Syrien
Häuser "voller Leichen"
- Bewohner aus Homs schildern Szenen des Grauens aus der Oppositionshochburg

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Es sind Szenen des Entsetzens, die aus der Oppositionshochburg Homs in Syrien bekanntwerden: Die Gebäude sind voller Leichen, und auf den Straßen verbluten Verwundete, weil es lebensgefährlich ist, sie in Sicherheit zu bringen. Die Notkrankenhäuser können nach Berichten von Menschenrechtlern die vielen Toten und Verletzten kaum noch aufnehmen. Seit rund einer Woche wird die Metropole von Regierungstruppen beschossen. Arzneimittel werden knapp, und mindestens drei Feldkrankenhäuser haben Treffer abbekommen, wie Human Rights Watch (HRW) unter Berufung auf Bewohner der Millionenstadt meldete.
"Weil wir sie nicht behandeln können, sterben Verletzte", zitierte die in New York ansässige Organisation einen Einwohner mit Namen Karim. Viele Verletzte hätten Arme oder Beine verloren. "Wegen der Schießerei können wir sie nicht bergen. Sie werden auf der Straße sterben."
Mindestens 300 Opfer seit Freitag
Die drittgrößte Stadt Syriens liegt seit Freitagabend im schweren Feuer der Soldaten von Staatschef Bashar al-Assad. Sie haben Hunderte von Granaten und Raketen abgeschossen, die Menschenrechtsgruppen zufolge mindestens 300 Menschen den Tod brachten. Am Montag hätten die Stadtteile Baba Amro, Khalidiya und Wadi Iran unter Dauerbeschuss gelegen.
Augenzeuge Wasim berichtete von Frauen und Kindern, die schreiend Schutz gesucht hätten. Er habe mit anderen versucht, Verletzte in Sicherheit zu bringen. Sie seien aber ins Fadenkreuz der Armee geraten und hätten in Geheimgängen Schutz suchen müssen. Die zehn von ihnen geborgenen Verwundeten seien dort verblutet.
Kein Ausweg aus dem Leid in Sicht
Mahmoud aus Baba Amro sagte Human Rights Watch, das an Flucht nicht zu denken sei. "Es gibt keinen Ausgang und keinen sicheren Weg aus dem Viertel, und im Viertel gibt es keinen Schutz vor Raketen und Granaten." Es gebe kein Brot und keine Medikamente. Das Fehlen von Arzneimitteln bestätigte auch ein Krankenhausarzt. Am Montag seien zudem 18 verletzte Patienten infolge Stromausfalls gestorben. Darunter sei auch ein 13-jähriges Kind gewesen.
HRW warf Syrien vor, Wohngebiete wahllos zu beschießen. Das sei eine schwere Verletzung von Menschenrechten. "Der brutale Angriff auf Wohnviertel zeigt die ganze Verachtung der syrischen Regierung für das Leben ihrer Bürger in Homs", sagte Anna Neistat von HRW. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden.
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