Burschenbundball

vonapa/red
Samstag, 11. Februar 2012

Lautstarke, aber friedliche Proteste

  • Linz: Großaufgebot der Polizei, die 200 Teilnehmer zählte, Veranstalter 1.000
Burschenbundball • Lautstarke, aber friedliche Proteste
 

Lautstarke, aber friedliche Proteste haben Samstagabend den Burschenbundball in Linz begleitet. Laut Polizei nahmen 200, nach Ansicht der Veranstalter bis zu 1.000 Demonstranten an der Kundgebung teil. Ein Großaufgebot der Polizei begleitete den Zug und riegelte das Areal rund um das Palais Kaufmännischer Verein, in dem die Korporierten feierten, ab. Zwischenfälle gab es nicht.

Zu der Demonstration mit dem Titel "Burschis auffressen - Game over Burschenbundball" hatte der Arbeitskreis gegen das Korporierten-Unwesen aufgerufen. Anschließend luden zahlreiche SPÖ-nahe Jugendorganisationen - SJ, Junge Generation, Aktion Kritischer Schüler, VSStÖ, die Initiative kritischer Studierender und die Roten Falken zum "Fest der Vielfalt" in den Schillerpark. Musikalisch umrahmt wurde die Gegenveranstaltung zum Burschenbundball von der Wiener Singer-Songwriterin Clara Luizia. Die eisigen Temperaturen ließen aber viele Demonstranten vorzeitig Unterschlupf in diversen Lokalen suchen.

Feuerwerksraketen und antifaschistische Sprüche
"Ghostbusters - wider den deutschen Gest" oder "Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen" stand unter anderem auf den Transparenten der Kundgebungsteilnehmer zu lesen. Der Tross zog, begleitet von zahlreichen Uniformierten, vom Linzer Hauptplatz durch die Altstadt bis vor das Palais Kaufmännischer Verein. Dort wurden Feuerwerksraketen gezündet und antifaschistische Sprüche skandiert. Ballbesucher in Couleur beobachteten die Szenerie vom Fenster aus, einzelne Ballgäste wagten sich auf die Straße. Zu Begegnungen beider Seiten kam es nicht, weil die Polizei dazwischen vorsorglich eine Sperre errichtet hatte, bewacht von zahlreichen Beamten mit Schild und Helm.


Die Organisatoren der Proteste gingen vor allem mit LH Josef Pühringer hart ins Gericht, der angekündigt hatte, den Ball zu besuchen. Wenn er "bedenkenlos mit Ewiggestrigen feiert, sollte er sich aus allen öffentlichen Funktionen zurückziehen".

Auch die Katholische Jugend Oberösterreich hatte "die obersten Vertreter des Landes und der Universität Linz" aufgefordert, die Veranstaltung nicht durch ihre Präsenz aufzuwerten. "Das sehr eigene Geschichtsbewusstsein und die öffentlich bekundete Grundhaltung von deutsch-nationalen Burschenschaften, insbesondere von deren Führungspersonen", halte man für äußerst bedenklich, hieß es in einer Presseaussendung.

Naturgemäß anders sieht das der Bundesobmann des Rings Freiheitlicher Studenten (RFS), Chlodwig Mölzer. "Es ist erschreckend, dass man aus den Gewaltexzessen in Wien nichts gelernt hat und weiter ohne Gewissen gegen Leistungsträger dieser Gesellschaft hetzt", kritisierte er die Demonstranten bereits im Vorfeld der Protestveranstaltung.

11.2.2012 21:28
Autor:apa/red
PAstorPeitl, 14. 02. '12 11:42
Und wogegen
Und wogegen protestieren wir nächstes Jahr? Gegen die Pfadfinder?

Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
Bundesobmann der
Freiheitlichen Christen Österreichs (FCÖ)
http://www.bedenklich.at
MyHomebound, 14. 02. '12 16:37
Re: Und wogegen
Aber NEIN, Herr Pastor, wissen Sie nicht, daß nächstes Jahr gegen die Winterschlaf der Blaubeeren demonstriert wird...??? 150 Personen haben sich auf einen Aufruf schon gemeldet ...


:-)
kickoff, 13. 02. '12 09:18
Jeder darf demonstrieren
Wir leben Gott sei Dank in einer Demokratie, wo jeder sagen darf was er will. So ist es auch erlaubt, gegen diesen Ball zu demonstrieren. Man hat ja schließlich auch gegen den Opernball demonstriert obwohl dort niemand "von rechts zu finden war. Die Turnpatschemaschierer haben sich irgendwann zu "Tode machschiert" und seit langem gibt es keine Demonstrationen gegen den Opernball mehr. So wird es auch hier passieren. Allein das "abhauen" von der Demonstration wegen der Kälte beweist, dass es den Demonstraten nicht um die Sache ging, denn sonst hätte man halt ein bisschen was ausgehalten. Man geht halt zur Demo, das ist modern, unabhängig davon, gegen was da demonstriert wird. Und wenn einem ein bisschen Kälte entgegenweht, dann zieht man sich halt zurück. Es wird einmal auhören wollen wir wetten?
zombie69, 12. 02. '12 10:26
Ging
anscheinend dieses mal friedlich zu und her bei den Demonstranten. Hat sich offenbar herumgesprochen dass Gewalt zu nichts führt. Wenn das mal kein Fortschritt ist unter in der Regel bildungsfernen Ballgegner.
MyHomebound, 13. 02. '12 12:02
Re: Ging
Hi zombie69: muß Ihnen recht geben, denn leider lassen bei den Demos viele von den feig vermummten Ultras ihr (wenn überhaupt vorhandenes) Hirn im Nachtkastlladl und zeigen dann ihre Lust am Provozieren, Unruhestiften und vor allem beim Demolieren von fremden Eigentum .....diese unnötigen Typen sind echt verzichtbar!