Causa Grasser
Telekom sponserte KHG-Umfragen
- Format: Meinungsstudien zu "Privatleben und Kandidatur" als Finanzminister

·"Verfolgungswahn"
Berichte über Schwiegermutter seiner Meinung nach "bösartig" und "einseitig"
·200 Millionen-Klage
CA Immo fordert Buwog-Schadenersatz. Polizei wittert zudem neues Steuerdelikt
·Die irren KHG-Deals
Aktivitäten des Ex-Finanzministers von Russland über die Karibik bis zur Hypo
·Hat er KHG bestochen?
Linzer Terminaltower: Staatsanwalt verdächtigt Ex-Porr-Boss Horst Pöchhacker
·KHG massiv belastet
Verdacht auf Schmiergeld. Polizei sieht Schwiegermuttergeschichte widerlegt
·Geld an KHG-Firma
"profil": Lobbyist Hochegger soll im Jahr 2007 fast 200.000 Euro überwiesen haben
·"Werden hintergangen"
Vorsitzende Gabriela Moser über fehlende Akten, Reformen und Grassers Roadshow
Kaum ein Tag vergeht ohne neue Enthüllungen rund um den ehemaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser (V). Wie "Format" im Voraus berichtet, wird der Beinahe-Vizekanzler der Republik wegen einer weiteren Facette rund um die Korruptionsfälle bei der teilstaatlichen Telekom Austria (A1) als Beschuldigter geführt. Die TA soll nicht nur die Roadshow des damals amtierenden Finanzministers, sondern auch Meinungsumfragen für Karl-Heinz Grasser bezahlt haben. Das berichtet FORMAT in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe.
Die Einleitung des Strafverfahrens wird demnach so begründet: "Weil der Verdacht besteht, dass die Telekom Austria AG über dessen Ersuchen in den Jahren 2005 und 2006, zuletzt mit Rechnung vom 30.11.2006, bezahlt am 28.12.2006, Meinungsumfragen der market-Marktforschungs GmbH & Co KG zu seiner Person über die Valora AG bezahlte."
Der Mehrwert des Grasser
In einem Polizeibericht, der "Format" nach Eigenangaben vorliegt, werden einige Punkte der Market-Umfragen für den Finanzminister samt Kostenpunkt aufgelistet:
■ "Das Privatleben von Karl-Heinz Grasser" (Rechnungsdatum: 31. Mai 2005; Preis: 5.880 Euro)
■ "Der Mehrwert von Karl-Heinz Grasser" (21. Februar 2006; 5.520 Euro)
■ "Die Kandidatur von Karl-Heinz Grasser" (16. Mai 2006; 6.240 Euro)
■ "Karl-Heinz Grasser als Finanzminister einer großen Koalition" (30. November 2006; 5.040 Euro).
Auslieferung von ÖVP-Bundesrat gefordert
Und auch in einem anderen Punkt gibt es Bewegung im Korruptionsskandal. "Die Staatsanwaltschaft Wien fordert die Auslieferung des ÖVP-Bundesrates und Alcatel-Generaldirektors Harald Himmer. Alcatel hat unter Himmer 719.970 Euro an Mensdorff-Pouilly überwiesen. Kronzeuge Gernot Schieszler belastet Himmer schwer" so der Grüne-U-Ausschuss-Fraktionsführer Peter Pilz am Donnerstag in einer Aussendung. Sowohl Himmer als auch Mensdorff-Pouilly haben stets alle Vorwürfe zurückgewiesen, für sie gilt die Unschuldsvermutung.
Pilz nimmt Bezug auf mögliche Schmiergeldzahlungen rund um die Vergabe des Behördenfunkes "Tetron". "Es gibt Hinweise, dass in diesem Zusammenhang Parteienfinanzierung der ÖVP stattgefunden hat." Pilz verlangt von der Industriellenvereinigung (IV) Offenlegung, wie viel in den letzten zehn Jahren von Alcatel und Telekom gezahlt wurde. "Ebenso soll die ÖVP offenlegen, wie viel sie im selben Zeitraum von der IV erhalten hat", fordert Pilz.
Alcatel-Sprecherin Anna Weinzinger meinte in einer ersten Stellungnahme, das Unternehmen sei von den Behörden noch nicht kontaktiert worden. Sollte es dazu kommen, arbeite man natürlich kooperativ mit den Ermittlern zusammen
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