Griechenland-Krise

vonapa/red
Donnerstag, 9. Februar 2012

Griechenland beugt sich

  • Sparpaket (fast) unter Dach und Fach: Weniger Mindestlohn, 15.000 Jobs weg

 

Der Verhandlungsmarathon in Athen ist vorerst beendet - und es gibt eine weitgehende Einigung zu vermelden: Die griechische Regierung hat laut Finanzminister Venizelos fast allen Auflagen des harten Sparprogramms der internationalen "Troika" zugestimmt, bis auf "ein Thema". Dabei handelt es sich um die Pensionskürzungen. Jetzt hoffen die Griechen auf die Auszahlung der nächsten Hilftranchen um das "finanzielle Überleben" zu sichern.

Venizelos sollte am Vormittag nach Brüssel zu einem Treffen der Eurogruppe am Donnerstagabend fliegen. Wie die Nachrichtenagentur dpa aus Kreisen des Finanzministeriums erfuhr, räumte die "Troika" den Griechen 15 Tage Zeit ein, um das strittige Thema der Kürzungen der Renten zu regeln. Es geht um einen Betrag in Höhe von 300 Millionen Euro. Die "Troika" besteht aus Experten der EU, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank (EZB).

"Ich hoffe, dass das Treffen der Eurogruppe stattfindet und das neue Programm genehmigt. Davon hängt das finanzielle Überleben unseres Landes ab", sagte der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos im Fernsehen. Die Euro-Finanzminister sollen sich am Donnerstagabend in Brüssel treffen, um über Griechenland zu beraten.

Wirtschaftsminister warnt vor dem "großen Knall"
Griechenlands Wirtschaftsminister Michalis Chrysochoidis hat die politische Klasse seines Landes vor einem großen Knall gewarnt, sollte sie grundlegende Strukturreformen weiter verschleppen. "Solange die Politik nicht in der Lage ist, Maßnahmen zur Veränderung des Landes zu ergreifen und ein neues Griechenland zu schaffen, werden wir weiter gezwungen sein, Löhne und Pensionen zu kürzen", sagte der Minister in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstagausgabe). "Das wird irgendwann zu einem großen Knall in der Gesellschaft führen." So sei der soziale Frieden in Griechenland ernsthaft in Gefahr, wenn die Regierung die Einkommen weiter kürze. Dann drohe das Land nämlich von einer Rezession in eine Depression zu gleiten.

Weniger Mindestlohn, 15.000 Stellen weg
Ministerpräsident Papademos und die Führer der Regierungsparteien, Sozialisten, Konservativen und der ultrarechten LAOS-Partei, hatten am Mittwochabend rund acht Stunden lang über ein 50-Seiten-Papier verhandelt, das die Vereinbarung zwischen der Regierung und der Troika beinhaltet. Dem Vernehmen nach sieht diese eine Senkung des Mindestlohns auf 586 Euro brutto (minus 22 Prozent), Streichungen bei den Zusatzrenten in einer Größenordnung von 15 Prozent und die Streichung von 15.000 Stellen bis zum Jahresende vor.

Die Einschnitte stoßen auf massiven Widerstand bei den griechischen Gewerkschaften, die am Dienstag mit einem Generalstreik gegen den Sparkurs mobil gemacht hatten. Für Donnerstagabend ist in Athen eine große Protestkundgebung angekündigt. Im Falle einer Einigung der Parteiführer soll das Parlament in Athen ab Freitag über das Sparpaket beraten und am Sonntag darüber abstimmen. Die drei Parteien verfügen über 255 der 300 Mandate.

Obama: "Nicht nachlassen"
US-Präsident Obama hat unterdessen an die europäischen Staats-und Regierungschefs appelliert, in der Schuldenkrise vollen Einsatz zu zeigen und nicht nachzulassen. Die USA würden ihren Teil der Unterstützung leisten, sagte Obama der italienischen Zeitung "La Stampa". Die Hauptaufgabe liege aber bei den Europäern, betonte er.

9.2.2012 11:27
Autor:apa/red
founder, 09. 02. '12 09:28
Ein Blick in unsere Zukunft
Es ist kein Griechenfehler, es ist ein Systemfehler. Alle Länder deren Politiker den wahnsinnigen Thesen der Wirtschaftswissenschaften folgen sind in einem Rennen Vollgas gegen die Wand.
Griechenland liegt in Führung, aber das Ergebnis wird überall das Gleiche sein.
http://politik.pege.org/2012-d/griechenland.htm
günza, 09. 02. '12 10:08
Re: Ein Blick in unsere Zukunft
Zuerst alles an die Wand gefahren und jetzt sich als große Retter aufspielen, ja so funktioniert die Politik. Eben wie auch bei uns in Österreich. Zuerst haben die Politiker sich die eigenen Taschen gefüllt und jetzt lehren sie die unseren um die "Krise" zu bewältigen. Es ist schon eigenartig wie es sein kann, dass die Politiker über unsere Köpfe hinweg Entscheidungen treffen und diese dann nicht einmal zu verantworten haben. Denn wenn der Politiker nicht mehr gewählt wird sitzt er doch eh schon in einem Aufsichtsrat und füllt sich seine Taschen weiter. Und die Wortspende unseres Bundespräsidenten "es ist den Österreichern ein Sparpaket zuzumuten" hätte er sich auch behalten können. Aber der gute bekommt doch selbst über €200.000,-- im Jahr und da spürt man natürlich ein Sparpaket nicht.
erich122, 09. 02. '12 10:43
Re: Ein Blick in unsere Zukunft
Für so deppert haB ICH DIE GRIEHEN DOCH NICHT GEHALTEN ALÖS DA? SIE NUN KLEIN BEIGEBEN bekommens doch Milliarden in den Hintern gesteckt, Gels welches wir selber notwendig brauchen, denn wir sind aauch bankrott und bekommen dafür nun elendlange Listen zur Schuldenminimierung zu spühren.
Lisa2388, 08. 02. '12 22:07
Zitat eines OLAF Beraters
Ich darf zitieren:

"In einer Gesellschaft, in der Betrug, illegale Bereicherung und strukturelle Erpressung zum Funktionsmodus sogenannter Leistungseliten gehört, liegt der korrupte Kern der Finanzkrise."
higgs70, 08. 02. '12 22:58
Re: Zitat eines OLAF Beraters
...da hat er Österreich aber toll umschrieben, der Herr Olaf;-))
zombie69, 08. 02. '12 21:02
Über diese Krise
brauchen sich kriminelle Straftatenmigranten und kriminelle Asylbewerber keine Gedanken zu machen. Bei ihnen ist der gesamte Lebensunterhalt bis zum Tode vom Steuerzahler über Sozialhilfegelder vollumfänglich gedeckt inkl. Gratiswohnung. Davon kann jeder Einheimische der das ganze Leben arbeitete und einzahlte nur träumen.
günza, 09. 02. '12 09:56
Re: Über diese Krise
genau so ist es. Und wenn diese Person dann keine Sozilahilfe mehr bekommt oder gekürzt werden dann muss er eben wieder einige Überfälle, Einbrüche und dergleichen machen. Und wenn er erwischt wird, dann ist er der arme Migrant der ja nicht anders konnte.