KV-Verhandlungen

vonapa/red
Mittwoch, 14. März 2012

Energie-Streik kommt

  • Verhandlungen endgültig gescheitert: Ab Mittwoch wird gestreikt

 

Die Verhandlungen in der heimischen Energie-Wirtschaft sind endültig gescheitert. Nun kommt es ab kommender Woche zu Kampfmaßnahmen und Streiks. Letzte Sondierungsgespräche zwischen Arbeitnehmer-und Arbeitgebervertretern Mitte dieser Woche gingen nach rund sechs Stunden ohne Annäherung zu Ende. Jetzt wird es am Dienstag Proteste und öffentliche Kundgebungen geben, am Tag darauf bundesweit Warnstreiks. "Der Fahrplan steht", sagte GPA-djp-Pressesprecherin Litsa Kalaitzis am Donnerstag.

Die Streik-Freigabe durch den ÖGB liegt nun vor, bestätigte PRO-GE-Verhandler Manfred Anderle der APA: "Wir bieten an, bis Sonntag gesprächsbereit zu sein. Danach hat es - zumindest bis zum Dienstag - keinen Sinn mehr." Vorige Woche war die dritte KV-Runde für die rund 21.000 Beschäftigten abgebrochen worden, obwohl die Dienstgeber ihr Angebot erhöht hatten.

Angebote wurden ausgeschlagen
"Es werden jetzt natürlich Maßnahmen der Belegschaftsseite stattfinden. Man braucht offenbar das gegenseitige Aufplustern", kommentierte am Donnerstag ein Beobachter die Entwicklung zur nächsten Eskalationsstufe. Vor einer Woche hatten die Dienstgeber den Arbeitnehmer-Verhandlern zwei Angebote gemacht: Entweder 3,6 Prozent Anhebung der KV- und Ist-Bezüge nebst 200 Euro Einmalzahlung oder 3,9 Prozent Plus für alle seit Anfang 1998 geltenden Gehaltstabellen bzw. 3,5 Prozent für alle länger laufenden Verträge - plus Einmalbetrag.

Gewinne steigen, Löhne nicht
Für die Anliegen der E-Wirtschafts-Beschäftigten machte sich diesen Donnerstag die Arbeiterkammer (AK) stark. AK-Präsident Herbert Tumpel erklärte, die Beschäftigten der Energieversorger hätten einen fairen Anteil am Betriebserfolg verdient - schließlich gehe es den Unternehmen gut, und es werde bei den Ausschüttungen nicht gespart. Die Gewinne aus dem Kerngeschäft der EVU seien 2010 um fast ein Drittel gestiegen, zugleich würden die Dividenden der Landes-EVU erhöht. Problematisch sei, dass zugleich aber der Anteil für Personalaufwendungen reduziert worden sei, so Tumpel in einer Aussendung.

Eine der bestbezahltesten Branchen
Die E-Wirtschaft zählt bekanntermaßen zu den Branchen mit den höchsten Gagen. Die Ist-Bezüge der Angestellten liegen bei durchschnittlich 4.175 Euro brutto monatlich, jene der Arbeiter bei 3.148 Euro - im Schnitt sind es mehr als 4.000 Euro, was am hohen Angestellten-Anteil liegt. Dennoch will man bei den Gewerkschaften GPA-djp und PRO-GE offenbar einen Abschluss wie die Mineralölindustrie erzielen, in der Ende Jänner eine Anhebung um 4,3 Prozent erreicht wurde. Ähnlich gut hatten lediglich die Metaller abgeschlossen - jedoch schon Mitte Oktober, als die Konjunktur noch runder lief und noch kein Ende der hohen Inflationsraten abzusehen war. Bei den Brauereien gab es Anfang November eine Einigung auf knapp 3,6 Prozent, der - nicht direkt vergleichbare - öffentliche Dienst fixierte Anfang Dezember im Schnitt 2,95 Prozent Plus.

14.3.2012 11:27
Autor:apa/red