Wolfgang Ambros

vonapa/red
Montag, 19. März 2012

Happy Birthday, Wolferl

  • Der "Godfather des Austropop" feiert heute 60er - neues Album kommt im April
 

Wenn man dem vielzitierten, aber von Künstlern ebenso viel gehassten Austropop ein einziges Gesicht zuordnen müsste, wäre das von Wolfgang Ambros keine schlechte Wahl. Denn mit dem "Hofa" läutete der Sänger 1971 eine neue Ära ein und startete zugleich seine turbulente Karriere, die Klassiker wie "Schifoan" und "Es lebe der Zentralfriedhof" hervorbrachte. Der 1952 im niederösterreichischen Wolfsgraben geborene Ambros wird heute 60. Sein neues Album "190352" folgt am 20. April.

Ambros polarisiert: mit Liedern, die von Genialem wie "Zwickt's mi", "Gezeichnet fürs Leben" und "Tagwache" bis zu (trotzdem erfolgreichen) Verfehlungen wie "Idealgewicht" und "Du verstehst mi net" reichen, mit gewaltigen, in diesem Land unerreichten Platten ("Weiß wie Schnee", "Schaffnerlos") und weniger coolen Spätwerken ("Mann und Frau", "Äquator"), aber auch mit seinem oft grantigen Erscheinungsbild, das Biografen als "authentisch" und "nicht angepasst" beschreiben. Für Schlagzeilen sorgte außerdem wiederholt sein Privatleben - von einem fatalen Bootsunfall bis zum handfesten Zwist mit Kollegen Rainhard Fendrich.

Wiederholt von Schule geflogen
Keiner ist wie Wolfgang Ambros. Geboren als Sohn eines Volksschuldirektors und einer Lehrerin fliegt der "Wolferl" wiederholt von der Schule, landet für ein Jahr in London, arbeitet 1971 in einem Plattengeschäft in der Wiener Innenstadt und singt am Abend am Theseustempel im Volksgarten - u.a. "Da Hofa", ein vertontes Gedicht von seinem alten Klassenkameraden Joesi Prokopetz. Über Vermittlung einer Kundin im Plattengeschäft wird daraus eine Single, die sich 30.000 Mal verkauft und sich an die Spitze der Austro-Charts setzt.

Erstes Album 1972
"Nach dem 'Hofa' hat uns die Eingebung aus dem Nichts heraus besucht. Text, Musik, Lied. Es flog daher wie etwas auf durchsichtigen Schwingen", erzählt Ambros in seiner Autobiografie (Ueberreuter). So erscheint 1972 das erste große Ambros-Album "Alles andere zählt net mehr..." (mit "Du bist wia die Wintersun"). Im selben Jahr entsteht die Urversion des Musicals "Watzmann", eine perfekte Zusammenarbeit von Ambros, Prokopetz und "Cafe Hawelka"-Bekanntschaft Fredi Tauchen.

Durchbruch mit "Zentralfriedhof"
Nur kurz dauert 1973 das Gastspiel des jungen Künstlers beim Bundesheer, doch sein präziser Erfahrungsbericht in Form der Abrüsterhymne "Tagwache" spricht bis heute Jungmännern aus der Seele. Beim Erscheinen erntet das Lied Rundfunkboykott. "Es lebe der Zentralfriedhof", das vielleicht beste LP-Stück Austropop überhaupt, bringt ihm den endgültigen Durchbruch. Ambros liefert präzise Beschreibungen der österreichischen Seele und nimmt mit dem von Freund Georg Danzer komponierten "Heite drah i mi ham" thematisch den Grunge vorweg. Es folgen kreative Höhenflüge und gefeierte Tournee, seine Band "No.1 vom Wienerwald" nimmt Gestalt an, Bob Dylan wird auf "Wie im Schlaf" "verwienert" und bringt den ersten Durchbruch in Deutschland.

Dreifacher Vater
Am 19. März 1982 heiratet Ambros "seine" Margit, Sohn Matthias kommt einen Monat später zur Welt. 2004 lässt sich das Paar scheiden. Im Mai 2010 werden Ambros und seine neue Partnerin Anne Reger Eltern von Zwillingen.

19.3.2012 10:04
Autor:apa/red

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