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Gerhard Zeiler geht
- Österreicher verlässt Bertelsmann AG und heuert bei Turner Broadcasting an

Gerhard Zeiler, CEO der RTL Group und Vorstandsmitglied der Bertelsmann AG, legt beide Funktionen zurück und verlässt die Unternehmensgruppe per 18. April. Die Trennung von Zeiler erfolge "in aller Freundschaft", man akzeptiere seinen Wunsch, "sich noch einmal einer neuen Aufgabe zu stellen", hieß es. Diese hat er bei Turner International gefunden haben. Zeilers Nachfolger an der RTL-Spitze werden Guillaume de Posch und Anke Schäferkordt.
Der am 20. Juli 1955 geborene Wiener Gerhard Zeiler ist ein ausgewiesener Medienprofi. In Österreich war er ORF-Kurator, ORF-Generalsekretär und schließlich - von 1994 bis 1998 - ORF-Generalintendant. Zuvor kannte er die Medien eher von der "anderen Seite", war er doch 1979 bis 1983 Pressesprecher des damaligen Unterrichtsministers Fred Sinowatz (SPÖ) und - von 1983 bis 1986 - des späteren Bundeskanzlers Sinowatz. 1998 wechselte Zeiler zu RTL Television, ab 2003 war er Chef der RTL Group.
Zeiler hatte sich vor der letzten ORF-Generaldirektorenwahl wieder für den Chefsessel in Wien interessiert, dann aber wegen politischer Machtspiele abgewunken.
Zeiler wechselt zu Turner Broadcasting
Zeiler verlasse Bertelsmann und die RTL Group "in gegenseitigem und freundschaftlichem Einvernehmen, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu widmen", wird vom Bertelsmann-Konzern betont. Wie nun bekannt wurde, wird Zeiler zum US-amerikanischen Medienunternehmen Turner Broadcasting Systems wechseln. Dazu gehören unter anderem CNN und TNT.
Bertelsmann-Aufsichtsratsvorsitzender Gunter Thielen wünscht dem Österreicher "für die Zukunft weiter alles Gute". "Er hat in den vergangenen Jahren Herausragendes für Bertelsmann und die RTL Group geleistet", würdigt er den Medienmanager.
Auch Bertelsmann-Vorstandsvorsitzender Thomas Rabe bedauert die Entscheidung Zeilers, den Konzern zu verlassen: "Die Vorstandsarbeit mit ihm war ein Gewinn. Gerhard Zeiler hat im Fernsehgeschäft Maßstäbe gesetzt." Die nun gefundene Nachfolgelösung habe man gemeinsam entwickelt. Mit Schäferkordt ziehe erstmals eine Frau in den Bertelsmann-Vorstand ein. "Ich bin der festen Überzeugung, dass gemischte Teams einen Wettbewerbsvorteil darstellen." Der Belgier de Posch war ProSiebenSat.1-Chef. Schäferkordt ist langjährige RTL-Deutschland-Chefin.
