Grammys 2012
Adele räumt ab
- Engländerin gewinnt sechs Grammophone - Gala von Houstons Tod überschattet
·Grammy-Königin
Selbstbewusst und auf Musik konzentriert: Adele will kein "debiles Modepüppchen" sein
·Gedenken an Whitney
Souldiva wurde nach ihrem überraschenden Tod von der Popgemeinde geehrt
·Die Gewinner
Grammys 2012: Alle diesjährigen Sieger in den wichtigsten Kategorien
·Reunion bei Grammys
50 Jahre nach der Bandgründung treten die Jungs erstmals wieder gemeinsam auf
Adele hat das Wunder vollbracht: Die Engländerin hat am Sonntag in Los Angeles nicht nur alle ihre sechs Nominierungen in goldene Grammophone verwandelt. Der 23-Jährigen gelang auch der Hattrick: Die drei wichtigsten Preise gingen alle an sie. Überschattet wurde die glänzende Gala nur vom Tod Whitney Houstons - ernsthaft durcheinandergebracht hat das Gedenken an die 48-Jährige die Show aber nicht.
Adeles Platte "21" ist seit 18 Wochen auf Platz Eins in den USA und war auch in Deutschland das erfolgreichste Album des vergangenen Jahres. In Los Angeles wurde "21" jetzt "Aufnahme des Jahres" und "Platte des Jahres", der Song "Rolling In The Deep" das "beste Lied des Jahres" 2011. Die Britin gewann zuvor schon den wichtigsten Musikpreis der Welt in der Kategorie "Beste Sololeistung" für ihren Song "Someone Like You". Und auch das "beste Popalbum" und das beste Kurzvideo war nach Meinung der Jury "Rolling In The Deep" von Adele.
Nach ihrem ersten Auftritt seit einer komplizierten Stimmbandoperation im November stand das Grammy-Publikum auf, um die Siegerin des Abends zu feiern. "Danke, danke. Das ist doch verrückt", sagte sie gerührt mit der Trophäe in der Hand: "Ich möchte jedem Radiomoderator danken, der mein 'Rolling In the Deep' gespielt hat. Denn ich weiß, dass es nicht gerade ein Popsong ist."
Foo Fighters erhalten fünf Grammys
Die zweiten Sieger des Abends waren die Foo Fighters, die fünf Grammophone mit nach Hause nahmen. Dabei waren so wichtige Kategorien wie "Bestes Rockalbum" für "Wasting Light" und "Bester Rocksong", der nach Meinung der Jury der Titel "Walk" war. Außerdem bekam die Band aus Seattle um den ehemaligen Nirvana-Schlagzeuger Dave Grohl noch die kleinen goldenen Grammophone für die "Beste Rockdarbietung" und die "Beste Hardrockdarbietung". Und das Video zu "Back And Forth" wurde als bestes langes Musikvideo geehrt.
Komplett leer gingen hingegen die Deutschen aus - trotz fast einem halben Dutzend Nominierungen. Claudio Abbados Rachmaninow-Einspielung mit dem Mahler Chamber Orchestra gewann ebenso wenig wie das Berliner Rundfunk-Sinfonieorchester unter Marek Janowski, das mit drei Symphonien von Hans Werner Henze ins Rennen gegangen war.
Der Produzent Manfred Eicher und der Tonmeister Andreas Spreer mussten ihre Hoffnungen auf einen Grammy ebenso begraben wie die norddeutsche Plattenfirma Bear Family Records. Sie war mit einer Country-CD-Box für zwei Grammys nominiert und verlor zweimal.
Lediglich die Münchner Softwarefirma Celemony hatte schon Anfang der Woche einen Spezialgrammy zugesprochen bekommen. Ihr Programm zur Musiksteuerung in Tonstudios hatte in der Branche für Aufmerksamkeit gesorgt.
Gebet für Whitney Houston
Begonnen hatte die Gala mit einem Gebet für Whitney Houston. "Wir haben einen Tod in unserer Familie", meinte Gastgeber LL Cool J gesagt. Nachdem auf der Leinwand noch einmal der Toten des Jahres gedacht worden war, interpretierte Jennifer Hudson den vermutlich größten Hit der Verstorbenen Houston: "I will Always Love You".
