Sparpaket

vonapa/red
Montag, 13. Februar 2012

"Effizienzlöcher" bleiben

  • Rechnungshof-Präsident Moser sieht "Umsetzungsrisiko" und fordert weitere Reformen
 

Rechnungshofpräsident Josef Moser wertet das Sparpaket der Regierung zwar als „Bekenntnis zum Sparen und zur Schuldenreduktion“. Allerdings sieht er bei einigen Maßnahmen ein erhebliches „Umsetzungsrisiko“ und fordert von der Regierung weitere Strukturreformen. „Der Beitrag, den die Strukturen bringen könnten und bringen müssten, der steht nach wie vor aus“, sagt Moser.

Moser sieht im Sparpaket „erste Ansätze für Strukturreformen“, diese würden mit rund vier Mrd. Euro aber nur etwa 15 Prozent der gesamten Sparmaßnahmen ausmachen. Als Beispiele nennt er etwa die Umstellung auf das Pensionskonto schon 2014, das geplante neue Dienstzeitmanagement der Polizei und die Schließung der Heeresspitäler.

"Effizienzlöcher nicht beseitigt"
„Was nicht beseitigt wird, sind die Doppelgleisigkeiten, die Effizienzlöcher und die gravierenden Probleme, die einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Input und Output entgegenstehen“, kritisiert Moser. Als Beispiele nennt er die Kompetenzzersplitterung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden sowie den „Reformstau“ bei Schulverwaltung und Bildung.

Kritik übt Moser auch daran, dass die Länder weiterhin nicht verpflichtet werden, die Pensionsreform des Bundes umzusetzen (obwohl sie das bereits 2008 zugesagt hätten) und dass Sonderpensionsrechte bei ÖBB, Nationalbank und Sozialversicherung bestehen bleiben. Der Fortbestand der Sonderpensionsrechte sei „untragbar“. Nötig wären laut Moser angesichts der drohenden finanziellen Belastung auch raschere Eingriffe in die Hacklerregelung schon 2013 (konkret: Abschläge von 3,36 Prozent pro Jahr des früheren Pensionsantritts).

Viele Maßnahmen noch in der Schwebe
Bedenklich findet Moser, dass viele bereits budgetierte Maßnahmen noch in der Schwebe sind – etwa die europäische Finanztransaktionssteuer und das Steuerabkommen mit der Schweiz. Positiv wertet Moser, dass die Reform des Förderwesens und die Gesundheitsreform im Sparpaket angesprochen wurde, wenn auch die konkrete Ausgestaltung noch offen sei.

13.2.2012 08:50
Autor:apa/red
Finanzbeamter, 13. 02. '12 10:09
Sparpaket
Am Wochenende lief eine Dokumentation über die französische Revolution. Frankreich hatte damals eine dramatische Inflation, das Volk hungerte, während die Adeligen in Versailles nicht wussten, was sie noch alles essen sollten. Luwig XVI. reagierte und erhöhte die Steuern, aber nicht beim Adel. Es hat ihn den Kopf gekostet!
Unsere Könige haben auch die Steuern erhöht und den Adel, sprich die Reichen, wieder einmal glatt verschont. Außerdem können unsere Könige nicht rechnen, denn weniger Geld bei der Masse der Bevölkerung bedeutet weniger Einkommensteuer und weniger Umsatz = weniger Unternehmensgewinne = weniger Körperschaftssteuer.... Und das Märchen von einem Steuerabkommen mit der Schweiz glauben unsere "Kaiser" selbst nicht. Ich wette, in drei Jahren kräht nicht ein Hahn danach.
barbaletta2308, 13. 02. '12 13:18
Re: Sparpaket
Da haben Sie absolut recht! Die Katze beißt sich in den Schwanz. Desweiteren trauen sich unsere beiden Oberschlauköpfe (Hr. Bundeskanzler und seine Vizekanzler) öffentlich ihr monatliches Gehalt preiszugeben: Bundeskanzler EUR 16 tsd. Vizekanzler EUR 14 tsd. Auf die Frage wie viel die Beiden durch diese Sparmaßnahmen an Geldeinbußen haben werden, wurde lächelnd in die Kamera gesagt rund EUR 200 im Monat – da frage ich mich schon wo da die Gerechtigkeit ist.
Jedoch ist das erst der Anfang…
christian95, 13. 02. '12 09:52
Statt "Sparpaket" ein "Steuererhöhungspaket"!
Die Steuerlast ist von 2002 bis 2011 um 32,5 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Jahr davor ist ein Plus von sieben Prozent. Die Arbeitnehmer haben von Jänner bis November 2011 gut 19,5 Milliarden Euro an Lohnsteuer bezahlt und damit fast zehn Prozent mehr als im Jahr 2009. Die Einnahmen aus der Gewinnsteuer für Kapitalgesellschaften stiegen im Zweijahresvergleich um 38,7 Prozent. Die Mineralölsteuer, brachte 2011 innerhalb eines Jahres 12,2 Prozent mehr Einnahmen.

10 Mio haben sich ÖVP und SPÖ Seniorenvertreter aus dem Sozialbudget selbst genehmigt. Rechnungshofpräsident Fidler kritisiert das als verdeckte Parteienförderung. Es handelt sich bei beiden Gruppen um Vorfeldorganisationen von SPÖ+ÖVP. Nachdem nun zu wenig Geld im Sozialtopf vorhanden ist, müssen ALLE Pensionisten zahlen!
christian95, 13. 02. '12 09:53
Re: Statt
Lt. OECD hat:
•die Republik Österreich hat eine der höchsten Steuerquoten der Welt (Arbeit ist unterdessen einschließlich Arbeitgeberbeiträgen mit mehr als 60 Prozent durch Steuern und Abgaben belastet); immer wieder kommen Finanzminister mit ihren Steuereinnahmen ganz dramatisch nicht aus. (Anmerkung: Grasser, Molterer, Pröll und Fekter alle ÖVP)
• Österreich hat mit acht Millionen Einwohnern neun Herzogtümer namens Bundesländer die mit den vom Bund bereitgestellten Milliarden unverantwortlich herumwerfen können, ohne dafür irgendeine Form von Verantwortung übernehmen zu müssen.
Die Österreicher haben noch nie zuvor so viele Steuern bezahlt wie im Vorjahr. Die Steuer- und Abgabenquote ist auf den neuen Rekordwert von 45,5 Prozent gestiegen, wie aus einer aktuellen Auswertung hervorgeht