrt als Tormann-Trainer des ÖFB-Teams auf der Betreuerbank sitzen - der Kärntner tritt die Nachfolge von Klaus Lindenberger an, der als Chefcoach zum LASK abgewandert ist. "Ich kehre wieder in einen Kreis zurück, dem ich von 1985 bis 2001 angehört habe", sagte der Ex-Austrianer bei seiner offiziellen Präsentation in Graz.

Sein erstes von insgesamt 59 Länderspielen bestritt Wohlfahrt am 18. August 1987 in St. Gallen beim 2:2 gegen Schweiz, der Abschied fiel mit dem 0:5 im WM-Play-off in Istanbul gegen die Türkei am 14. November 2001 wenig ruhmreich aus. Dazwischen war der nun 44-Jährige mit dem Nationalteam bei diversen Hochs und Tiefs mit von der Partie und fühlt sich angesichts der momentanen Situation an manche Phasen in seiner aktiven ÖFB-Karriere erinnert. "So etwas wie derzeit habe ich beim Team oft erlebt."

Seine damalige Rolle als Torwart sei jedoch mit seinem neuen Job nicht vergleichbar. "Meine jetzige Position ist vielleicht nicht so verantwortungsvoll wie früher, trotzdem hoffe ich, dass ich einiges bewerkstelligen kann." Allzu viel kann Wohlfahrt seinen Schützlingen allerdings allein schon aufgrund der kurzen Dauer von Team-Zusammenkünften nicht beibringen. "Außerdem sehe ich es nicht als große Aufgabe, unsere Goalies zu entwickeln, die sind schon im fertigen Stadium (Anm.: Alexander Manninger und Jürgen Macho sind 31, Michael Gspurning 27). Es geht eher darum, die Betreuung optimal zu gestalten", erklärte der ehemalige Stuttgart-Legionär.

Privater Ansprechpartner
Er wolle für die Tormänner auch als privater Ansprechpartner - etwa in der Frage von Vereinswechseln - zur Verfügung stehen und künftig verstärkt auf die psychologische Komponente setzen. "Man muss sich fragen, wie man die Torleute am besten mental betreut." Doch nicht nur auf A-Level, auch im Nachwuchs-Bereich soll bei Goalies das Mentaltraining verstärkt werden.

"Bei den 14- bis 18-jährigen macht es sicher viel Sinn, in diesen Bereich reinzugehen", betonte Wohlfahrt, der im ÖFB auch in der Talente-Ausbildung tätig sein wird und parallel dazu den niederösterreichischen Gebietsliga-Verein ASV Baden betreut. "Aber Terminprobleme gibt es nicht. Ich trainiere in Baden nur dreimal die Woche ab 19.00 Uhr, da ist das ÖFB-Gebäude schon geschlossen."

"Alex hat die besten Karten"
Sein erstes Training mit dem Nationalteam ging im GAK-Trainingszentrum ohne Gspurning über die Bühne, weil ein Flieger des Xanthi-Legionärs gestrichen worden war und der Steirer deswegen erst gegen 19.00 Uhr in Graz eintraf. Der 27-Jährige wird aber gegen Schweden wohl ohnehin nur auf der Bank sitzen, schließlich gilt derzeit Manninger als Nummer eins. "Im Moment hat Alex die besten Karten. Aber es kann sich natürlich immer etwas ändern, und die Entscheidung trifft der Teamchef."

Manninger war ab 2002 der unmittelbare Nachfolger von Wohlfahrt im ÖFB-Tor. "Sein Beginn war mein Ende", schmunzelte der Betreuer und freute sich schon auf die künftige Arbeit mit dem Juventus-Spieler. "Wir werden eine klasse Basis haben, weil wir uns gut kennen. Dass er bei Juventus - einem der größten Vereine der Welt - spielt, ist eine super Sache."

Wohlfahrt macht sich für Macho stark
Wohlfahrt war in die Nominierung der drei Goalies eingebunden und hat sich laut eigenen Angaben für eine Berücksichtigung von Macho starkgemacht, "weil er von seiner Qualität her jederzeit in der Lage ist, für das Nationalteam zu spielen. Es war mein Wunsch, dass er dabei ist, man sollte auf ihn nicht vergessen".

Allerdings brachte es Macho in der laufenden Saison nur auf zwei Pflichtspiele für seinen Club AEK Athen, und auch Manninger droht nach der Genesung von Gianluigi Buffon bis Saisonende die Ersatzbank. Nur Gspurning hat in Griechenland keine diesbezüglichen Sorgen und könnte deswegen seine Chancen aufs Einserleiberl in den kommenden Monaten verbessern, wie auch Wohlfahrt weiß. "Gspurning ist bei Xanthi eine fixe Größe."

(apa/red)