Costa Concordia

vonapa/red
Dienstag, 7. Februar 2012

Hausarrest verlängert

  • Gerichtstermin in Grosseto am 3. März - Schettino drohen 2.700 Jahre Haft

 

Francesco Schettino bleibt unter Hausarrest: Ein Ansuchen des Kapitäns des Unglücksschiffs Costa Concordia auf Freilassung lehnte ein Gericht in Florenz ab. Unterdessen wurde für den 3. März eine gerichtliche Anhörung in Grosseto anberaumt. Die Staatsanwaltschaft der toskanischen Stadt führt die Ermittlungen zum Schiffbruch des Kreuzfahrtschiffs, das mehr als 4.000 Menschen an Bord hatte, als es einen Felsen rammte und kenterte.

Dabei kamen vermutlich 32 Menschen ums Leben. 17 Leichen wurden gefunden, 15 Personen gelten noch als vermisst. Die Suche nach ihnen wurde mittlerweile eingestellt, da sie zu gefährlich für die Taucherteams ist. Das Abpumpen des Öls aus dem Wrack konnte nach wie vor nicht beginnen. Die Vorbereitungsarbeiten sind wegen Schlechtwetters unterbrochen. Die widrigen Bedingungen sollen die Woche über anhalten. Die Gefahr einer Umweltkatastrophe bestehe derzeit nicht, sagte der Chef des Krisenstabs, Franco Gabrielli, am Dienstag vor Journalisten. Für die Bergung des Wracks rechnet er "optimistisch geschätzt" mit mindestens zehn Monaten.

Lange Haftstrafe droht
Francesco Schettino drohen bei einer Verurteilung rund 2.700 Jahre Haft. Er wird sich nach derzeitigem Stand unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und Schiffbruchs verantworten müssen. Mit ihm wird sich Vize-Kapitän Ciro Ambrosio verantworten müssen. Beide werden am 3. März auf der Anklagebank Platz nehmen - bei der Anhörung in Grosseto legt die Staatsanwaltschaft Ermittlungsergebnisse vor, das Gericht wird einen Sachverständigen mit der Auswertung der Black Box beauftragen. Da an dem Vorverhandlungstermin nicht nur Richter, Staatsanwälte und Verteidigung teilnehmen, sondern auch Opfer bzw. deren Vertreter, soll die Anhörung wegen des zu erwartenden Massenandrangs im Theater von Grosseto stattfinden.

Während Schettino in seinem Heimatort Meta di Sorrento bei Neapel im Hausarrest ausharrt, veröffentlichte das italienische Klatschblatt "Chi" Fotos des Kapitäns und der jungen Moldawierin, die sich als seine Geliebte bezeichnete. Ein Bild zeigt das Paar in einem feinen Lokal an der Cote d'Azur beim Austernessen. Es wurde genau einen Monat vor der Havarie aufgenommen. Die 25-Jährige befand sich während der Havarie samt vielkritisierter Evakuierungsaktion an Bord der "Costa Concordia".

Vorerst keine Umweltgefahr
Momentan besteht keine Umweltgefahr für die Insel Giglio. Das sagte der Chef des italienischen Krisenstabes, Franco Gabrielli. Die Lage sei unter Kontrolle. Für die Bergung des Wracks rechne man mit mindestens zehn Monaten, was jedoch als "optimistische Schätzung" zu betrachten sei. "Alles hängt von der Komplexität der Situation ab und von dem, was man bei der Überprüfung des Schiffes entdeckt", so Gabrielli.

Die Vorbereitungen für das Entfernen des Öls aus dem Wrack waren am Montag wegen der schlechten Wetterlage wieder unterbrochen worden. 24 Stunden Vorbereitungen sind notwendig, bevor die Experten mit dem Abpumpen beginnen können. Mit schlechten Wetterbedingungen ist die ganze Woche lang zu rechnen.

7.2.2012 16:25
Autor:apa/red