Lebens-Art
Verfolgungswahn nach dem Einkauf
- Christoph Bacher über die vergangene Lust auf Internet-Shopping

Haben Sie schon einmal eine Tracking-Nummer bekommen? Das ist diese Zahlenfolge, die bei der Paket-Nachverfolgung Sicherheit verleiht und Handlungsunfähigkeit deutlich macht. Ich habe seit November eine als ich in den USA via Internet ein potenzielles Weihnachtsgeschenk kaufte.
Gespannt durfte ich damit verfolgen, wie mein Einkauf statt nach Austria nach Australia flog. Ein klassischer Fehler der US-Post. Trotzdem verging Weihnachten, ehe man in Sydney aufgab, im eigenen Land nach einem Vienna mit meiner Straße zu suchen. Am 16.1. kam das Packerl in Wien an. Im Zolllager. Dort blieb es vorerst. Nicht, weil Papiere fehlten. "Sondern weil wir mit der Durchsicht drei Wochen im Rückstand sind", erklärte mir eine freundliche, aber bestimmte Stimme.
Dreimal telefonierte ich mit ihr. Beim vierten Anruf wurden wir Freunde: "Ihr Stück hat den Zoll passiert." Letzten Freitag hätte mich die Sendung fast erreicht wäre ich nicht arbeiten ge wesen. Abends meinte der Post-Kundendienst: "Wenn Sie Glück haben, ist Ihr Packerl in der Filiale." Durchstellen, um sicher zugehen, wollte man mich nicht. Bei minus zehn Grad mein Glück austesten wollte ich nicht. Also wartete ich bis Montag. Ach ja: Der Zoll verrechnete noch zehn Euro Zollstellungsentgelt. Wahrscheinlich für die Verlängerung der Vorfreude.
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