Costa Concordia
Gedenken an die Opfer
- Rom: Präsident Napolitano lobte bei Gedenkgottesdienst Arbeit von Rettern

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14.000 Euro Entschädigung für Unglück - Auch Österreicher erhalten Anteil
Ein Monat nach dem "Costa Concordia"-Unglück wurde in Rom der Opfer gedacht. Italiens Präsident Giorgio Napolitano hat bei einem Gedenkgottesdienst in Rom sein tiefes Bedauern ausgedrückt. Der Staatschef sicherte den Angehörigen der Opfer seine Solidarität zu und lobte die Arbeit von Rettern und Tauchern. Diese hätten alles getan, um Überlebende zu retten und Tote zu bergen.
Kardinal Angelo Bagnasco mahnte, noch müsse die ganze Wahrheit über das Unglück ans Licht kommen und der Gerechtigkeit genüge getan werden. "Das ist notwendig, um die Wunden zu heilen und das Vertrauen wiederherzustellen." Bagnasco, der Vorsitzender der italienischen Bischofskonferenz ist, dankte sowohl den Rettern als auch den Einwohnern der Insel Giglio, die nach dem Unglück Überlebende bei sich aufgenommen hatten. "In ihnen erkennen wir die tiefe Seele unserer Nation, die reich an Intelligenz und Herz ist."
Blumen schwimmen im Meer
Angehörige der Todesopfer und der Vermissten warfen vor der toskanischen Insel Giglio Blumenkränze ins Meer. Mit einem Boot wurden die Angehörigen in die Nähe des Wracks gefahren. Von dort aus wurden Blumen und Briefe an die Opfer ins Meer geworfen.
"Heute habe ich den schwierigsten Tag seit dem Schiffsbruch durchlebt", berichtete der Inder Kevin Rebello. Sein Bruder Russell, der als Kellner an Bord der "Costa Concordia" arbeitete, gehört zu den 15 Vermissten des Unglücks. "Ich habe alle Botschaften ausgedruckt, die ich von den Freunden meines Bruders erhalten habe. Ich habe sie mit anderen Angehörigen der Vermissten ins Meer geworfen", berichtete der Inder.
Marienstatue aus dem Wrack geborgen
Die Statue einer Muttergottes, die sich in der Kapelle der "Costa Concordia" befand, wurde auf Wunsch von Pierluigi Foschi, Geschäftsführer der Reederei Costa Crociere, der Kirche der Insel Giglio geschenkt. Die Statue war von den Tauchern im Schiff gefunden worden. In der Kirche fand am Montag eine Trauerzeremonie für Opfer und Vermisste des Unglücks in Anwesenheit von vielen Angehörigen und Lokalbehörden statt.
Treibstoff wird abgepumpt
Die Einsatzkräfte des niederländischen Spezialunternehmens "Smit Salvage" haben mit dem Abpumpen des Treibstoffes begonnen. Dabei konnte ein erster Tank mit 103 Kubikmetern an Schweröl entleert werden. Dank der guten Wetterlage können zehn Kubikmeter pro Stunde entfernt werden, teilten die Fachleute mit. Das Abpumpen wird voraussichtlich 28 Tage in Anspruch nehmen. Das Kreuzfahrtschiff hat 2.400 Tonnen Treibstoff an Bord.
Bis zum 3. März sollen zehn internationale Gesellschaften einen Plan für die Bergung des am 13. Jänner vor der Insel Giglio havarierten Kreuzfahrtschiffes vorlegen. Der Auftrag soll Ende März von der Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere, Betreiber der "Costa Concordia", vergeben werden.
Vermutlich 32 Todesopfer
Bei der Havarie des Kreuzfahrtschiffs kamen vermutlich 32 Menschen ums Leben. Bis jetzt wurden 17 Leichen geborgen. Insgesamt befanden sich mehr als 4.200 Menschen an Bord, darunter 77 Österreicher. Die "Costa Concordia" war am 13. Jänner vom Hafen von Civitavecchia bei Rom zu einer Kreuzfahrt durch das westliche Mittelmeer ausgelaufen, wenige Stunden später schlug sie vor der toskanischen Insel Giglio leck.
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