1,1 Billionen Dollar gegen die Finanzkrise:
G-20 einigen sich auf riesiges Hilfspaket

US-Präsident Obama spricht von "Wendepunkt" Steueroasen: Österreich nicht auf Schwarzer Liste

1,1 Billionen Dollar gegen die Finanzkrise:
G-20 einigen sich auf riesiges Hilfspaket © Bild: Reuters/Martinez

Im Kampf gegen die Weltwirtschaftskrise haben sich die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer auf ein Maßnahmenpaket nie dagewesener Größenordnung geeinigt. Die G-20-Staaten stellen zusätzlich 1,1 Billionen Dollar zur Verfügung, wie der britische Premier Brown am Donnerstag nach dem Gipfel in London sagte. Bis Ende 2010 werden fünf Billionen Dollar zur Ankurbelung der Wirtschaft ausgegeben.

Aus den Beschlüssen gehe eine "neue Weltordnung" hervor, sagte Brown in seiner Abschlusserklärung. Auch die deutsche Bundeskanzlerin Merkel würdigte die Beschlüsse als "historischen Kompromiss in einer einzigartigen Krise". Alle hätten gut zusammengearbeitet, ganz besonders bemüht habe sich US-Präsident Obama.

Geldregen für den IWF
Die G-20-Gruppe einigte sich auf dem Gipfel unter anderem darauf, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und anderen Finanzorganisationen mehr als eine Billion Dollar zur Verfügung zu stellen. Allein das Kapital des IWF wird auf 750 Milliarden Dollar verdreifacht. Der IWF soll außerdem seine Goldreserven verkaufen, um Hilfen für die ärmsten Länder bereitzustellen, die besonders unter der Finanz- und Wirtschaftskrise leiden.

Österreich nicht auf Schwarzer Liste
Steueroasen sollen künftig auf eine Schwarze Liste gesetzt werden. Die Liste, die noch am Abend von der OECD vorgelegt wurde, umfasst jedoch nur vier Länder: Costa Rica, Malaysia, die Philippinen und Uruguay. Andere Finanzzentren wie Österreich, Luxemburg und die Schweiz stehen auf einer separaten Liste von Ländern, die noch nicht alle international vereinbarten Standards umgesetzt haben.

Strengere Finanzregeln
Die versammelten Staats- und Regierungschefs verständigten sich zudem auf strengere Regeln für die internationalen Finanzmärkte. Dazu zählen unter anderem "neue Regeln" für Managergehälter und Bonuszahlungen, wie Brown mitteilte. Sonderzahlungen für riskante Finanzgeschäfte waren von einigen Gipfelteilnehmern als einer der Gründe für die Finanzkrise angeprangert worden. Die Boni sollen in Zukunft an längerfristige Erfolge gebunden werden.

Auch die Schaffung eines neuen weltweiten Kontrollgremiums wurde beschlossen. Diese Instanz soll die grenzübergreifende Zusammenarbeit bei der Identifizierung von Risiken auf den Finanzmärkten verbessern.

Gemeinsam mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) soll "das Frühwarnsystem geschaffen werden, das die neue Weltwirtschaft benötigt", so Brown. Es sei notwendig, dass die Welt alles unternehme, um wieder Vertrauen aufzubauen und sicher zu stellen, dass sich eine solche Krise nicht wiederhole.

Obama: "Wendepunkt" der Krise
Obama würdigte die Ergebnisse des Gipfels als "Wendepunkt" der Krise. IWF-Chef Strauss-Kahn sprach von dem "größten Konjunkturpaket, das jemals beschlossen wurde". Auch Finanzminister Pröll begrüßte die Entscheidung des G-20-Gipfels. UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon begrüßte die in Aussicht gestellten Hilfen für ärmere Länder.

(apa/red)

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BLABLABLA alle wollen etwas GEGEN die krise unternehmen,aber niemand etwas FÜR ein friedliches zusammenleben!Das ist das Problem!

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