Scientology

vonCarina Pachner
Dienstag, 10. Juli 2012

Mysteriöser Todesfall

  • Sohn von Präsident Heber Jentzsch stirbt im Juli 2012 im Alter von 27 Jahren
 

Ein mysteriöser Todesfall in der umstrittenen Organisation Scientology ist nun ans Licht gekommen: Alexander Jentzsch, der Sohn von Scientology-Präsident Heber Jentzsch (76), ist am 3. Juli 2012 verstorben - unter ungeklärten Umständen. Der 27-Jährige war Mitglied der paramilitärischen Scientology-Kaderschmiede "Sea Org". Zu jener Organisation sollte auch die Tochter von Tom Cruise, Suri Cruise, in ein irres Bootcamp geschickt werden.

Der verstorbene Alexander Jentzsch lebte im "Sea Org"-Hauptquartier in Los Angeles, wie Wilfried Handl, der Ex-Chef von Scientology Österreich, in seinem Blog schreibt. Die Behörden haben den Tod offiziell bestätigt. Jentzsch wurde in der Wohnung seiner Schwiegereltern tot aufgefunden.

Tod geheim gehalten
"Er hatte hohes Fieber und am nächsten Morgen war er eiskalt und tot", sagte seine Mutter Karen de la Carriere gegenüber der US-Zeitung "Village Voice". Sie war mit Scientology-Präsident Heber Jentzsch verheiratet. Laut der Mutter wollte Scientology den Tod ihres Sohnes geheim halten. Obwohl er bereits einen Tag lang im Leichenschau gelegen habe, sei sie von niemandem über das Ableben des 27-Jährigen informiert worden, so de la Carriere.

Vor zwei Jahren sei ihr Sohn vom Scientology-Geheimdienst "O.S.A." ("Office Of Special Affairs") gezwungen worden, den Kontakt abzubrechen. Als exkommuniziertes Mitglied war Karen de la Carriere jegliche Kommunikation mit ihrem Kind untersagt, wie "Village Voice" berichtet.

Vom Tod ihres Sohnes hat sie nur durch Zufall erfahren: Die Frau von Alexander Jentzsch hat via Facebook andere Scientologen über den Trauerfall verständigt. Der ehemalige Scientology-Sprecher Mike Rinder - er ist zur Abspaltung "Scientology Independent" übergetreten - ist auf die Einträge gestoßen und hat daraufhin die Mutter informiert.

Lange Liste der Verschwundenen
"Sie werden es auch Heber nie erzählen", ist sich de la Carriere sicher. Ihr Ex-Mann ist seit 1982 Präsident der Scientology Church International und hat dieses Amt formell immer noch inne, er gilt jedoch seit 2004 als verschwunden. Seitdem hat ihn niemand mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Und er ist nicht der Einzige. In die lange Liste von Verschwundenen und Todesfällen reiht sich auch die Frau von Scientology-Führer David Miscavige ein. Shelly Miscavige ist seit 2007 wie vom Erdboden verschluckt. Ex-Scientologe Wilfried Handl vermutet, dass Heber Jentzsch und Shelly Miscavige in Ungnade gefallen sind und nun "entweder in einem "Loch" des scientologischen Straflagers "Rehabilitation Project Force" (RPF) dahinvegetieren oder anderweitig unter Verschluss gehalten werden", wie er schreibt.

Ein ähnliches Schicksal soll die Aufpasserin von Katie Holmes, Jessica Feshbach, erlitten haben. 2005 wurde sie die Assistentin der Hollywood-Schauspielerin, ab 2009 hat man Feshbach jedoch nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Damals wurde sie zur Scientology-Sprecherin ernannt, wie Handl berichtet. Gerüchten zufolge soll sie an Leukämie erkrankt sein und sich bereits im Endstadion befinden. Handl geht in seinem Blog nun davon aus, dass man Feshbach "in aller Stille sterben lässt".

Weiterführende Links:
Blog von Wilfried Handl
"Village Voice"

10.7.2012 19:24
Autor:Carina Pachner


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