Scientology
Die Krake
- Niederlassungen in aller Welt - Auch in Österreich ist die umstrittene Organisation tätig

Ihre Arme sind überall auf der Welt verstreut, auch in Österreich hat die Krake Scientology mehrere Sitze. Insgesamt wird die Mitgliederzahl weltweit auf 150.000 geschätzt. Die Scientologen selbst sprechen hingegen von über 10 Millionen Anhängern. Die Mitgliederliste der stark umstrittenen Organisation reicht von berühmten Promis wie Tom Cruise und John Travolta bis hin zum österreichischen Normal-Bürger.
In Österreich wird die Zahl der Mitglieder auf rund 300 bis 600 aktive Scientologen geschätzt. Zentren der Organisation befinden sich in Wien (23. und 6. Bezirk), in Salzburg und Wolfsberg (Kärnten).
Religion für Geld
Gegründet wurde die Sekte in den 1950er Jahren von dem Science-Fiction-Autor Lafayette Ron Hubbard (1911-1986). Noch vor der Gründung erklärte er: "Es wäre töricht für einen Penny pro Wort zu schreiben. Wenn ein Mann wirklich eine Million Dollar machen will, ist der beste Weg dazu, seine eigene Religion zu gründen."
Schließlich wurde 1955 in Washington D.C (USA) die erste Scientology-Kirche erbaut. Hubbards erklärtes Ziel war es also Religion zu Geld zu machen. Und das wollte er mit verschiedenen Methoden der Psychotherapie, die er sich zu eigen machte, zusammenfasste und erweiterte. Dem ganzen hat er den Namen "Dianetik" gegeben, die Grundlage seiner religiösen Bewegung.
Anerkannt und unter Beobachtung
Und Hubbards Taktik geht auf. Heute besitzt Scientology Niederlassungen in den USA, Asien und fast allen europäischen Ländern. In den USA sind große Teile der Scientology Kirche als Religionsgemeinschaft anerkannt. Ein großer Vorteil für die Organisation, spart sie sich doch so die Steuerzahlungen. Auch in Spanien, Portugal, Argentinien, Schweden, Kroatien, Taiwan, Italien, Ungarn und Slowenien gilt Scientology als Religionsgemeinschaft und ist somit von der Steuer befreit. In Österreich ist die Sekte nicht als eigene Religion anerkannt, jedoch wurde der 2002 der gemeinnützige Charakter der Scientology-Kirche in Wien bestätigt, seitdem ist die Sekte auch bei uns von Steuern befreit.
In vielen Ländern gilt die Organisation jedoch als stark umstritten. Vor allem in Deutschland und Frankreich wird Scientology als Sekte eingestuft. In zahlreichen deutschen Bundesländern steht die Organisation unter Beobachtung des Verfassungsschutzes.
Klage gegen Ex-Chef von Scientology in Österreich
In Österreich hat die Sekte erst vor kurzem wieder für Schlagzeilen gesorgt: Im Juni 2012 hat die Hackergruppe AnonAustria einen großen Teil des Mailverkehrs von Scientology Österreich veröffentlicht. Die Sekte schreitet kurz danach ein und klagt nun gegen die Veröffentlichung der Mails. Auch Wilfried Handl, der Ex-Chef von Scientology Österreich und heute einer der schärfsten Kritiker der Organisation, hat auf seinem Blog geleakte Mails veröffentlicht. Scientology fordert von ihm nun eine Strafe von 10.000 Euro pro Mail. Nachdem Handl sich weigerte eine Erklärung abzugeben, keine weiteren Mails mehr zu veröffentlichen, brachte die Sekte einen Antrag auf einstweilige Verfügung inklusive einer Klage ein. Brisantes Detail: Durch die Veröffentlichung der Daten ist ans Licht gekommen, dass ein Arzt offenbar Daten von Patienten an Scientology weitergeben sollte.
Weiterführender Link:
Blog von Wilfried Handl
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