1:0-Sieg im Test Polen gegen Albanien:
Coach Beenhakker war damit sehr zufrieden

70 bis 80 Prozent der EURO-Startelf waren eingesetzt Besonders erfreut war der Trainer über die Defensive

1:0-Sieg im Test Polen gegen Albanien:
Coach Beenhakker war damit sehr zufrieden © Bild: AP/Roland

Nicht nur den angereisten Fans sind die Leistungen des polnischen Nationalteams im "Länderspiel-Doppelpack" wie Tag und Nacht vorgekommen. Einem aufgrund eines späten Elfmeters schon glücklichen 1:1-Remis gegen Mazedonien folgte ein trocken heruntergespielter, aber souveräner 1:0-Erfolg gegen Albanien. Augenscheinlich wurde vor allem der große Unterschied zwischen Polens zweiter und erster Garnitur.

"Ich bin nicht beunruhigt, weil das normal ist", meinte Teamchef Leo Beenhakker nach der zweiten Partie in Reutlingen auf den Qualitätsunterschied zwischen den beiden Partien angesprochen. "Das Spiel ist heutzutage sehr schnell und gegen Mazedonien waren acht von zehn Feldspielern damit überfordert." Gegen Albanien hätte er hingegen auf "70 bis 80 Prozent der Startelf" zurückgegriffen, was sich auch auf die Leistung der durch einen frühen Treffer von Kapitän Maciej Zurawski (3.) erfolgreichen Osteuropäer niederschlug.

"In einer Gruppe von 23 Spielern gibt es immer Schlüsselspieler, Spieler, die den Unterschied ausmachen können, und welche, die bei einer Verletzung eines anderen einspringen. Kein Land hat 23 Spieler auf demselben Level, das ist unmöglich", urteilte der niederländische Trainerfuchs. Dass das Ergebnis gegen eine harmlose albanische Mannschaft höher hätte ausfallen können, beunruhigte Beenhakker nicht: "Das Ergebnis ist egal, wir kümmern uns nicht darum. Wichtig war, dass wir Kontrolle über das Spiel hatten, in der Defensive solide gestanden sind und im Mittelfeld gut kombiniert haben".

Dudka und Lewandowski besonders stark
In den zentralen Positionen hoben sich dabei Dudka und vor allem Lewandowski hervor. Der 29-Jährige von Schachtjor Donezk gefiel als Rackerer und Ballverteiler, sein Nebenspieler stopfte Löcher in der Defensive. Unauffällig blieb bei seinem Länderspiel-Debüt hingegen der eingebürgerte Brasilianer Roger, der seine offensiven Fähigkeiten als hängende Spitze unter Beweis stellen sollte. Mit diesem vorsichtig geprägten 4-4-1-1 könnte Polen auch beim Auftaktspiel gegen Deutschland sein Glück versuchen. Offenkundig war Beenhakker auch ohne seinen Einser-Torhüter Boruc bedacht, die Partie gegen Albanien in erster Linie "zu Null" zu absolvieren: "Hundert Prozent Leistung kann man noch nicht erwarten."

An der Verletztenliste der "Kadra" änderte sich auch nach dem Spiel gegen eine kämpferische Albanien-Elf nichts. Der weiterhin geschonte rechte Flügelspieler Blaszczykowski absolviert individuelles Training, um gegen Deutschland vielleicht doch noch fit zu werden. Beim wegen einer Oberschenkelblessur am Dienstag bereits nach acht Minuten ausgewechselten Innenverteidiger Zewlakow sei nach einer ersten Untersuchung "nichts Schlimmes" festzustellen.

Nach intensivem Kondi-Training in Donaueschingen legt Beenhakker ("Unsere Helden sind müde") ab sofort das Hauptaugenmerk auf Balltraining. Nach der Kaderreduktion auf 23 Spieler verabschiedet sich die polnische Auswahl vor der Anreise ins Camp nach Bad Waltersdorf von den heimischen Fans noch mit einem Heimspiel gegen Dänemark. (apa/red)

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