Hackerangriff
CIA-Website geknackt
- Internetseite war stundenlang offline - Anonymous könnte hinter Angriff stecken

·Protest in Wien
Hacker-Gruppe demonstriert am Stephansplatz gegen Vorratsdatenspeicherung
Unbekannte Hacker haben für mehrere Stunden die Website des US-Geheimdienstes CIA lahmgelegt. Auch Internetseiten der Vereinten Nationen, eines mexikanischen Bergbau-Verbandes und des US-Staates Alabama wurden angegriffen. Zunächst lenkten angebliche Aktivisten der Hacker-Bewegung Anonymous die Aufmerksamkeit auf sich, um ihre Urheberschaft dann kurz darauf wieder infrage zu stellen.
Die CIA-Website war von Freitagabend bis Samstag früh nicht erreichbar. Sie wurde möglicherweise von einer sogenannten DDoS-Attacke (Distributed Denial-of-Service Attack) außer Gefecht gesetzt. Dabei wird ein Webserver mit Datenanfragen überhäuft, bis er unter dieser Last in die Knie geht. Eine Verteidigung gegen einen groß angelegten DDoS-Angriff ist sehr aufwendig.
Zuletzt hatte Anonymous auf diese Weise im Jänner die Websites der Bundespolizei FBI und des US-Justizministeriums als "Vergeltung" für die Schließung der Online-Speicherplattform Megaupload angegriffen.
Zugriff auf geheime Informationen?
Die CIA bestätigte dem Nachrichtensender CNN und dem Online-Dienst CNET lediglich, dass es Probleme beim Zugang zur Website gab. In Alabama gab es auch Anzeichen dafür, dass sich die Angreifer Zugang zu Informationen des US-Staates verschafft haben könnten. Das wurde nach CNN-Informationen untersucht.
Angebliche Anonymous-Aktivisten sorgten für Verwirrung, was die Urheber der Attacken angeht. Zunächst verwiesen sie selbst auf einen Online-Bericht des russischen Nachrichtensenders "Russia Today", in dem es hieß, Anonymous habe die CIA-Website lahmgelegt. Später hieß es in einer Twitter-Mitteilung: "Wenn wir auf einen Hack oder eine DDoS-Attacke hinweisen, heißt es nicht unbedingt, dass wir es waren."
Die Anonymous-Bewegung setzt sich nach eigenen Angaben für den freien Datenfluss, Redefreiheit und gegen Zensur ein. Die Hacker-Vereinigung ist aber nur locker organisiert. Im Prinzip kann jeder in ihrem Namen sprechen, ohne dass dies sicher überprüft werden kann.
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