Falco

vonapa/red
Montag, 20. Februar 2012

Heute wäre er 55 Jahre alt

  • Sänger kam am 6. Februar 1998 bei einem Autounfall ums Leben
 

Falco wäre 55 Jahre alt geworden. Der Wiener Popstar kam am 6. Februar 1998 bei einem Autounfall ums Leben, und ist bis jetzt noch immer einer der erfolgreichsten Musiker unseres Landes. Auch wenn der Sänger nur 41 Jahre alt wurde, hinterließ er ein großes musikalisches Erbe.

Johann Hölzel wurde am 19. Februar 1957 in Wien geboren. "Er brüllte vom ersten Moment an sehr laut. Die Hebamme reichte mir das Kind mit den Worten: Hier, Frau Hölzel, da haben sie ihren Sängerknaben", zitiert Peter Lanz in seiner Falco-Biografie die Mutter, die zeitlebens Falcos wichtigste Vertrauensperson bleiben sollte. Nach der Trennung der Eltern wuchs Hans unter der Obhut seiner Mutter und seiner Großmutter auf. Mit 16 Jahren verließ er die Schule und hielt sich mit verschiedenen Gelegenheitsjobs über Wasser. Sein vorzeitig absolvierter Präsenzdienst machte ihm wesentlich mehr Spaß als ein Job bei der Pensionsversicherungsanstalt, den ihm seine Mutter besorgt hatte. Die von der Mutter für den Sohn erhoffte Beamtenkarriere war definitiv nichts für ihn.

Erste Musikauftritte
Hans Hölzel begann Bassgitarre zu spielen, besuchte kurzzeitig das Wiener Musikkonservatorium und übersiedelte für einige Zeit nach Berlin, wo er erste Musikauftritte absolvierte. In Wien spielte er Ende der siebziger Jahre mit der durchaus erfolgreichen Kommerzband "Spinning Wheel", aber auch beim "Ersten Wiener Musiktheater" (der späteren "Hallucination Company") und schließlich bei den "Drahdiwaberl" rund um Stefan Weber. Hier trat der Bassist, der sich - inspiriert durch den DDR-Skispringer Falko Weißpflog - nun Falco nannte und dazu immer mehr eine passende Kunstfigur schuf, erstmals auch als Sänger ins Rampenlicht. Die Nummer "Ganz Wien" fand sich auch auf der ersten Solo-LP des Falken, der 1982 erschienenen "Einzelhaft", die zu einem Riesenerfolg wurde. Von der Singleauskoppelung "Der Kommissar" wurden sieben Millionen Tonträger weltweit verkauft.

Der Höhenflug begann
Das zweite Album "Junge Römer" (1984) verkaufte sich schwächer als das Debüt, doch 1985 begann ein noch nie da gewesener Höhenflug: Die LP "Falco 3" und die Singles "Vienna Calling" und "Jeanny" wurden europaweit zum Verkaufsschlager, mit "Rock Me Amadeus" gelangte Falco als erster deutschsprachiger Popmusiker im März 1986 an die Spitze der US-Charts. Falco war auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Die Nachfolgealben "Emotional" (1986), "Wiener Blut" (1988), "Data De Groove" (1990) und "Nachtflug" (1992) konnten nie an die erreichten Erfolge anschließen. Erst das 1998 posthum veröffentlichte Album "Out of the Dark", an dem Falco bis zuletzt gearbeitet hatte, wurde wieder ein überragender Verkaufs-Hit.

Sehnsucht nach dem privaten Glück
Während die Kunstfigur Falco auch aus dem Widerstand gegen das kleinbürgerliche Milieu geschaffen wurde, sehnte sich Hans Hölzel offenbar mehr als er zugeben wollte nach privatem Glück. Dass er dieses immer nur kurzfristig erreichte - dafür war er, das war ihm nur allzu bewusst, auch selbst verantwortlich: Wenn ihn wieder einmal eine seiner rasch wechselnden Lebensgefährtinnen verlassen hatte, pflegte er auf die Frage nach dem Grund dafür selbstironisch zu antworten: "Na, ich natürlich!" Dass ein Vaterschaftstest nachwies, dass seine Tochter Katharina Bianca doch nicht von ihm war, traf ihn dennoch tief. Der Drogenkonsum, den er immer wieder auch zum Thema von Songs gemacht hatte ("Mutter, der Mann mit dem Koks ist da"), begleitete sein Leben und wohl auch seinen Tod.

Seine größte Niederlage
Die größte Niederlage im Leben von Hans Hölzel alias Falco sei sein Umgang "mit Alkohol und anderen Dingen" gewesen, als größten Erfolg wertet Horst Bork, ehemaliger Manager und Freund des verstorbenen Popstars, dass sich Falco von der Musikindustrie "nicht verbiegen" habe lassen. Und Falcos größter Alptraum? "Dass er auf der Bühne erschossen wird - diese Angst hatte er immer." Wien sei unterdessen immer "so eine Art Nährboden" gewesen, wusste der Neo-Autor zu berichten. "Wir waren auch immer wieder nah dran, nach L.A. zu ziehen - aber er hat immer gesagt: Was soll ich da drüben? Die Amerikaner haben keinen Schmäh. Ich bleib in Wien, respektive ich geh' nach Gars am Kamp."

Neue DVD von Falco
Zu diesem Anlass bringt Sony eine neue DVD-Box in den Handel. Diese enthält alle bisherigen Veröffentlichungen des Popsängers auf diesem Medium sowie den neuen Film "Falco 3 - Eine Spurensuche". Insgesamt besteht "Falco - Superstar & Rockidol" aus sechs Discs.

Die "Ultimate Edition" (Gesamtspielzeit rund 641 Minuten) bietet u.a. sämtliche Clips des Falken, die Biografie "Hoch wie nie", den Auftritt am Donauinselfest 1993 vor 100.000 Zusehern, aber auch eine ausführliche Dokumentation über den Poeten Falco. Ein Booklet mit Vorworten der Wegbegleiter Thomas Rabitsch und Rudi Dolezal rundet das Paket ab.

"Falco: Die Wahrheit. Wie es wirklich war - sein Manager erzählt" von Horst Bork, Schwarzkopf & Schwarzkopf, 352 Seiten plus Bildteil, ISBN 978-3-89602-921-8, Euro 20,50.

20.2.2012 08:50
Autor:apa/red
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