Bundesliga

vonapa/red
Mittwoch, 8. Februar 2012

Wer holt die Schale?

  • Trainer rechnen mit engem Rennen. UMFRAGE: Wer ist Ihr Meisterfavorit?

 

Österreichs Fußball-Bundesliga ist vor dem Frühjahrsstart am Wochenende an der Spitze völlig ausgeglichen. Innerhalb von fünf Punkten sind mit Rapid (32), Ried (32), Salzburg (30), Austria (28), Admira (28) und Sturm Graz (27) sechs Teams. Aber wer macht am Ende das Rennen? Für die Coaches ist Salzburg der Topfavorit auf den Titel. Und Ihrer? Stimmen Sie ab!

"Die Liga ist stark, das sieht man auch an den Erfolgen in der Europa League", betont etwa Wiener-Neustadt-Trainer Peter Stöger. Das sieht Paul Gludovatz ähnlich. "Ich glaube, dass international mehr Wertschätzung auf unsere Liga gelegt wird wie in der heimischen Medienlandschaft", gibt der Ried-Trainer seine Sicht der Dinge preis.

Vastic: "Das bringt Spannung"
Laut Austria-Trainer Ivica Vastic ist es positiv, dass alles so ausgeglichen ist. "Das bringt auch Spannung und gibt jedem Spiel eine Wichtigkeit", sagt der Neo-Coach der Wiener. Dem schließt sich auch "Winterkönig" Peter Schöttel an. "Die Tabelle beweist, dass wir einen extrem ausgeglichenen Herbst erlebt haben und uns auf eine immens spannende Frühjahrssaison einstellen können", sagt der Rapid-Trainer.

Kapfenberg-Coach Thomas von Heesen findet es gut, dass die Leistungsdichte hoch ist. "Der Wettbewerb ist interessant. In Deutschland ist es im Moment ähnlich. Das zeigt auch, dass die anderen Mannschaften aufgeholt haben, und nicht, dass die Spitzenteams nachgelassen haben", meint der Deutsche. Admira-Trainer Dietmar Kühbauer würde gegen seine Mannschaft sprechen, würde er die Situation als schlechtes Zeichen werten.

Kogler: "Die Ausreißer fehlen"
Erklärungsversuche für die Situation an der Tabellenspitze gibt es einige. "In den letzten Jahren hat es von den absoluten Spitzenmannschaften keine geschafft, ihrem Ruf wirklich gerecht zu werden. Das Gros der Liga ist nicht schlecht, aber nach vorne hin fehlen die Ausreißer", sagt Wacker-Innsbruck-Coach Walter Kogler.

Vor allem Salzburg blieb im Herbst hinter den Erwartungen zurück. Dessen ist sich auch Ricardo Moniz bewusst. "So wie in den vergangenen Jahren ist dies ein Mangel an Stabilität der Spitzenteams - aus den verschiedensten Gründen. Bei uns war dies auf zahlreiche Ausfälle zurückzuführen", erklärt der niederländische Salzburg-Trainer.

Foda: "Alles normal"
Franco Foda sieht es im Herbst als normal an, dass alles eng beisammen ist. "Die Mannschaften, die international spielen, haben immer den hohen Rhythmus und sind durch die Reisestrapazen manchmal in der Liga nicht so konzentriert", erinnert der Sturm-Cheftrainer.

Als einziger etwas skeptisch ist Franz Lederer. "Es ist schwierig zu sagen, es würde auch nicht für die Stärke der Liga sprechen, wenn sich Salzburg längst abgesetzt hätte. So ist es jedenfalls für die Fans eine sehr interessante Situation", betont der Mattersburg-Coach.

Bullen als Top-Favorit
Die nur auf Rang drei liegenden "Bullen" gelten im Frühjahr als Topfavorit für gleich fünf Trainer - Schöttel, Vastic, Kühbauer, Foda und Kogler. Salzburgs Moniz glaubt an eine Entscheidung erst am letzten Spieltag. Für Gludovatz haben Rapid, Austria, Sturm und Salzburg gleich gute Chancen. Stöger schließt sich dem an und nimmt auch noch Ried in seine Auflistung auf. Lederer sieht das Rennen noch offener. "Alle sechs Clubs, die vorne sind, können den Titel holen. Es wird darauf ankommen, wer gleich eine Serie hinlegt", sagt der Mattersburg-Trainer.

Von Heesen: "Sehe von Spiel zu Spiel"
Von Heesen will sich nicht an den Spekulationen beteiligen. "Die beste Mannschaft wird am Ende des Tages an der Tabellenspitze stehen", betont der KSV-Trainer. Die volle Konzentration des Deutschen gilt dem Unternehmen Klassenerhalt. Sieben Punkte Rückstand auf den Vorletzten Mattersburg gilt es für die Obersteirer aufzuholen. "Ich sehe überhaupt niemanden als Gegner. Ich sehe nur von Spiel zu Spiel, dass wir die Punkte erst einmal sammeln, und wer dann eventuell für uns in Reichweite kommt, das werden wir dann ja sehen", erläutert der Kapfenberg-Trainer.

Lederer: "Wir steigen nicht ab"
Der unmittelbare Konkurrent aus dem Burgenland gibt sich optimistisch. "Wir wähnen uns nicht in Sicherheit, aber wir werden nicht absteigen", betont Lederer. Laut Schöttel und Moniz wird es für Kapfenberg sehr eng. Auch für Stöger haben Sanel Kuljic und Co. die schlechtesten Karten. "Aber es ist nicht unmöglich, den Rückstand aufzuholen", fügt der Wiener-Neustadt-Coach hinzu. Und Kogler ergänzt: "Klar hat Kapfenberg noch eine Chance, im Fußball kann vieles passieren."

Gludovatz ist der Meinung, dass es noch den ein oder anderen Club treffen kann, der schwerer oder gar nicht aus den Startlöchern kommt. Ähnlich lautet Kühbauers Einschätzung: "Es gibt genügend Frühjahrspartien, warum sollten sie nicht einen Lauf haben?" Vastic sieht Von Heesen als Ass im Ärmel der Steirer. "Wer die deutsche Mentalität kennt, der wird wissen, dass sie nicht aufgeben werden", sagt der Austria-Coach.

Interessiert am Liga-Verbleib des KSV ist Sturm, um weiterhin Derbys austragen zu können. "Wenn die neuen Spieler einschlagen, ist alles möglich", meint Foda.


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8.2.2012 08:07
Autor:apa/red