0,2 Prozentpunkte Vorsprung: Biometrische Pässe in der Schweiz knapp angenommen

Schweizer stimmen Einführung der strittigen Pässe zu Bei einem Nein w#re Schengen-Austritt fällig gewesen

0,2 Prozentpunkte Vorsprung: Biometrische Pässe in der Schweiz knapp angenommen © Bild: APA/DPA

Die Schweizer haben der Einführung der umstrittenen biometrischen Pässe bei einer Volksabstimmung mit hauchdünner Mehrheit zugestimmt. 50,1 Prozent der Bürger stimmten dafür, 49,9 dagegen. Wenige tausend Stimmen gaben zum Schluss den Ausschlag: Die Vorlage wurde mit 953.136 gegen 947.632 Stimmen angenommen. Damit handelte es sich um eines der knappsten Ergebnisse seit 1848.

Nun werden künftig auch Schweizer Pässe stets mit einem Chip versehen, auf dem ein Foto und Fingerabdrücke des Passinhabers gespeichert sind. Nach dem Schengen-Abkommen muss die Schweiz den biometrischen Pass ab März 2010 einführen. Das Land ist seit 12. Dezember 2008 Schengen-Mitglied. Ein Nein hätte bedeutet, dass die Schweiz hätte wieder ausscheiden müssen. Alle EU-Länder stellen mittlerweile biometrische Pässe mit einem elektronischen Foto aus - freiwillig tun dies auch Großbritannien, Irland und Dänemark, die sich nicht an der EU-Verordnung über Pässe und Reisefreiheit beteiligen.

Bei der EU nahm man das Ja erfreut zur Kenntnis. Die Gegner haben das knappe Ja als eine Verpflichtung zu höchstem Datenschutz bei der zentralen Fingerabdruck- und Gesichtsbild-Speicherung gewertet. Die Schweizer Bundesrat (Regierung) und die anderen Befürworter warnten davor, die Zugehörigkeit zum Schengen-Raum infrage zu stellen.

(apa/red)