Finanzkrise
Island pfeift auf die Banken
- Drei große Institute einfach in Konkurs geschickt. Jetzt holt das Land wieder auf.

Dass Island zuletzt auch von der Ratingagentur Fitch von "BB+" auf "BBB-" hochgestuft wurde, mag unauffällig sein. Damit gilt Island allerdings wieder als vertrauenswürdig. Das ist bemerkenswert, war der Inselstaat doch noch vor wenigen Jahren so gut wie am Ende. Nur Milliardenkredite vermochten Island in letzter Sekunde zu retten. Eine erstaunliche Gleichgültigkeit gegenüber dreier riesiger Bankenkonkurse machte die rasche Genesung möglich.
Dabei war davor das Budgetdefizit auf 13,5 Prozent gestiegen, die Staatsverschuldung auf 130 Prozent des BIP explodiert und die Arbeitslosigkeit von einem auf neuen Prozent geklettert, wie "Die Presse" berichtet.
Aber Island interessierte sich erst gar nicht für die Rettung der drei Großbanken, die für die Katastrophe verwantwortlich waren. Mit einer kumulierten Bilanzsumme in Höhe des zehnfachen isländischen BIP wäre dies wohl sowieso unmöglich gewesen. Stattdessen schickte man alle drei in Konkurs und verhaftete deren Manager.
Aktionäre und ausländische Zeichner von Anleihen schauten durch die Finger, Garantien für für Verbindlichkeiten wurden nur für inländische Einlagen übernommen. Forderungen aus Norwegen und Großbritannien wurden zweimal per Volksabstimmung abgeschmettert.
Soziales statt Banken
Durch das Nicht-Befüllen des bodenlosen Bankenfasses blieb Island außerdem Raum, um trotz der harten Schnitte auch ein Sozialprogramm zu fahren, dass die Bevölkerung vor dem völligen Absturz bewahrt. Eins-zu-eins umzusetzen ist der isländische Weg für die Eurozone wohl kaum, als Anregung könnte er allerdings dienen. Immerhin haben die Isländer es geschafft, nach nur vier Jahren am internationalen Markt wieder einigermaßen ernst genommen zu werden.
