Akademikerball
Boku-Ball muss FPÖ weichen
- Veranstaltung der Uni wurde ohne Vorwarnung verlegt. Erboster offener Brief als Protest

·Die Gegenveranstaltung
Ostermayer, Rudas, Deutsch & Co. treten gegen Burschenschafter-Gedenken auf
·Kritik reißt nicht ab
IKG-Deutsch über FPÖ: "Die Abgrenzung zum Rechtsextremismus gibt es nicht"
·"Sind die neuen Juden"
FPÖ-Chef Strache beklagt sich über Angriffe auf Burschenschafterbuden
·Straches ominöses Treffen im "Ausland"
Medienberichte: Rechts-Gipfel fand nie statt
·Straches Treffen fand
angeblich nicht statt
"profil": Rechtsparteien dementieren Gipfeltreffen
·"Totengedenken":
Wo war Strache?
Absage des FPÖ-Chefs
sorgt für Rätselraten
·Knallkörper beim
"Totengedenken"
Heftige Proteste gegen
"Nazi-Aufmarsch" - Bilder
Erst im Dezember beschloss die Betreiber-Gesellschaft der Hofburg, den umstrittenen WKR-Ball ab 2013 aus den imperialen Räumen zu verbannen. Der Grund: Der Ball des Wiener Korporationsring war nicht nur die Feier der Burschenschafter, sondern zugleich ein Treffen rechtsextremer und deutschnationaler Größen aus ganz Europa. Heuer rief das besonders viele Proteste hervor, da der Ball am Ausschwitz-Gedenktag stattfand. Die FPÖ auf dem Korportierten-Ball stets prominent vertreten ließ die Verbannung nicht auf sich sitzen und meldete für den 1. Februar 2013 einen Akademikerball in der Hofburg an. Sie bekam die Räume. Die israelitische Kultusgemeinde und SOS Mitmensch protestierten heftig.
Nun regt sich auch Protest von unerwarteter Seite: Der Rektor und die Hochschülerschaft der Universität für Bodenkultur schrieben heute einen erbosten offenen Brief an die Hofburg-Betreiber. Der Grund: Ohne Vorwarnung oder Information wurde der Ball der Uni zugunsten der FPÖ um eine Woche vorverlegt. Der Boku-Ball findet traditionell zu Semesterende statt, das Datum für 2013 war seit fünf Jahren fixiert und bereits an Gäste kommuniziert. Von der Verschiebung erfuhr die Uni nur durch Zufall aus einem E-Mail-Anhang. Rektorat und ÖH wehren sich nun gegen die offensichtliche und unkommentierte Bevorzugung anderer Veranstalter.
Daniel Böhm, Vorsitzender der ÖH Boku, sagt dazu: Offenbar sind deutschnationale Burschenschafter unter dem Deckmantel eines ,Akademikerballs wichtiger als Studierende der Bodenkultur, die den größten Uni-Ball Österreichs feiern wollen. Dieses Vorgehen zeigt, wie tief immer noch rassistische, antisemitische und sexistische Tendenzen in unserer Gesellschaft verwurzelt sind.
Die FPÖ wies jeden Zusammenhang ihres neuen Akademikerballs mit dem WKR-Ball zurück. Sie hat die Hofburg auch sonst als Veranstaltungsort für sich entdeckt: Im Juni findet dort der Landesparteitag statt.
