Davis Cup gegen Russland
Russland bleibt dran
- ÖTV-Doppel Marach/Peya muss sich nach 4:45 Stunden in fünf Sätzen geschlagen geben

Die Entscheidung beim Davis-Cup-Länderkampf Österreich-Russland in Wr. Neustadt fällt erst am Sonntag: Oliver Marach und Alexander Peya vergaben am Samstag nach der 2:0-Führung vom Vortag gegen Nikolaj Dawydenko/Michail Juschnij die erste von insgesamt drei Chancen, das ÖTV-Team erstmals seit 1995 ins Weltgruppen-Viertelfinale zu servieren. Das eingespielte Duo führte im entscheidenden fünften Satz schon mit 3:0, musste sich aber letztlich nach 4:45 Stunden noch mit 6:7(1),7:6(7),5:7,6:3,4:6 geschlagen geben.
Damit muss nun in den beiden Einzeln am Sonntag der fehlende dritte Punkt für Österreich geschafft werden. Fix ist derzeit eigentlich nur, dass für Österreich um 13.00 Uhr Jürgen Melzer, und im zweiten Single Andreas Haider-Maurer einlaufen werden. Ob Melzers Gegner Alex Bogomolow oder vielleicht doch Juschnij oder Dawydenko heißen wird, ist unklar. Juschnij hat allerdings offensichtliche Schulterprobleme, die auch bei seinen Aufschlägen im Doppel sichtbar waren.
3:0-Führung im letzten Satz verspielt
Dabei hatte es schon danach ausgesehen, als wären die Sonntag-Einzel nur noch Makkulatur. Mit einer raschen 3:0-Führung im fünften Satz waren Marach/Peya eigentlich schon auf Viertelfinalkurs, doch dann durften weder sie noch die rund 2.000 Fans in der Arena Nova jubeln. "Wir haben bei 3:0 ein enges Game auf das Doppel-Break gehabt, haben dann zwei dumme Fehler gemacht", sagte Marach, der bei 3:1 und seinem Aufschlag das Rebreak der Russen zulassen musste.
Dawydenko/Juschnij, die zuletzt im Februar 2007 zusammen Doppel gespielt haben, zeigten bei ihrem ersten gemeinsamen Davis-Cup-Auftritt große mentale Stärke und verwandelten das 0:3 in eine 5:3-Führung. "Es wäre gut, wenn wir das heimgespielt hätten. Leider haben wir den Sack nicht zumachen können", sagte ein enttäuschter Marach.
"Mir fehlen ein bisschen die Worte"
Konsterniert war auch Alexander Peya. "Dass wir jederzeit ein Break kriegen können, war uns bewusst, dazu retournieren die zu gut. Mehr fällt mir jetzt gar nicht ein. Es ist einfach bitter und mir fehlen ein bisschen die Worte." Das Duo spielte freilich nicht sein bestes Tennis.
ÖTV-Kapitän Clemens Trimmel äußerte auch Respekt vor dem russischen Doppel. "Es ist im Doppel immer extrem eng. Es ist im Vorfeld gesprochen worden, dass das mehr oder weniger ein Fixpunkt ist für Österreich", sagte der Kapitän. Man habe aber gesehen, dass auch Juschnij und Dawydenko ein tolles und extrem gefährliches Doppel seien. "In solchen Partien entscheiden oft zwei, drei Punkte, die haben wir nicht gemacht. Vielleicht waren wir in den entscheidenden Momenten ein bisschen zu passiv." Die Tatsache, dass Marach/Peya das eingespieltere Doppel sind, heiße nicht, dass beide Spieler gleich gut in Form sind. "Es waren nie wirklich längere Phasen, in denen beide konstant hoch auf hohem Level gespielt haben."
Trimmel muss neu motivieren
Trimmel wird einiges an Aufbauarbeit zu leisten haben, schließlich hat seine Truppe nach den beiden Einzelsiegen vom Freitag doch einen Dämpfer hinnehmen müssen. "Die Mannschaft ist jetzt down, das ist auch okay, das ist Sport. Es ist mein Job, das so schnell wie möglich aus den Köpfen zu kriegen", sagte der 33-jährige Wiener. Der Vorteil ist jedoch, dass beide Einzelspieler am Sonntag dennoch mit Selbstvertrauen in ihre Matches gehen können. Österreichs Team kämpft um den erstmaligen Viertelfinaleinzug seit 1995. Der Gegner am Osterwochenende vom 6. bis 8. April wäre auswärts Spanien. Gegen wen Jürgen Melzer am Sonntag um 13.00 Uhr tatsächlich eröffnen wird, wird wohl erst etwa eine Stunde vor Beginn klar sein.
"Die zwei haben am ersten Tag großartig gespielt, sie können beide Matches gewinnen", sagte Marach in Richtung Melzer und Haider-Maurer. "Hoffentlich reißen uns die Burschen morgen raus."
Weltgruppe - 1. Runde in Wr. Neustadt:
Österreich - Russland Zwischenstand 2:1
Freitag:
Jürgen Melzer - Igor Kunizyn 6:2,6:7(3),6:4,3:6,6:1
Andreas Haider-Maurer - Alex Bogomolow jr. 6:1,6:4,6:7(1),6:2
Samstag:
Oliver Marach/Alexander Peya - Nikolaj Dawydenko/Michail Juschnij
6:7(1),7:6(7),5:7,6:3,4:6
Sonntag (live ab 13.00 Uhr auf ORF Sport +):
vorläufige Aufstellung:
Melzer - Bogomolow
Haider-Maurer - Kunizyn
