Schwangere abgewiesen

vonapa/red
Donnerstag, 9. Februar 2012

"Kein medizinischer Fehler"

  • MedUni Wien legt entlastendes Gutachten aus Deutschland vor

 

Vor zwei Wochen wurde die schwangere Sandra W., die plötzlich heftige Blutungen bekommen hat, in zwei Wiener Spitälern - dem Ordensspital Göttlicher Heiland und dem Allgemeinen Krankenhaus - nicht aufgenommen. Erst das dritte Krankenhaus, die Rudolfstiftung, tat dies. Die Frau verlor ihr Kind. Die MedUni Wien im AKH hat nun ein medizinisches Gutachten zu dem Fall vorgelegt. Fazit: "Es ist zu keinem medizinischen Fehlverhalten gekommen". Kritik kommt vom Wiener Patientenanwalt Konrad Brustbauer.

Das Gutachten präsentierten am Donnerstag der MedUni Wien-Rektor Wolfgang Schütz und der Chef der Universitäts-Frauenklinik, Peter Husslein. Mankos in der Kommunikation zwischen Ärztin und Patientin bzw. in der Dokumentation wurden eingestanden. Kritik übten Schütz und Husslein an der Wiener MA40, welche von Fehlern gesprochen hatte.

Schütz hatte ein Gutachten beim derzeitigen Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, Klaus Friese, bestellt. In der Expertise heißt es unter anderem: "Von Seiten des Krankenhauses der Medizinischen Universität Wien ist in meinen Augen überhaupt nichts falsch gemacht worden (...)."

"Angriffe auf Ärztin zurückzuweisen"
"Wir fühlen mit Frau Sandra W. und ihrer Familie. Es ist äußerst bedauerlich, dass sie ihr Kind verloren hat, doch ist dieser schmerzliche Verlust nicht auf einen ärztlichen Fehler zurückzuführen. (...) Im Wesentlichen sagt das Gutachten, dass die Angriffe auf die Ärztin der MedUni Wien am AKH zurückzuweisen sind. Das Gutachten bestätigt, dass es keinen Zweifel am medizinischen Verhalten der Ärztin gibt", sagte Schütz.

Defizite sind - so Husslein - am ehesten im Kommunikationsablauf mit der betroffenen Patientin offenkundig geworden. Die Frau hatte mit der Gynäkologin am Wiener AKH zwar ein Gespräch, doch dieses wurde nicht entsprechend dokumentiert. Darüber hinaus, so der Klinikchef: "Psychologisch ungeschickt war es, die Patientin nicht anzuschauen. Klüger wäre es gewesen, die Patientin anzuschauen. Medizinisch ist kein Fehler gemacht worden."

Zweifel an Gutachten
Brutsbauer hegt unterdessen Zweifel, dass das Gutachten "auf einer ausreichenden Befundlage" beruhe. Die Patientenanwaltschaft prüft derzeit Möglichkeiten eines Schadenersatzes für die Patientin, die ihr Kind verloren hat.

9.2.2012 15:39
Autor:apa/red
wall-e, 09. 02. '12 20:23
Gut das die Ärzte heute nicht mehr den hippokratischen Eid leisten müssen
Eine Schwangere kommt in ein Krankenhaus mit Blutungen und wird nicht behandelt. Nicht einmal die Zeit zum ansehen nimmt man sich. Und dann war niemand Schuld?

Diese Frau ist des Arztberufes nicht würdig und hat den elementarsten Grundsatz missachtet. Einer Person in Not nicht geholfen zu haben. Punkt.

Ohne Untersuchung konnte diese Frau doch gar nicht wissen, was der Patientin fehlt? Ist sie Hellseherin? Mag ja sein, dass der Abort nicht zu verhindern war. Wenn nun eine ganz andere Ursache Schuld gewesen wäre? Und; nicht nur das ein Abort für eine werdende Mutter das schlimmste ist, was basieren kann, wird sie jetzt noch weiter 'misshandelt' in dem die verantwortlichen nicht einmal das Rückgrat haben, einen Fehler einzugestehen. Und das von einer Ärztin, die ja auch eine Frau ist.
brabus, 09. 02. '12 14:09
Kein Fehler ?
Was ist mit unterlassener Hilfeleistung ? Erst recht, wenn es sich bei einem Arzt um jemanden handelt der als Fachmann/frau von der Schwangeren kontaktiert wurde ? Wäre ich Vater oder Mutter in dieser Situation, ich würde jeden einzelnen Arzt oder Schwester die hier involviert war und nicht entsprechende Hilfeleistung geboten hat auf Teufel- komm- raus verklagen.
geri59, 09. 02. '12 12:15
War ja ganz klar !
Das Gutachten MUSSTE ja so ausfallen. Eine Krähe hackt ja bekanntlich einer anderen kein Auge aus. Und Ärzte waren im verbiegen von Tatsachen gleich nach den Anwälten immer schon im Spitzenfeld.
Schade nur, dass das jetzt auf die gesamte Ärzteschaft zurückfällt. Denn neben den gegelten, die Arme hinter dem Rücken verschränkenden, hochnäsigen (hauptsächlich in städtischen Krankenhäusern zu findenden) Ich-bin-so-gut-Doktoren gibt es auch noch sehr ambitionierte Ärzte, die den Menschen wirklich helfen wollen.
doe3, 09. 02. '12 12:31
emotionen pur
das gutachten passt. in meinem bekanntenkreis hatten einige schwangere blutungen und einen frühzeitigen abort. das ist halt so, genau wie der gutachter sagt, die frau versucht mit einem windigen anwalt die sache aufzubauschen, emotionen zu wecken und geld rauszuschlagen. klingt hat ist aber vermutlich so
YnnuS, 09. 02. '12 13:22
RE: emotionen pur
"Das is halt so." So verallgemeinern kann man solche Situationen nun auch wieder nicht. Wenn's ein frühzeitiger Abort gewesen wäre, hätte dies der Gynäkologe aus dem AKH feststellen MÜSSEN (eigtl hätte dies der Frauenarzt aus dem GH tun müssen). Die Abweisung der Patientin ist moralisch auf jeden Fall nicht vertretbar.

Mich würde nur interessieren was hinter den 3 Punkten in der Klammer steckt, denn das warat gut zu wissen :)
wall-e, 09. 02. '12 20:27
@doe3
Und allen ist es nach dem Abort gut gegangen. Hatten keine Schuldgefühle und gewissenbisse. Machten sich keine Vorwürfe und sind sofort wieder zur 'Tagesordnung' übergegangen.

Diese Frau hat aber nicht einmal die Gewissheit, dass der Abort nicht zu verhindern war! Diese Frau geht in ein Krankenhaus und erwartet Beistand. Und dann wird sie nicht einmal untersucht?

Da kommen Emotionen hoch, das können sie mir glauben.
freud0815, 10. 02. '12 20:41
Re: War ja ganz klar !
genau so ist es-vor jahren brach einem zahnarzt die bohrerspitze bei einer wurzelbehandlung ab-er sagte nix, stopfte das loch zu und die wurzel brach. er zog den zahn und liess die wurzel mit bohrerspitze drinnen. in der nacht schaffte sich das irgendwie den weg in die kieferhöhle und ich wurde von der krankenkasse sofort zur op ins akh geschickt. dort wurde ich notoperiert, aber die bohrerspitze blieb drinnen. nach monaten entzündete sich alles und ich wurde nochmals operiert. arbeitsausfall 3 wochen und im gutachten stand dass die ärzte alle richtig handelten, aber es nur versäumt wurde mir mitzuteilen dass die spitze drinnen blieb. eine sehr nette narbe ziert mein gesicht aber gsd ist nix schlimmeres passiert. die doks decken sich gegenseiteg und ich hoffe, dass hier noch was nachkommt
freud0815, 10. 02. '12 20:43
Re: War ja ganz klar !
das hier ist ein LEBEWESEN das nie geboren wird-die arme mutter macht sich irre mit vorwürfen und bei blutungen hätte man sie nicht wegschicken sollen. die ärzte haben unser aller lebn in ihren händen und fehldiagnosen usw müssen bestraft werden