Austrian Airlines

vonKurt Hofmann, M. R. Leeb
Donnerstag, 23. Februar 2012

Die Kampfpiloten

  • Lufthansa muss sich selbst retten und stellt AUA in Frage. Angst vor Konkurs geht um.
Austrian Airlines • Die Kampfpiloten
 

Die Lufthansa verdammt ihre Tochter AUA zu eisernem Sparen und weckt damit Angst vor der Pleite. Den guten Kollektivvertrag hat der neue Boss Jaan Albrecht bereits gekündigt. Angeboten wird stattdessen die schlechtere Tyrolean-Variante. Dies ist "Plan B". Die Angst vor "Plan C" wächst aber: Das wäre dann der Konkurs.

Die Theorie ist nämlich, dass nach einer AUA-Pleite die Tyrolean zum Mini-Nachfolger wird und nur mehr einen kleinen Teil des Austrian-Netzes bedient. Eine Katastrophe für den Wirtschaftsstandort Österreich und den Flughafen Wien.

Die Lufthansa stößt sich vor allem an den 66 Verlust-Millionen aus dem Vorjahr und 64 Millionen-Miese im Jahr 2010. Anfang März muss deshalb ein großes Sanierungspakek präsentiert werden. Das Verständnis der Zentrale in Frankfurt ist enden wollend. Die AUA wird dort eher als kleine, unbeugsame Fluglinie gesehen. Deshalb redet man auch gar nicht von einem Umbau, sondern von einem Teilabriss und Neubau des Konzerns. "Es ist für die Lufthansa die letzte große Chance, um wettbewerbsfähig zu bleiben", gibt Lufthansa-Konzernvorstand Lauter zu Protokoll.

Schmerzhaft ist das Entstehen neuer Drehscheiben etwa in Dubai, Doha oder Istanbul. Bislang hatte der Langstreckenverkehr das defizitäre Europageschäft quersubventioniert.

Geringe Wertschätzung
"Es steht einiges auf dem Spiel. Angst macht, dass es auch um die Pension geht", erklärt Boeing-777-Kapitän Heinz Frühwirth, der seit 33 Jahren bei der AUA beschäftigt ist. Im europäischen Vergleich sieht er sich durchschnittlich gut bezahlt. Das ist für ihn aber nicht das Hauptthema. "Was wirklich stört in den immer wiederkehrenden Einsparungsdebatten, ist die mangelnde Wertschätzung für die Leistung, die man als Pilot zu erbringen hat“, so Frühwirth, und er fügt hinzu: "Die Kündigung des Kollektivvertrages ist wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen."

Die Zeit läuft der AUA bei den Einsparungen davon. "Wenn man sich mit den Piloten einigt, folgen auch andere Sparten im Unternehmen", erzählt ein ehemaliger AUA-Pilot, nunmehr Berater von Fluglinien. Diese haben nämlich einen lizenzierten Job, man kann sie "nicht einfach ersetzen".

Kürzungen in der Technik
Einsparungspotenzial ortet der Berater vor allem bei der Technik." Die
Techniker bewegen sich überhaupt nicht, akzeptieren keine Änderungen, dieser Bereich ist generell überdimensioniert." Die Lufthansa-Technik scharrt in Budapest und Sofia schon in den Startlöchern. Eine tägliche Flottenwartung in Wien bleibt wohl trotzdem unabdingbar, wenn auch mit weniger Personal. Der Tyrolean-Standort Innsbruck samt Wartung der Turboprop-Flotte dürfte hingegen kaum in das strenge Sanierungskonzept passen.

Den ganzen Artikel und weitere Infos lesen Sie im aktuellen NEWS 08/12.

23.2.2012 09:39
Autor:Kurt Hofmann, M. R. Leeb
JoTrollmann, 26. 02. '12 19:27
Was ich bis heute nicht verstanden habe
Warum die AUA, als Tochter ohne Strategieauftrag, neuerdings DREI statt früher ZWEI im "Executive Board" sitzen hat. Wohl auch eine Sparmaßnahme????

(Und wenn die Lufthansa der AUA nicht alle Zuckerl wie die besseren Strecken oder die Buchungsgebühren etc. weggenascht hätte, dann würde das Minus auch kleiner sein.)

Und ja, das Mitleid mit den besser bezahlten Piloten hält sich in Grenzen, nicht nur bei mir, sondern auch bei Teilen des Bodenpersonals.
born2flyaway, 24. 02. '12 18:52
Lufthansa und Ihre Töchter
Dieses Modell des Kunkurses der AUA und einer Übernahme durch die kleinere Tochter Tyrolean wurde schon vor Jahren, da allerdings sehr erfolgreich in der Schweiz praktiziert.
Man erinnere sich nur an den Niedergang der Staatsfluglinie Swissair, welche dann von, der kleineren Tocher "übernommen" wurde. Daraus wurde ein neues und modernes Luftfahrtunternehmen SWISS! Die Zeiten überbordender Personalstände im backoffice und niedrigen Ticketpreisen und alten Flugzeugen mit hohen Wartungskosten die sind nunmal endgültig vorbei!
Auch der Flughafen Wien wird daraus gestärkt hervorgehen, siehe Zürich Kloten!
Viennese, 24. 02. '12 12:21
Die Piloten der AUA
Nachdem in jahrelangen Diskussionen von der Seite der Gewerkschaft festgestellt wurde: " Mit uns nicht", kommt nun die Rechnung von der Mutterfirma Lufthansa. Die AUA ist bereits vor vielen Jahren einem Größenwahn unterlegen und wollten im Poker der Big Player mitspielen. ohne die notwendigen Ressourcen. Dies ständigen neuen Forderungen der Piloten ( weniger Arbeitszeit, mehr Gehalt) bringt die Airline zusammen mit einem schlechten Managment in die roten Zahlen. Die Lufthansa wird sich an die Verträge halten, bis zur Deadline. Dann ist die AUA weg. Denn ein Pilot mit 10 Dienstjahren hat bei der AUA ca.€20.000.-netto! Bei einer Arbeitsleitung von max. 25 Wochenstunden.Man sollte doch die Kirche im Dorf lassen. Ob diese Piloten einen gleich gut bezahlten Job noch woanders finden?
stabilis, 23. 02. '12 15:37
Betrug am Steuerzahler und der freien Marktwirtschaft
500 Mio EURO Subvention an die AUA vor dem Verkauf an die Lufthansa
Verkauf an Lufthansa für einige 100k EURO (proforma)
500 Mio EURO weitere Subvention damit Lufthansa das überhaupt kauft

Macht rund 1 MRD EURO für den Steuerzahler damit WAS erhalten bleibt?

Wenn die AUA pleite ist, hätte man Sie pleite gehen lassen sollen, gute Unternehmer wie Lauda o.a. hätten sofort diese Lücken geschlossen und ordentliche, sparsame und gut geführte Fluglinien in Wien etabliert.

Ganz ehrlich - es gibt Wien Flug Bedarf - und dieser volkswirtschaftliche Bedarf kann genutzt werden und gute Unternehmer fahren Gewinne ein.

AUA ist ein roter Staatsbetrieb, sinnlos aufgeblasen, viel zu teuer. Viel Personal hätte bei anderen Fluglinien unterkommen können, fertig.

Reiner Betrug am Steuerzahler! Sonst nix!
wall-e, 23. 02. '12 11:20
Wie soll es sonst sein
130 Mil minus in 2 Jahren muss man einmal verkraften.
Und dann stellen sich die Gewerkschafter hin und sagen, mit uns nicht.
Natürlich mit denen nicht. Der Schritt ist die logische Weiterentwicklung und war nur eine frage der Zeit.

Die AUA muss einfach einsehen, dass sie nur eine Abteilung in einem Großen Konzern ist. Und bestimmt wird nun einmal im Konzern.

Anders wäre es nur, wenn die AUA höchst profitabel wäre und Gewinne erwirtschaften würde. Dann wären die Freiheiten natürlich auch größer.
bimi1981, 23. 02. '12 12:59
Re: Wie soll es sonst sein
Blödsinn, die AUA stirbt seit 10 Jahren langsam dahin.... Grund Falsche Treibstoffstrategie.... zu lange versucht ohne Partner durchzukommen.... Und die Vergangenen Vorstände wahren auch nicht immer die Beste Wahl... Ötsch von Siemens????? Was wollte der Clown bei einer Airline.... der hätte bei seinen Waschmaschinen bleiben sollen.... Vorstandsmitglied Kleibel.... der alles was nur gegangen ist verscherbelt hat..... und dann wundern sich alle warum die AUA so scheisse dasteht.... Und der KV ist auch ein Schlarafenland....
wall-e, 23. 02. '12 17:26
Re: Wie soll es sonst sein
@bimi1981
Warum ist das dann ein Blödsinn?
Ich kann mich an unzählige Streiks in der Vergangenheit erinnern, als versucht wurde gegen zu rudern. Leider mit den Gewerkschaftern nicht möglich. Jetzt bekommen sie die Rechnung.

So Großkopfert muss man mal sein. Mit Ihnen nicht. Meiner Meinung hat die Lufthansa vollkommen recht. Weg mit dem Scherbenhaufen. Ausmisten mit allen verhinderern und dann, wenn möglich, neu hinstellen und abgespeckt neu anfangen. Zusätzlich könnte das den angenehmen Nebeneffekt haben, dass sich alle politisch motivierten Kasperle auch gleich vertschüssen können.