Produktpiraterie

vonapa/red
Mittwoch, 8. Februar 2012

ACTA-Protest wächst

  • Öffentlicher Widerstand gegen Produktpiraterie-Pakt. Erste Demos in Österreich geplant.

 

In die Wege geleitet wurde das Anti-Piraterie-Abkommen ACTA bereits 2007, unterzeichnet wurde es Ende Jänner von 22 der 27 EU-Mitgliedsstaaten, darunter auch Österreich. Doch erst jetzt scheint öffentlicher Widerstand gegen die umstrittene Bekämpfung von Produktpiraterie und Urheberrechtsverletzungen zu regen. Und das immer stärker. In Österreich sind für das kommende Wochenende Proteste in mehreren Städten angekündigt.

Der von 39 Staaten ausverhandelte Pakt soll klären, wie Unternehmen ihr geistiges Eigentum besser schützen können. Vorwürfe seitens Rechtsexperten, das Abkommen zur Bekämpfung von Produkt- und Markenpiraterie sei nicht vereinbar mit bestehendem EU-Recht, dementiert die Kommission. ACTA sei "vollkommen im Rahmen der bestehenden EU-Gesetze" und würde "nicht eine Seite" davon "ändern". Auch mit dem WTO-Abkommen über handelsbezogene Aspekte der Rechte des geistigen Eigentums (TRIPS) sei ACTA völlig konform.

Das EU-Parlament ließ das Abkommen von seinen Rechtsexperten untersuchen, die dem Pakt aber Konformität mit bestehenden Gesetzen bescheinigten. Die Formulierungen seien "allgemeiner" gehalten, "weniger spezifisch und weniger präzise" als EU-Gesetze.

Internetzensur befürchtet
Genau dies hat - nicht nur in den vergangenen Tagen - Kritiker auf den Plan gerufen. Viele Passagen des Textes seien "zu schwammig" formuliert, wird bemängelt. ACTA sei ein "Akt der Lobbyisten der Unterhaltungsindustrie", eine massive Zensur im Internet werde befürchtet, sogar Gefängnisstrafen seien denkbar, schreibt die Online-Plattform "avaaz.org". ACTA versuche, Internetprovider für die Aktivitäten ihrer Nutzer in Haftung zu nehmen.

Der öffentliche Protest an dem Abkommen in Europa hat vor allem seit der Unterzeichnung der 22 EU-Mitgliedsstaaten in Tokio vergangene Woche zugenommen. Auf "avaaz.org" haben bis Mittwoch beinahe 1,8 Millionen Personen gegen ACTA unterzeichnet, Hacker der Gruppe "Anonymous" führten in mehreren Ländern Angriffe auf offizielle Internetseiten durch.

Kritik aus Österreich
In Österreich hat "Anonymous" für Samstag Protestkundgebungen in Wien, Linz und Graz angekündigt, an denen unter anderem auch die beiden grünen EU-Parlamentarier Eva Lichtenberger und Franziska Keller teilnehmen wollen. Besonders kritisch zu ACTA haben sich bisher die Grünen, die sozialdemokratischen EU-Parlamentarier, der Europaabgeordnete Martin Ehrenhauser und das BZÖ geäußert.

8.2.2012 20:37
Autor:apa/red
PAstorPeitl, 09. 02. '12 07:06
HInweis
Hier in Österreich mangelt es nicht nur an Internetfreiheit sondern es mangelt an Demokratie.

Deshalb: 29.3.2012, 15 Uhr, Staatsoper, "Trauermarsch für die Demokratie"

Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
Bundesobmann der
Freiheitlichen Christen Österreichs (FCÖ)
http://www.bedenklich.at
higgs70, 08. 02. '12 13:59
Der nächste Beweis,...
...dass wir in einer Oligarchie leben und nicht in einer Demokratie: Großkonzerne entwerfen Gesetze und Politmarionetten unterschreiben sie. Das Volk erhält wie sooft keinen Einblick.

Und unsere Österreich Hansln natürlich vorne weg ( um dann, wenns brenzlig wird wieder zurückzurudern) . Das läßt darauf schließen, dass sie es entweder so wollen und mit dem Proteststurm nicht gerechnet haben, oder dass sie etwas unterschreiben, das sie vorher nicht durchlesen, weil es andere auch tun, oder dass es ihnen mehrheitlich wurscht ist, so wie ihnen alles wurscht ist, was mit den Menschen in diesem Land und nicht mit den eigenen Hosensäckln zu tun hat.