Sparpaket

vonapa/red
Montag, 13. Februar 2012

Bausparer zur Kasse bitte

  • Dank Förderkürzungen müssen Sparwillige mehr als Reiche für das Sparpaket zahlen
Sparpaket • Bausparer zur Kasse bitte
 

Die im Sparpaket geplante Reduktion der staatlichen Förderung beim Bausparen und der privaten Vorsorge löst weiter Kritik aus. Während die Solidarabgabe für Top-Verdiener lediglich 110 Mio. Euro einspielen soll, betragen die Förderkürzungen satte 119 Mio. Euro. Bausparkassen und Versicherungen warnen nun vor den Folgen für den privaten Wohnbau und die private Vorsorge.

An Bausparförderung ausgezahlt wurden im Vorjahr nach Angaben der Bausparkassen 114 Mio. Euro, nach 135 Mio. Euro im Jahr 2010. Der aktuelle Prämiensatz, der jährlich neu festgesetzt wird und sich am allgemeinen Zinsniveau orientiert, wurde für 2011 und auch für 2012 mit 3 Prozent festgelegt. Die Obergrenze liegt bei einer Einzahlung von 1.200 Euro im Jahr. Der maximale Zuschuss, der ab nun halbiert werden soll, beträgt derzeit somit 36 Euro.

30-fache der Prämien zurückgeflossen
Mit dem Bausparen werde der private Wohnbau unterstützt, im Vorjahr sei das 30-fache der staatlichen Prämien in die Wirtschaft zurückgeflossen, betonte heute eine Sprecherin der ABV, die derzeit den Vorsitz im Arbeitsforum österreichischer Bausparkassen (AÖB) innehat. Rund 17.000 Wohnungen seien finanziert worden. Die Bausparförderung sei nicht nur Sparförderung, sondern auch Wirtschaftsförderung, betonte s-Bausparkasse-Chef Josef Schmidinger.

Im Vorjahr gab es rund 5,18 Mio. Ansparkonten, hinzu kommen noch rund 366.000 Darlehenskonten. Die Einlagen betrugen 19,26 Mrd. Euro (+3 Prozent), die Ausleihungen 18,7 Mrd. Euro. Die Finanzierungsleistung stieg um 10,6 Prozent auf 3,46 Mrd. Euro.

Versicherungen empört
Der Chef der Vienna Insurance Group (VIG), Günter Geyer, sagte heute zur APA, er hätte - bei allem Verständnis für Sparmaßnahmen - gehofft, dass es bei der Zukunftsvorsorge ein Signal für die Pflegeversicherung gebe und auch eine Einbindung der klassischen Lebensversicherung in die Zukunftsvorsorge. Bei den Einmalerlägen werde nach wie vor Geld auf der Straße liegen gelassen, denn bei einer Änderung der steuerrelevanten Bindungsfristen für Einmalerläge in der Lebensversicherung etwa für Personen ab 55 oder 60 Jahren könnten 30 Mio. Euro an Steuereinnahmen lukriert werden, ohne jemandem wehzutun. Es werde nicht das richtige Signal gesetzt.

UNIQA-Vorstand Peter Eichler erklärte gegenüber der APA, dass die Sparbemühungen der Regierung grundsätzlich zu befürworten seien, die geplante Förderkürzung bei der Zukunftsvorsorge - geplant ist eine Halbierung der Förderung von 2013 bis 2016 - sei aber ein Signal in die falsche Richtung, unabhängig von einer zeitlichen Begrenzung. Eichler wies auch auf die Problematik bei der künftigen Finanzierung der staatlichen Pensionen hin. Eine gleichzeitige Kürzung bei der Förderung der privaten Vorsorge erscheine angesichts dieser Tatsache kontraproduktiv. Besonders ein Eingriff in bestehende Verträge durch die Regierung wäre zudem eine extrem vertrauensschädigende Maßnahme.

Stärkung der Vorsorge benötigt
Österreich bräuchte dringend Maßnahmen zur Stärkung der privaten und betrieblichen Vorsorge. Im westeuropäischen Vergleich der Ausgaben für private Vorsorge sei Österreich schon jetzt mit Griechenland und Spanien das Schlusslicht. Die Ausgaben für Lebensversicherungen lägen im westeuropäischen Durchschnitt bei 5,26 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), in Österreich seien es 2,7 Prozent des BIP.

In Österreich gibt es mehr als 1,5 Millionen Zukunftsvorsorgeverträge, mehr als 90 Prozent davon sind bei Versicherungen abgeschlossen, der Rest bei Kapitalanlagegesellschaften.

Die Bundessparte Banken und Versicherungen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) weist ebenfalls auf die Impulse des Bausparens für den privaten Wohnbau hin: "So sehr anzuerkennen ist, dass notwendige Schritte zur Sanierung des Staatshaushaltes endlich gesetzt werden, stellt sich die Frage, ob es wirklich sinnvoll ist, gerade beim Bausparen und bei der Zukunftsvorsorge zu kürzen", so Geschäftsführer Herbert Pichler in einer Pressemitteilung. Bausparen sei durch das unmittelbare Zurverfügungstellen von Mitteln für den Wohnbau ein wichtiger Beitrag zur Stimulierung der Wirtschaft und habe sich gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bewährt. Die Senkung der Zukunftsvorsorgeförderung sei ein "falsches Signal, insbesondere an junge Menschen".

13.2.2012 17:36
Autor:apa/red
watelli, 14. 02. '12 07:02
Sparen ist out
Es ist besser zu stehlen und zu nehmen in jeder Form, als zu sparen. Korrupt sein ist in.
bimi1981, 13. 02. '12 23:37
War doch Klar.....
das diese Regierung nix zustande bringt was Hand und Fuss hat... die Superreichen lachen sich eines mit dieser Sogenanten Reichensteuer... denn wenn ich 150000,- pro Jahr verdiene kann ich noch immer gut mit dem Leben was mir überbleibt... Aber dem Kleinen Sparer jetzt auf den Sack gehen ist das Letzte.... Sry diese Regierung ist das LETZTE... Vorschlag von mir.... Vom Volk gewählt und auch vom Volk ausgepeitscht und ausser Landes gejagt...... Aber hoffentlich sind diejenigen die Rot-Schwarz gewählt haben, bei der nächsten wahl etwas ausgeschlafener und schaun genau wo sie ihr Kreuzerl hinmachen.... Den so eine Unfähige Arbeitsverweigernde Sauhaufentruppe wie diese Bastarde hat Unser Österreich nicht verdient....
torren, 13. 02. '12 20:15
Bausparvertrag ade !
Ich will auch zum Sparpaket beitragen und verzichte freiwillig auf einen neuen Bausparvertrag. Damit erspart sich die Regierung weitere 18,- Euro.
Diese Sparmaßnahme ist meiner Meinung nach genau so ein "Holler" wie die Umwidmungssteuer. Diese wird vom Grundbesitzer auf den Grundpreis aufgeschlagen und somit letztendlich vom Grundstückkäufer (Häuselbauer) zu berappen sein. Wieviele sich dann noch einen Hausbau leisten können bleibt unbeantwortet. Jedenfalls scheinen mir diese Maßnahmen völlig kontraproduktiv zu sein und sie werden sich auch negativ auf die Arbeitsplätze auswirken. Eine negative Auswirkung auf die Arbeitsplätze wird aber einen Rückgang des Wirtschaftswachstums und eine Verringerung der Steuereinnahmen nach sich ziehen.
günza, 13. 02. '12 17:09
So ist es eben am einfachsten
da braucht keiner lange nachdenken und hopp wird die Förderung für alle gekürzt und es hat sich. In Österreich ist es doch üblich, den kleinen Sparern in den Sack zu greifen. Vor kurzem war ein Beitrag im Fernsehen und da wurde der Karl Wlaschek gefragt was er zu dem Sparpaket und der geplanten Steuererhöhungen sagt. Ich kann es leider nicht mehr wörtlich wiedergeben, aber sinngemäß hat er etwa gesagt "ich bekomm ja eh nur ein bisserl und der Rest liegt in einer Stiftung, na und die 1-2% können´s schon haben" und hat sich dabei eines gelacht. Unfähige Säcke sitzen eben in der Regierung.
AdLa, 15. 02. '12 09:18
Re: So ist es eben am einfachsten
Bei den Bausparverträgen zu sparen ist am einfachsten, denn da trfft man die meisten Sparer aus der mittleren und unteren Bevölkerung. Reiche und begüterte Bürger haben es nicht nötig mit Bausparkrediten zu bauen, daher ist bei dieser Einsparung wieder einmal der kleine Bürger die große Melkkuh.