"1.000 Tote am Tag": Vereinte Nationen fordern mehr humanitäre Hilfe für Kongo

Kein Trinkwasser: Ganze Familien werden ausgelöscht Menschen sterben an behandelbaren Krankheiten

Die Vereinten Nationen haben die internationale Staatengemeinschaft zu mehr humanitärer Hilfe für den Kongo aufgefordert. Ungeachtet der Unterstützung für die Wahlen in dem zentralafrikanischen Land kämen dort jede Woche tausende Zivilisten durch Unterernährung und Krankheit ums Leben, bemängelte die UN-Koordinierungsstelle für humanitäre Hilfe am Dienstag.

Bisher hätten die Geberländer nur gut ein Drittel des Betrags von 668 Millionen Dollar (525 Mio. Euro) zur Verfügung gestellt, um den die Vereinten Nationen im Februar zur Verbesserung der Lage im Kongo gebeten hatten. Nach UN-Angaben wird diese Summe benötigt, um Millionen Menschen mit Lebensmitteln, Wasser, Gesundheitsfürsorge, Bildung und Sicherheit zu versorgen.

Ganze Familien würden ausgelöscht, weil sie keinen Zugang zu Trinkwasser hätten und an leicht behandelbaren Krankheiten wie Malaria, Atemwegserkrankungen und Durchfall litten, berichtete die UN-Behörde. Die Kindersterblichkeit sei 34 Mal so groß wie in entwickelten Ländern, und 1,66 Millionen Menschen seien Flüchtlinge im eigenen Land. Nach Angaben von Helfern sterben pro Tag mehr als 1.000 Menschen an den Folgen des Mangels.

Im Kongo hatte es Ende Juli erstmals seit 40 Jahren freie Präsidenten- und Parlamentswahlen gegeben. Die internationale Gemeinschaft unterstützte dies mit mehr als 450 Millionen Dollar. Seit Beginn des Bürgerkriegs 1998 starben in dem Land mehr als vier Millionen Menschen, die meisten davon an Hunger und Krankheit. (apa/red)