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Wie man das Blech
von der Straße bekommt

Wie man das Blech
von der Straße bekommt © Bild: iStockPhoto.com/Juergen Bosse

Es geht um mehr als ein "Ländermatch" österreichischer und deutscher Politiker rund um den Transitverkehr. Es geht um eine Grundsatzfrage: Wie wollen wir den Verkehr der Zukunft gestalten, damit Mensch und Natur überleben können und (fast) alle zufrieden sind? So schwer wäre das nicht.

Zu Fuß hätte Fritz Gurgiser die zehn Kilometer von Maurach nach Wiesing im Tiroler Achental wohl schneller geschafft. Mit dem Auto waren es zuletzt knapp sechs Stunden. "Da muss man sich ja nur mehr auf den Kopf greifen. Das ist einfach eine Respektund Verantwortungslosigkeit. Die Leute bekommen es mit der Angst zu tun. Man muss im Dorf bestimmte Wege mittlerweile mit Feuerwehr und Security freihalten, weil man als Bewohner sonst nicht einmal mehr einkaufen gehen kann. So ist es am Brenner, im Bereich Kufstein, in Fügen, am Fernpass, im Wipptal und im Zillertal sowieso", schimpft er -und dessen wird er seit über dreißig Jahren nicht müde. Jetzt sagt er, sei er im "Unruhestand" und werde zur Hochform im Kampf gegen den Transitverkehr auflaufen.

Nach 30 Jahren als Aktivist gegen die Blechlawinen in seiner Heimat bekommt Gurgiser dieser Tage sogar Unterstützung aus jenen politischen Lagern, die ihn bisher eher als radikalen Aufrührer gesehen haben. Die Tiroler Landesregierung erließ ein Fahrverbot auf jenen "Nebenstraßen", über die Reisende gen Süden bisher dem großen Stau ausweichen wollten. Mit dem Effekt, dass auch dort nichts mehr geht und die ohnehin schon von Blechlawinen geplagten Anrainer endgültig überrollt werden. An manchen starken Reisewochenenden können sie kaum vor die Tür, man fürchtet den Notfall: dass man womöglich die Rettung oder die Feuerwehr braucht. Nicht einmal die hatte freie Fahrt.

Nun reicht es auch den Politikern. Jenen in Österreich sowieso, aber - wenn auch aus anderen Gründen -auch jenen in Deutschland, die nun überlegen, vor europäischen Gerichten freie Fahrt für ihre Bürger einzuklagen. Dabei sollten Verkehrspolitiker eigentlich auf beiden Seiten überlegen, wie man das Blech von der Straße bekommt. Während im Wahlkampf 2019 darüber diskutiert wird, ob Batterien oder Wasserstoff der Antrieb der Zukunft wird, leidet man auf den Straßen an der schieren Zahl der Autos und nicht nur an deren Abgasen.

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