Produktpiraterie

vonapa/red
Samstag, 11. Februar 2012

Proteste gegen ACTA

  • Demonstrationen in Wien, Graz, Linz und Innsbruck - Tausende auf der Straße
Produktpiraterie • Proteste gegen ACTA
 

In mehreren europäischen Städten ist gegen das umstrittene Anti-Piraterie-Abkommen ACTA protestiert worden. In Wien fanden sich nach Angaben von Polizei und Veranstaltern zwischen 3.000 und 4.500 Menschen auf dem Stephansplatz zusammen. Die Aktivisten-Gruppe Anonymous, die Grünen und die Piratenpartei hatten zu der Demonstration aufgerufen.

In Wien fanden sich nach Angaben von Polizei und Veranstaltern zwischen 3.000 und 4.500 Menschen auf dem Stephansplatz zusammen, um von dort aus vor das Parlament zu ziehen. Die Aktivisten-Gruppe Anonymous, die Grünen und die Piratenpartei hatten zu der Demonstration aufgerufen. Auch das BZÖ war bei der Demonstration vertreten und erklärte, ACTA abzulehnen, wie der stellvertretende BZÖ-Klubobmann Stefan Petzner der APA mitteilte. An einer Kundgebung in Graz, die bei starkem Schneefall stattfand, beteiligten sich laut Polizei rund 1.000 Personen. In Innsbruck demonstrierten 800, in Linz 400, in Salzburg rund 1.000 Menschen bei teils zweistelligen Minusgraden.

Proteste in Deutschland
In Deutschland gab es große Beteiligung an den Protesten. Wie die Polizei mitteilte, beteiligten sich in München etwa 16.000 Menschen an dem internationalen Protesttag, in Berlin sprachen die Veranstalter von 10.000 Teilnehmern. In Köln folgten Polizeiangaben zufolge jeweils etwa 2.000 Demonstranten dem Protestaufruf. Auf Plakaten forderten Teilnehmer der Berliner Kundgebung "Freiheit im Internet" oder "Für Reform des Urheberrechts". Andere trugen Masken der Hacker-Bewegung Anonymous.


Auch in der Schweiz war eine Kundgebung angekündigt. Auf dem Zürcher Helvetiaplatz versammelte sich am Samstagnachmittag aber nur rund ein Dutzend Personen zur Anti-ACTA-Kundgebung, zu der die Piratenpartei aufgerufen hatte.

Demos in Sofia
Trotz eisiger Kälte fanden sich sich vor dem Parlament in Sofia rund 300 Demonstranten ein. Ähnliche Aktionen wurden nach Angaben der Veranstalter in insgesamt 15 Städten des EU-Landes organisiert. In der litauischen Hauptstadt Vilnius demonstrierten mehrere hundert Menschen gegen den Vertrag, in Warschau waren es zunächst einige Dutzend Demonstranten.

Das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (Handelsabkommen zur Abwehr von Fälschungen) hatten 2010 mehrere Staaten ausgehandelt. Am 26. Jänner diesen Jahres war das Abkommen dann von der EU sowie von 22 der 27 Mitgliedsstaaten unterzeichnet worden - darunter auch Österreich.

Das sieht der ACTA-Vertrag vor
Der ACTA-Vertrag sieht unter anderem vor, dass Internet-Provider den Behörden Daten wie die IP-Adresse bekanntgeben sollen, um bei Verstößen gegen das Urheberrecht eine Identifizierung von Personen zu ermöglichen. Die ACTA-Gegner befürchten, dass das Abkommen die Meinungsfreiheit im Internet massiv einschränken würde. Deutschland, Estland, Niederlande, Zypern, Slowakei zögern bisher bei der Unterschrift. Polen, Tschechien und Lettland haben die Ratifizierung durch das Parlament vorerst gestoppt. Auch in Bulgarien gibt es Zweifel an der Ratifizierung.

11.2.2012 17:35
Autor:apa/red
kickoff, 13. 02. '12 09:28
Vorauseilender Gehorsam
Wie immer bei unseren Politikern. Brüssel sagt ja und unsere Politiker gehen auf den Bauch, senken ihre Köpfe und unterschreiben, weil von dort so angeordnet. Da wird in diesem Forum immer diskutiert, dass der Strache nicht tragbar sei. Aber wenn man ihm glauben darf (ich möchte ihm glauben obwohl der wahscheinlich auch gleich lügt wie Rot und Schwarz wenn er an der Macht ist) dann ist der wenigstens nicht Brüssel hörig. Wenn sogar die Bulgaren gescheiter sind und nicht vorschnell so ein saudummes Abkommen unterzeichnen dann muss man sich wundern, wenn unsere Koalitionsidioten oft sagen, das Volk sei zu dumm für gewisse Volksabstimmungen. Die wirklich Dummen bewegen sich für viel zu viel Geld in dieser Regierung. Das hat die voreilige Unterschift unter dieses Abkommen wiederinmal eindrucksvoll gezeigt.
PAstorPeitl, 12. 02. '12 10:17
Es geht um mehr
Wenn man diesen Artikel liest, so geht es letztendlich nur um die Kontrolle des Internets.

Es geht aber um mehr. Es geht um den Verlust der Demokratie.

Und weil wir die Demokratie erhalten wollen, deshalb:

Trauermarsch für die Demokratie
29.3.2012, 15 Uhr, Wien Staatsoper

Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
Bundesobmann der
Freiheitlichen Christen Österreichs (FCÖ)
http://www.bedenklich.at
higgs70, 11. 02. '12 20:53
Das Problem ist wie so oft...
...dass die absonderlichen Rechts- und Sittenvorstellungen der Amerikaner nicht lokal bleiben,sondern sich ausbreiten wie die Pest.Und dass die europäischen Staaten zu dämlich sind,sich ihrer eigenen Werte zu besinnen und zu sagen,bei uns nicht,das reicht von der Gentechnik bis zum Copyright.Und nur weil irgendwo ein paar Hansl nicht in der Lage sind,rechtliches von moralischem zu trennen,muß ich hier nicht mittanzen ,ich verlange auch kein Maibaumaufstellen in Miami. Und von Leuten,die eine allgemeine Krankenversicherung als Ausbruch des Marxismus betrachten, lasse ich mir sicher nicht sagen,was vernünftig ist. Die dauerhafte Zwangsbeglückung mit dem American way of life interessiert mich nicht.Wenn man kontrollieren will quäle man die eigenen Staatsbürger, die anderen gehn keinen was an.
Musician, 11. 02. '12 19:32
Demo
Ich war dort, und war eigentlich überrascht dass doch so viele gekommen sind, und das bei den temperaturen. Aber ich schäme mich für die die informiert wurden und nicht gekommen sind. und ich schäme mich für die restliche bevölkerung die nicht gekommen ist. Ich weiß nicht wievielen eigentlich klar ist was das ACTA abkommen eigentlich bedeutet. und vor allem wo es hinführen wird. Letzendlich wird wissen bekämpft. Wir sollen also noch blöder gemacht werden. bisher haben sie es weit geschafft mit ihren verblödenden massenmedien, das internet ist die einzige freiheit die wir alle miteinander noch geniessen können(und natürlich unser denken). Es folgt auf dauer die totale überwachung. es ist dann möglich unbescholtene bürger zu überwachen und bei verdacht anklage zu erheben.
Musician, 11. 02. '12 19:35
Re: Demo
ich mein wo kommen denn wir dann hin?? wir sind soviele und die sowenige, und wir lassen uns kontrollieren. Der kampf gegen ACTA wird weitergehen und ich hoffe viele von ihnen die das hier lesen setzen sich damit auseinander und kämpfen in zukunft mit. Jeder einzelne von euch hat die macht viele andere zu motivieren und zu überzeugen für die freiheit zu kämpfen.. wenn das unsere arabischen mitmenschen geschafft haben können wir das auch. revolutionen können nur mithilfe von raschem informationsaustausch gestartet werden(mittlerweile). Zeigt denen wo der hammer hängt und lasst euch nicht verarschen. in diesem sinne peace and freedom