Griechenland

vonapa/red
Montag, 13. Februar 2012

Athen versinkt im Chaos

  • Brände und mehrere Verletzte bei schweren Ausschreitungen - Ja zum Sparpaket
 

Schwere Ausschreitungen haben die Abstimmung zum griechischen Sparpaket überschattet. In der Hauptstadt Athen und in Thessaloniki wurden zahlreiche Gebäude angezündet, mehrere Dutzend Menschen wurden verletzt. Das Parlament stimmte trotzdem mit einer Mehrheit von 199 der 278 anwesenden Abgeordneten für den Plan, der Entlassungen im öffentlichen Dienst sowie Kürzungen beim Mindestlohn vorsieht. Auch mit den Privatgläubigern konnte sich die Regierung jetzt einigen.

Rund 100.000 Teilnehmer beteiligten sich an den Protesten in Athen und in Thessaloniki. In beiden Städten gab es schwere Zusammenstöße mit der Polizei. Demonstranten warfen mit Steinen und Brandsätzen, worauf die Polizei mit Tränengas reagierte. In der Hauptstadt wurden etwa 40 Brände gelegt. Die meisten Feuer wurden nach Angaben der Feuerwehr durch Molotowcocktails verursacht.

Die Feuerwehr hatte wegen der Menschenmassen auf den Straßen nach eigenen Angaben zudem Schwierigkeiten, zu brennenden Gebäuden zu gelangen. Im Stadtzentrum seien ein einstöckiges Haus mit einem Geschäft für hochwertigen Schmuck und ein benachbartes Kino vollständig niedergebrannt.

In Athen versuchten zahlreiche Protestierende auch, die Absperrungen vor dem Parlament zu durchbrechen. Mehr als zehn Gebäude standen nach Feuerwehrangaben in der Hauptstadt in Flammen, in Thessaloniki wurden laut Polizei mehrere Bankfilialen verwüstet. Ministerpräsident Lucas Papademos verurteilte die Gewalt. Sie habe "in einer Demokratie keinen Platz", sagte er vor dem Parlament.

Beschimpfungen im Parlament
Die Parlamentsmehrheit für das Sparpaket setzte sich vor allem aus Stimmen der Regierungskoalition von Sozialisten und Konservativen zusammen. Mehrere Parlamentarier der Koalition stimmten aber gegen die umstrittenen Maßnahmen, welche die Gläubigertroika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds zur Bedingung für neue Finanzhilfen gemacht hatte. Parlamentspräsident Petsalnikos musste in der hitzigen Parlamentsdebatte mehrmals einschreiten, weil einzelne Abgeordnete die Aussprache mit Schreien und Beschimpfungen störten.

Insgesamt gab es 74 Neinstimmen. Die Fraktionen von Konservativen (ND) und Sozialisten (PASOK) schlossen unmittelbar nach der Abstimmung jeweils etwa 20 Abgeordnete aus ihren Reihen aus, die gegen den Entwurf gestimmt hatten. Zwei der 16 Abgeordneten der ultrarechten Partei LAOS, die sich in der vergangenen Woche angesichts der umstrittenen Sparpläne aus der Regierung zurückgezogen hatte, votierten hingegen für die Maßnahmen.

Einigung mit Gläubigern
Auch mit seinen privaten Gläubigern offenbar über deren Beitrag zur Rettung des pleitebedrohten Landes geeinigt. Die Einigung solle vermutlich nach dem Treffen der Euro-Gruppe am Mittwoch verkündet werden, sagten mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Dies gelte unter der Annahme, dass es keine überraschenden Rückschläge mehr gebe. Im Rahmen eines freiwilligen Anleihentausches müssten die Gläubiger vermutlich Belastungen von 70 Prozent auf ihre griechischen Bonds verkraften, sagte ein mit dem Vorgang vertrauter Banker.

Die neuen Bonds sollten eine durchschnittliche Verzinsung von 3,5 Prozent haben und eine zusätzliche Vereinbarung in Abhängigkeit vom griechischen Wachstum. Die Gläubiger sollen durch diese Klausel davon profitieren können, wenn sich die Lage der griechischen Wirtschaft verbessert. Die Regierung in Athen verhandelt seit Monaten mit dem internationalen Bankenverband IIF über einen Forderungsverzicht der privaten Gläubiger.

13.2.2012 15:06
Autor:apa/red
Sammy12, 16. 02. '12 13:14
Banken sind Parasiten 1
Wenn eine Gesellschaft aus 1000 Personen besteht welche eine Produktivität von 1000 Einheiten p/Jahr leistet und jede Einheit 1 Tauschwert (Geld)
darstellt ist eine gerechte auf Leistung basierende Verteilung möglich. Wer mehr arbeitet, hat mehr.
Unser derzeitiges System: 1 Personen (Banken) kontrolliert das gesamten Geld.
2 Personen (Politik) verwalten dieses System. 97 Personen (Bevölkerung) produzieren. Feudalismus in neuem Gewand. Wäre vielleicht noch funktionsfähig.
Sammy12, 16. 02. '12 13:13
Banken sind Parasiten 2
Im Moment der Zinsbelastung wird es auf Dauer unbeherrschbar. Eine gewisse Anzahl der Bevölkerung wird mit
niedrigen Löhnen zur Verschuldung genötigt. Banken "helfe aus" und verlangen pro 10 Tauschwerten 1 Tauschwert Zins.
Klassische Umverteilung Arm zu Reich. Voraussehbares Ende: Finanzkollaps 1. der Armen, 2. der Mittelschicht, 3. der Wirtschaft.
Gewinner ist das nichtproduktive Finanzsystem. Die haben jetzt das Problem wohin mit dem Geld. Krieg wird finanziert, Zerstörung, Leid.
Und das ganze Spiel kann mit Aufbauarbeiten von vorne beginnen.
Sammy12, 16. 02. '12 11:31
Krise ist systembedingt
Unser Geldsystem, welches mit Zinsen operiert, ist grundsätzlich falsch aufgebaut und durch die sich über Jahre und Jahrzehnte durch den Zinseszins aufbauenden unfassbaren und nicht rückzahlbaren hohen Schulden (vor allem Staat und Unternehmen) müssen zwangsweise kollabieren. Krise, Armut, Verlust an Ersparnissen und Währungsschnitt, "optimiert" durch eine Vernichtung möglichst vieler Sachwerte in einem Krieg ist, wie es die Geschichte zeigt, seit jeher das anvisierte Ziel einer kleinen, elitären , mittlerweile global agierenden Geldmafia. Die Umverteilung von Arm zu Reich geschieht immer schneller.
austrocrates, 14. 02. '12 09:08
Man muss sich das erst einmal vorstellen...
Zuerst verleibt sich die EU mit fraglichen Methoden Griechenland ein (einseitiger Information etc - wie wir es ja auch in Österreich kennen) um es dann in den Medien als freiwillig zu feiern.
Dann hilft die Ami Bank Goldman Sachs der griech. Regierung jahrelang die Bilanzen zu fälschen um die EURO Kriterien zu erfüllen. Betrug! aber: KEINE Schuldigen, KEIN Prozess, KEIN Urteil.
Der aktuelle griech. Ministerpräsident Papademos war vorher bei der Goldman Sachs tätig!!!
Der Großteil der griechischen Bevölkerung wollte KEINE Finanzhilfe, lieber ein geordneter Konkurs, was durchaus ihr legitimes Recht ist aber - die EU wollte und konnte nicht.
Sie hat Griechenland dazu gezwungen, sie lässt die griech. Bevölkerung bitter zahlen, und verkaufen sich in den Medien als Retter?!?!?
austrocrates, 14. 02. '12 09:12
Re: Man muss sich das erst einmal vorstellen...
Dabei ist es ganz anders ... hat schon wer an die strategische Lage Griechenlands gedacht? An die unerschlossenen vorhandenen Erdölvorkommen? An die Verbindlichkeiten großer Banken ... alles Gründe wieso Griechenland gezwungen wird bei der EU zu bleiben, alles Gründe wieso in dieses Faß ohne Boden Milliarden von anderen Staaten gepumpt werden, und diese dafür haften. Diese Haftungen führen auch die anderen Staaten an den Rand des Ruins. Und das ABSICHTLICH!
Das ist keine EU der Bürger - das ist eine Diktatur des Geldes, des IWF, der EZB, und Konsorten. Das ist der Anfang vom Ende eines freien Europa und führt direkt in die Sklaverei.
Griechen erhebt euch, wehrt euch, für euch, für uns. Lasst es nicht zu das die Werte für die eure Väter gekämpft haben getreten werden. Ich bin für euch.
higgs70, 14. 02. '12 09:33
Re: Man muss sich das erst einmal vorstellen...
Naja, abgesehen davon, dass es rechtlich gar nicht vorgesehen ist, die Griechen aus der EU zu schmeißen ( die könnten rein theoretisch nur freiwillig austreten), haben Sie mit den strategischen Gründen sicher recht. Vor allem, wenn man sich ansieht, wer die süd-und südöstlichen Nachbarländer sind. Türkei, Syrien, Ägypten, Libyen.
Oder glaubt wirklich jemand die EU würde Bulgarien als Außengrenze zulassen? Warum wohl ist das griechische Militär bestens versorgt, unterstützt und ausgerüstet?

Aber zumindest sollten die Griechen sich wirklich langsam mit einem Austritt aus der Eurozone anfreunden....und wir hier mit dem 2. Bankenrettungspaket, denn zahlen werden wir so oder so.
Sammy12, 16. 02. '12 13:31
Re: Man muss sich das erst einmal vorstellen...
Militär ist wohl zu einem Großteil für Innerpolitische "Maßnahmen" bei Revolte gegen dieses Abzockersystem.
War-Lord, 13. 02. '12 20:54
Bitte Brüssel, schickts weiter Geld...ist besser wie jeder Action-Film...
:-) ...da kann man nur sagen: "First we take Manhatten, then wie take Berlin" :-) Warum schlagen sich da paar Idioten und die Polizei gegenseitig den Schädel ein?? Die mit dem Geld sitzen entweder paar Meter weiter hinten im Regierungsgebäude oder machen eh schon seid einigen Monaten mit ihren Geldkoffern Urlaub in der Schweiz oder in der Karibik... Also, wozu der Aufruhr, versteh ich nicht??...Hat da eigentlich schon jemand die Drehgenehmigungen eingeholt von Hollywood... mein die Bilder sind besser wie jedes bisherige Movie, noch dazu ziemlich an der Realität
War-Lord, 13. 02. '12 21:02
An die griechischen Widerstandskämpfer...
...verstehe aber die Griechen noch immer nicht...ich mein wie wäre es mal mit dem Einsatz von Panzerfäusten oder Luftangriffen?? Würde vermutlich noch bissl mehr Action in die ganze Sache reinbringen...Und solange ich beim Widerstand keine 10jährigen und 80jährigen sehe, kann die Situation nicht so aussichtslos sein... weil beim Kampf um Berlin anno dazumal wurde ja so ziemlich alles mobilisiert, was sich noch irgendwie auf 1- oder 2-Beinen hielt :-)
geronimo75, 13. 02. '12 13:48
Gestern Griechenland - heute Österreich
Können unsere Staatsherren mit ruhigem Gewissen versprechen, dass solche Zustände in Österreich zu verhindern sind?
Das griechische Volk ist der Willkür dortiger Politiker gnadenlos ausgeliefert - ist dies in Österreich denn ganz anders?
Werden wir uns nicht zur Wehr setzen, wenn die selbsternannten "Größen unserer Republik" unsere liebe Heimat hinabgewirtschaftet haben?
Ich wünsche allen Mitbürgern einen guten Flug. - es gelte die Unschuldsvermutung.
higgs70, 13. 02. '12 20:48
Re: Gestern Griechenland - heute Österreich
zumindest sollten sich die EU-Befürworter gut überlegen, ob sie in nächster Zeit nicht lieber auf das Argument "Friedensprojekt EU" verzichten.
Mesch1986, 13. 02. '12 12:59
und wir österreicher
schieben ihnen auch noch geld zu und müssen selber ein sparpaket machen is jo a frechheit, jeder sagt wir müssen sparen aber schicken millionen über millionen nach grichenland. zeit wirds für neuwahlen dann werd ma sehen was rauskommt
willswissen, 19. 02. '12 11:02
Re: und wir österreicher
na gar nichts Neues wird dabei rauskommen, so wie immer. Wir Wähler sollten anderen Parteien zumindest eine Chance geben, um zu zeigen, dass sie es besser machen könnten. Aber wer?
fiore666, 12. 02. '12 12:03
WER MACHT IN DIESEM LAND NOCH URLAUB ?????
Dies ist das IRRWEGIGSTE Land Europas !!! Unsere Hilfen 'versiegen' im Sande, ständig hört oder liest man (seit über 2 Jahren !!!!) , Griechenland ist OHNE Hilfe pleite, wenn Europa nicht mehr die nächste Tranche liefert und dennoch wird hineingepulvert wie NIE..........
Die Leute, die dort Urlaub machen müssen echt verrückt sein, - ich könnte dort keine Erholung finden!!!!