Regionalliga

vonapa/red
Donnerstag, 9. Februar 2012

Adi Pinter ist wieder da

  • Neuer starker Mann bei Leoben. Trainer Pötscher wirft gleich einmal das Handtuch

 

Die Bestellung des umstrittenen Adi Pinter zum neuen Vizepräsidenten und sportlichen Leiter von DSV Leoben schlägt in der Steiermark hohe Wellen. Leoben-Trainer Gregor Pötscher legte nach einem Gespräch mit Präsident Gabor Heinemann mit sofortiger Wirkung sein Amt zurück. Und Adi Pinter zeigt sich verbal bereits in Hochform.

Nicht einmal drei Monate nach seinem skurrilen Abschied vom FC Pasching ist Adi Pinter zurück in der österreichischen Regionalliga. Der 63-Jährige war am Dienstag als neuer Vizepräsident und sportlicher Leiter des DSV Leoben präsentiert worden. "Wir versuchen, einen steirischen Traum zu realisieren", sagte der gebürtige Grazer.

Gemeinsam mit Club-Präsident Gabor Heinemann verfolgt Pinter einen Zwei- bis Dreijahresplan und mindestens den Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse. Pinter hat laut eigenen Angaben einen "Trainer aus Deutschland mit einer Wahnsinns-Erfolgsbilanz" an der Angel. "Er will aufhören, ich könnte ihn aber überreden, noch drei Jahre weiterzumachen", berichtete Pinter.

Pinter spielt "auf intellektuellem Niveau Pingpong"
Diesen "Mister X" aus Deutschland wird Pinter nach Pötschers Abgang jetzt auch brauchen. Bis Sommer soll auch das finanzielle Konzept ausgearbeitet sein. "Ich habe schon mit fünf Sponsoren gesprochen, einer hat schon zugesagt", so Pinter. Dass der Aufstieg in dieser Saison gelingt, ist fast auszuschließen, als Achter hat man aktuell 15 Punkte Rückstand auf Leader GAK.

Heinemann versicherte, dass die Pinter-Ära kein finanzielles Risiko für den Club bedeutet. "Wir werden nur das ausgeben, was wir auch haben." Mit Heinemann will Pinter einen Mann auf seiner Längenwelle gefunden haben, deshalb soll die Zusammenarbeit auch länger als nur ein paar Monate dauern.

"Es war nicht leicht, einen Präsidenten zu finden, mit dem ich auf intellektuellem Niveau Pingpong spielen kann. Heinemann ist so einer. Wir haben beide die Uni von innen gesehen. Fußballer sind ja manchmal etwas im Unterholz unterwegs", meinte Pinter.

Böse Worte gegen den "FC Fasching"
Kein gutes Haar lässt Pinter an seinem vorangegangenen Arbeitgeber Pasching, der von ihm nur als "FC Fasching" bezeichnet wird. Den Paschinger Club-Boss Helmut Nussbaumer sieht er dementsprechend als "Faschingsprinzen". "Da war mir schon nach einer Woche klar, dass sich der Präsident in die Liste jener Leute einreiht, die zwar Hirn-Besitzer, aber keine Hirn-Benutzer sind", sagte Pinter.

Die Trennung zwischen Pasching und Pinter erfolgte Mitte November 2011 aufgrund seines "Strips" im Vorfeld des Auswärtsmatchs gegen seinen Herzensclub GAK (0:6). Pinter stellte sich dabei zunächst mit GAK-Hemd und danach mit nacktem Oberkörper und riesigem GAK-Schriftzug auf dem Rücken vor die jubelnden Grazer Fans.

Strippen und Trainingsprogramm
Solche Szenen schloss Pinter auch für den 25. Mai 2012 nicht aus, an diesem Tag wird Leoben beim GAK gastieren. "Es gibt Ideen fürs Derby. Aber die werde ich vorher mit Heinemann schriftlich abklären und festhalten." Die Basis des Erfolges in Leoben soll sein Trainingsprogramm GIKORT sein.

Mit dem gehirngerechten, individuellen, kollektiven Reparatur-Trainingsprogramm sollen die Leobener Träume wahr werden. Dank GIKORT könne Pinter in die Köpfe der Spieler einsteigen, sie wachrütteln und auf ihr Potenzial aufmerksam machen.

Für Pinter ist mit dem Engagement in Leoben ein Traum in Erfüllung gegangen, denn zuletzt plagte ihn in Bayern die Sehnsucht nach der Steiermark. "Ich bin einer Steirer Bua und hatte seit zwei Jahren schlimmes Heimweh. Wenn es einen Himmel auf Erden gibt, dann ist es sicherlich Österreich. Und der Bauchnabel des Paradieses wäre in der Steiermark."

Link: DSV Leoben


9.2.2012 14:15
Autor:apa/red