Austrian Airlines
Die Kampfpiloten
- Lufthansa muss sich selbst retten und stellt AUA in Frage. Angst vor Konkurs geht um.

·Streit um KV
Gewerkschaft und Management wollen sich für Verhandlungen an den Tisch setzen
Die Lufthansa verdammt ihre Tochter AUA zu eisernem Sparen und weckt damit Angst vor der Pleite. Den guten Kollektivvertrag hat der neue Boss Jaan Albrecht bereits gekündigt. Angeboten wird stattdessen die schlechtere Tyrolean-Variante. Dies ist "Plan B". Die Angst vor "Plan C" wächst aber: Das wäre dann der Konkurs.
Die Theorie ist nämlich, dass nach einer AUA-Pleite die Tyrolean zum Mini-Nachfolger wird und nur mehr einen kleinen Teil des Austrian-Netzes bedient. Eine Katastrophe für den Wirtschaftsstandort Österreich und den Flughafen Wien.
Die Lufthansa stößt sich vor allem an den 66 Verlust-Millionen aus dem Vorjahr und 64 Millionen-Miese im Jahr 2010. Anfang März muss deshalb ein großes Sanierungspakek präsentiert werden. Das Verständnis der Zentrale in Frankfurt ist enden wollend. Die AUA wird dort eher als kleine, unbeugsame Fluglinie gesehen. Deshalb redet man auch gar nicht von einem Umbau, sondern von einem Teilabriss und Neubau des Konzerns. "Es ist für die Lufthansa die letzte große Chance, um wettbewerbsfähig zu bleiben", gibt Lufthansa-Konzernvorstand Lauter zu Protokoll.
Schmerzhaft ist das Entstehen neuer Drehscheiben etwa in Dubai, Doha oder Istanbul. Bislang hatte der Langstreckenverkehr das defizitäre Europageschäft quersubventioniert.
Geringe Wertschätzung
"Es steht einiges auf dem Spiel. Angst macht, dass es auch um die Pension geht", erklärt Boeing-777-Kapitän Heinz Frühwirth, der seit 33 Jahren bei der AUA beschäftigt ist. Im europäischen Vergleich sieht er sich durchschnittlich gut bezahlt. Das ist für ihn aber nicht das Hauptthema. "Was wirklich stört in den immer wiederkehrenden Einsparungsdebatten, ist die mangelnde Wertschätzung für die Leistung, die man als Pilot zu erbringen hat, so Frühwirth, und er fügt hinzu: "Die Kündigung des Kollektivvertrages ist wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen."
Die Zeit läuft der AUA bei den Einsparungen davon. "Wenn man sich mit den Piloten einigt, folgen auch andere Sparten im Unternehmen", erzählt ein ehemaliger AUA-Pilot, nunmehr Berater von Fluglinien. Diese haben nämlich einen lizenzierten Job, man kann sie "nicht einfach ersetzen".
Kürzungen in der Technik
Einsparungspotenzial ortet der Berater vor allem bei der Technik." Die
Techniker bewegen sich überhaupt nicht, akzeptieren keine Änderungen, dieser Bereich ist generell überdimensioniert." Die Lufthansa-Technik scharrt in Budapest und Sofia schon in den Startlöchern. Eine tägliche Flottenwartung in Wien bleibt wohl trotzdem unabdingbar, wenn auch mit weniger Personal. Der Tyrolean-Standort Innsbruck samt Wartung der Turboprop-Flotte dürfte hingegen kaum in das strenge Sanierungskonzept passen.
Den ganzen Artikel und weitere Infos lesen Sie im aktuellen NEWS 08/12.
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