Austria Wien - SV Ried

vonapa/red
Samstag, 11. Februar 2012

Runderneuerte Austria

  • Veilchen wollen beim Debüt von Ivica Vastic gegen starke Rieder Punkte einfahren
Austria Wien - SV Ried • Runderneuerte Austria
 

Die Austria ist trotz kühler Temperaturen heiß auf den Start ins Frühjahr. Mit Spielen gegen Ried heute (16.00 Uhr/live im NEWS.AT-Ticker) und Winterkönig Rapid warten auf den neuen violetten Trainer Ivica Vastic gleich zum Auftakt zwei Gradmesser. Die viertplatzierte Austria startet dabei mit vier Zählern Rückstand auf das Duo ihren Angriff auf die Tabellenspitze. Der Zweite Ried könnte mit einem Punkt in der Wiener Generali Arena für zumindest 24 Stunden Platz eins übernehmen. Rapid ist erst am Sonntag in Wiener Neustadt im Einsatz.

"Ich bin froh, dass die Meisterschaft nach der intensiven Vorbereitung startet und der Wettkampf beginnt", meinte Vastic vor seiner ersten Bewährungsprobe als Bundesliga-Coach. Der Ex-Internationale, der im Dezember überraschend Karl Daxbacher beerbt hatte, sah sein Team nach vier Siegen, einem Remis und nur einer Niederlage in der Vorbereitung für die Aufgaben gerüstet. "Wie gehen mit Erfolgserlebnissen in die Meisterschaft", sagte Vastic - um sogleich einzuschränken: "Aber auch die Bayern haben alle Freundschaftsspiele gewonnen und sind dann mit einer Niederlage gestartet."

Roland Linz schmollt
Turbulent verlief bei der defensiv stark verbesserten Austria allerdings die jüngste Woche. Der im finalen Test gegen Ruzomberok (2:0) nicht aufgebotene Roland Linz sorgte mit einem Interview für Unstimmigkeiten. Der Stürmer dürfte auch heute nicht im Kader aufscheinen. Dario Tadic und Neuzugang Roman Kienast haben bei Vastic aktuell die deutlich besseren Karten. Von den Neo-Violetten sollten zumindest Tomas Simkovic und James Holland beginnen, auch wenn sich Vastic in punkto Aufstellung sprichwörtlich nicht in die Karten blicken ließ.

Mannschaft wird kaserniert
"Es ist wie beim Kartenspiel. Da legt man auch nicht alle Karten auf den Tisch", antwortete der 42-Jährige auf diesbezügliche Fragen. Seine Wunschformation - Florian Klein ist gesperrt - habe er allerdings bereits gefunden. Diese wird nach dem Abschlusstraining am Freitag kaserniert. Sein Vorgänger Daxbacher hatte auf solche Maßnahmen verzichtet, unter Vastic wird dies aber Usus werden: "Das ist ein normaler Teil der Vorbereitung. Als ich noch bei der Austria gespielt habe, habe ich Statistik geführt: Immer, wenn wie kaserniert waren, haben wir gewonnen."

Ried hoffnungsvoll, aber ohne Erwartungen
Bestens für den Auftakt gerüstet sieht sich auch Ried. Die Innviertler gehen gänzlich unverändert ins Frühjahr. Bis auf den nach seiner Adduktorenverletzung noch rekonvaleszenten Markus Hammerer hat Trainer Paul Gludovatz alle Mann an Bord. "Ich habe in der Vorbereitung eine sehr stimmungsvolle, emotional hochstehende, aber auch erwartungsvolle Mannschaft erlebt, die mit einer gewissen Spannung in die erste Partie gehen wird", erklärte der Burgenländer.

Anders als in der Vergangenheit will sich Ried offenbar nicht mehr mit Tiefstapelei begnügen. Die vorderen Ränge sind erklärtes Ziel des Cupsiegers. "Wir sind auf einem guten Weg, dass wir bis zum Schluss vorne mithalten können, wenn wir von großen Verletzungen oder Veränderungen im Kader verschont bleiben", meinte Gludovatz, der ohne Druck arbeiten kann. Manager Stefan Reiter will von Zielsetzungen nämlich nichts wissen: "Wir haben schon so viel erreicht, wir müssen nichts mehr erreichen. Wir lassen alles auf uns zukommen." International wolle man aber natürlich schon gerne spielen.

"Die Austria ist stärker geworden"
In Favoriten verteidigen die Rieder eine Serie von neun Spielen ohne Niederlage. Dennoch bezeichnete Gludovatz die Austria trotz der Abgänge von Zlatko Junuzovic und Nacer Barazite als klaren Favoriten. "Simkovic ist für mich der bessere Junuzovic. Dann haben sie mit Kienast einen Topscorer der Liga. Und einen guten Sechser (Holland, Anm.), den ich nicht kenne. Die Austria ist stärker geworden - durch die drei Neuzugänge, durch den neuen Trainer, der noch ehrgeiziger an die Sache herangeht", urteilte der Rieder Coach.

"Es wird ein Geduldsspiel. Aber Ried wird nicht kommen, um nur zu verteidigen", erwartete Vastic eine offene Partie, in der die Wiener vor den eigenen Fans endlich wieder siegen wollen. Die Austria wartet vor heimischer Kulisse seit vier Partien auf einen vollen Erfolg. 6.300 Karten wurden bis Freitagmittag abgesetzt.


FK Austria Wien - SV Josko Ried:
(Generali Arena, Samstag, 16.00 Uhr, SR Harkam).

Austria: Lindner - Dilaver, Margreitter, Ortlechner, Suttner - Holland, Mader - Gorgon, Jun, Simkovic - Kienast
Ersatz: Kardum - Mally, Leovac, A. Grünwald, Liendl, Stankovic, Tadic
Es fehlen: Klein (gesperrt), P. Grünwald (nach Schulter-OP), Linz (nicht im Kader)

Ried: Gebauer - Rotpuller, Reifeltshammer, Riegler - Hinum, Hadzic, Schreiner - Lexa, Carril/Beichler, Meilinger - Casanova
Ersatz: Schober - Karner, Basala-Manzana, Nacho, Ziegl, Zulj, Guillem
Es fehlt: Hammerer (rekonvaleszent)


11.2.2012 08:39
Autor:apa/red