1,2 Millionen Jahre alt: Spanier entdecken einen Backenzahn des ältesten Europäers

Forschern gelingt Entdeckung im Norden Spaniens

Spanische Forscher haben Überreste des ältesten Europäers gefunden. Wie die Zeitung "El Pais" berichtete, handelt es sich dabei um den vorderen Backenzahn eines Menschen, der vor 1,2 Millionen Jahren in Nordspanien gelebt hat. Der Zahn wurde an einer Ausgrabungsstelle im Gebirge der Sierra de Atapuerca in der Provinz Burgos entdeckt.

Dort hatten die Forscher schon 1994 Überreste eines Menschen gefunden, der bisher als der älteste Bewohner Europas gegolten hatte, der der Wissenschaft bekannt war. Die Forscher ordneten diesen Menschen, der vor 800.000 bis 900.000 Jahren gelebt hatte, der Art des "Homo antecessor". Zu welcher Art der neue Fund gehört, ist noch nicht bekannt. "Vielleicht handelt es sich um einen Vorfahren des Homo antecessor, aber das können wir noch nicht bestätigen", sagte der Wissenschafter Jose Maria Bermudez de Castro der Zeitung.

Die Schätzung des Alters der Fundstelle auf 1,2 Millionen Jahren sei sehr konservativ. "Vielleicht ist der Zahn noch älter." Der Fund zeige, dass der europäische Kontinent erheblich früher von Menschen besiedelt worden sei, als man bis vor kurzem angenommen habe. "Bis Anfang der neunziger Jahre war man noch davon ausgegangen, dass die ersten Europäer vor 500.000 Jahren gelebt hatten", sagte Bermudez de Castro.

(apa)